Fans von Celtic Glasgow sind dafür bekannt, mit dem britischen Königshaus weniger zu sympathisieren.
Fans von Celtic Glasgow sind dafür bekannt, mit dem britischen Königshaus weniger zu sympathisieren.Bild: IMAGO images/ZUMA Wire

Nach Tod von Queen: Fußballfans sorgen bei Gedenkminute für Aufregung

19.09.2022, 12:56

Als am 8. September die Queen starb, endete für viele Menschen eine Ära. Während tausende Fans nach London reisten, um der verstorbenen Königin zu gedenken, berührt andere der Tod überhaupt nicht. Wie bei jedem größeren Ereignis gibt es auch hier Karikaturen und Witze über die für so manche übertriebene Betroffenheit. Ein britischer Fußballverein ging jetzt jedoch noch einen ganzen Schritt weiter – und wurde dafür kritisiert, aber teilweise auch gefeiert.

Schweigeminute für die Queen

Celtic Glasgow belegt aktuell den ersten Platz der schottischen Premiership, große Bekanntheit erlangten sie nun jedoch durch eine ganz andere Aktion. Durch den Tod der Queen mussten auch Fußballfans kurzzeitig zurückstecken. Aus Respekt vor der Monarchin wurden viele Fußballspiele im Königreich verschoben, so auch in Schottland. Außerdem wurde eine einminütige Schweigeminute mit Applaus für Queen Elizabeth abgehalten. Ein Ereignis, das die Celtic-Fans zu sabotieren wussten.

Während die Spieler und Trainer vom St. Mirren und Celtic Glasgow eine Minute lang klatschten, zeigten die Celtic-Fans einen Banner. Die Aufschrift: "Wenn du die Königsfamilie hasst, klatsche mit den Händen", einen Spruch, den sie zeitgleich auch laut sangen. Während des Spiels wechselten sie das Banner dann zu "Fuck the Crown".

Grund für die Ablehnung der Monarchie soll vor allem die Nähe des Klubs zu Nordirland sein. Während Irland seit knapp 100 Jahren unabhängig ist, ist Nordirland noch Teil der britischen Monarchie. Celtic-Fans gelten eher als katholische Unterstützer der Wiedervereinigung zu Irland, während die Rivalen Glasgow Rangers für ihre Nähe zum Königshaus bekannt sind und an diesem Tag auch zu Ehren der Queen ihr Stadion gestalteten.

"Karma von Elizabeth" – Kritik und Zuspruch aus allen Ecken

Trotz des Hintergrunds sorgte der Fall international für Aufregung. Aus den eigenen Reihen und auch aus aller Welt erhielten sie jedoch auch Zuspruch. Ein Mann schrieb beispielsweise auf Twitter:

"Tolles Zeug. Sich nicht darum kümmern, was die Medien oder andere Fans sagen, sich selbst treu bleiben und diesen ganzen Schwachsinn nicht schlucken."

Andere forderten gleich die schottische Unabhängigkeit für 2023. Deutsche Nutzer:innen zeigten sich uneinig über die Aktion. Während ein User die Celtic-Fans hart beleidigt, beschreibt ein anderer die schottischen Anhänger als "Ehrenmänner".

Der Vorwurf gegenüber Celtic und deren Fans war vor allem Respektlosigkeit. International amüsierten sich allerdings auch tausende von Menschen über die Aktion und positionierten sich auch nicht selten aufseiten des Vereins. Als besonders lustig empfanden viele vor allem, dass die Spieler beider Vereine trotz der lauten Gesänge und Banner weiter klatschten.

In Kommentaren auf ihrem eigenen Instagram-Account erhielten die Bhoys wiederum anschließend massiven Gegenwind. Zum einen von ihren eigenen Fans aufgrund der Niederlage, zum anderen wegen der Banner-Aktion. Einige Fans anderer Klubs, vor allem der Rangers, posteten Sätze wie "Gott schütze den König, das ist Karma von Elizabeth".

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