Bushido habe in seiner Karriere schon sehr oft die Hilfe von Ghostwritern in Anspruch genommen – diese aber angeblich nicht immer entsprechend entlohnt.
Bushido habe in seiner Karriere schon sehr oft die Hilfe von Ghostwritern in Anspruch genommen – diese aber angeblich nicht immer entsprechend entlohnt.Bild: imago stock&people / Future Image

Eko Fresh schrieb legendären Diss für Bushido – Rapper wollte ihm lächerliche Summe zahlen

12.04.2022, 17:0212.04.2022, 18:10

In einem Livestream von Rooz und Fler wurden neue Details zu einem legendären Beef in der Deutschrap-Geschichte ausgepackt – Bushido könnten diese Enthüllungen indes ziemlich peinlich sein. 2013 begann der öffentlichkeitswirksame Streit von Bushido und seinem ehemaligen Signing Kay One. Von 2007 bis 2012 stand Kay bei Ersguterjunge unter Vertrag, veröffentlichte seine ersten Solo-Alben und fungierte als Backup-Rapper für Bushido auf dessen Tourneen.

Im April 2012 löste Kay den Vertrag mit Bushido plötzlich auf – der heute 43-Jährige soll kurz zuvor Musikvideos von Kay One auf Youtube gesperrt haben und wollte sich Markenrechte an seinem Künstlernamen sichern. Knapp eineinhalb Jahre später folgte schließlich der Paukenschlag: Kay veröffentlichte den Song "Nichts als die Wahrheit", in dem er Bushido hart angriff, indem er ihn als Sklaven der Abou-Chaker-Familie bezeichnete und vermeintlich mafiöse Strukturen innerhalb der Großfamilie und dem Label Ersguterjunge aufzeigte.

Es folgten spektakuläre Interviews von Kay mit dem "Stern" und auch eines bei "Stern TV", in denen es um die Verwicklung Bushidos mit den Abou-Chakers ging, der Rapper behauptete zudem, regelrecht aus Berlin vor ihnen geflüchtet zu sein. Außerdem gab Kenneth Glöckler, wie Kay One mit bürgerlichem Namen heißt, an, jahrelang Bushidos Texte geschrieben zu haben. Eine Antwort folgte von dem "Electro Ghetto"-Interpreten, die es in sich hatte. "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" hieß der Track, den Bushido ebenfalls nicht selbst geschrieben haben soll – und für den er seinem Ghostwriter einen lächerlichen Lohn angeboten habe.

Hier waren sie noch gute Freunde: Bushido und Kay One (Mitte) bei der Filmpremiere zu "Zeiten ändern dich".
Hier waren sie noch gute Freunde: Bushido und Kay One (Mitte) bei der Filmpremiere zu "Zeiten ändern dich".Bild: imago images / imago stock&people

Arafat packt in Twitch-Stream über Bushido aus

Der Rap-Journalist Rooz und Fler streamten kürzlich zusammen mit Arafat Abou-Chaker auf Twitch – Bushido steht momentan in einem Langzeit-Prozess als Nebenkläger gegen Abou-Chaker und drei seiner Brüder vor Gericht. Arafat ließ es sich bei der Gelegenheit im Netz nicht nehmen, die Vergangenheit seines ehemaligen Geschäftspartners Revue passieren zu lassen.

Arafat Abou-Chaker war bei Fler und Rooz im Livestream auf Twitch zu Gast.
Arafat Abou-Chaker war bei Fler und Rooz im Livestream auf Twitch zu Gast.Bild: Screenshot / Twitch / RoozWorld

"Wusstest du, dass Eko Bushido wiederbelebt hat, als Kay ihn gedisst hat? Ich glaube, Bushido war drei Tage lang im Bett, wollte nicht aufstehen, wollte aufhören mit Rappen", erinnerte sich Arafat in den frühen Morgenstunden gegenüber Rooz und kam damit auf den legendären Beef zu sprechen. Eko Fresh habe sich nach dem Erscheinen von Kays Diss bei ihm gemeldet, nachdem er erfahren hatte, dass Bushido wohl nicht aus eigener Kraft auf "Nichts als die Wahrheit" antworten würde.

Es gilt bereits als offenes Geheimnis, dass auch Eko Fresh jahrelang als Ghostwriter für Bushido tätig war, besonders in der Auseinandersetzung mit Kay One sei Bushido aber froh um dessen Hilfe gewesen. Arafat erklärte wie er reagiert habe, nachdem die offenbar von Eko geschriebene Diss-Antwort von Bushido online gegangen war:

"Du wirst es nicht glauben. Eko hat den Diss geschrieben, ist ja voll durch die Decke gegangen. Bushido hat mich angerufen: 'Bruder, ganz Youtube ist eingestürzt, wir haben es ihnen gezeigt.' Es ist ihm ein Stein vom Herzen gefallen."

Anschließend seien laut Arafat einige Monate ins Land gegangen, bis Eko Fresh wieder vor ihm gestanden und gefragt habe, wieso er seine versprochene Bezahlung nicht bekommen würde: "Also wenigstens den Flug und den Song", wollte Eko entlohnt haben. Von einer nicht eingegangenen Bezahlung wusste Arafat aber angeblich nichts und erkundigte sich, was für eine Summe mit Bushido ausgemacht worden war.

Eko Fresh schrieb laut Arafat für Bushido den Kay-One-Disstrack "Leben und Tod des Kenneth Glöckler".
Eko Fresh schrieb laut Arafat für Bushido den Kay-One-Disstrack "Leben und Tod des Kenneth Glöckler".Bild: imago images/ Future Image

Die Antwort schockierte nicht nur Rooz und Fler im Livestream, sondern die zu diesem Zeitpunkt noch anwesenden rund 6000 Zuschauer. Für den legendären, extrem erfolgreichen Diss-Track "Leben und Tod des Kenneth Glöckler" sei eine lachhafte Summe vereinbart worden. Arafat sagte:

"Jetzt halt dich fest – 600 Euro."

Innerhalb von nur sieben Stunden sammelte das Video eine Million Aufrufe, innerhalb von 24 Stunden über zwei Millionen Klicks. Zahlreiche Deutschrapper äußerten sich zum knapp zehnminütigen Song. Dass Bushido dafür 600 Euro angeboten hatte, erscheint also bei Weitem nicht als angemessen für Eko Fresh als Writer.

Noch dazu sei Bushido der Zahlung nicht nachgekommen. Arafat sagte an den Rapper gewandt im Twitch-Stream: "600 Euro wolltest du nicht überweisen." Rooz' Antwort setzte dem noch einen drauf: "Das ist typisch für ihn, solche Geschichten hat man oft gehört." So habe er seine Ghostwriter des Öfteren nicht, oder nicht angemessen entlohnt.

Arafat versprach spannende Enthüllungen im Bushido-Prozess

Arafat fand im Anschluss noch etliche Beispiele für Bushidos Undankbarkeit gegenüber seinen Weggefährten, beispielsweise habe er nur mit Biegen und Brechen noch ein Feature mit Eko Fresh aufgenommen. Im Musikvideo habe er aber partout nicht auftreten wollen und habe stattdessen nur gefragt, warum er mit Eko zusammenarbeiten solle. Arafats Antwort darauf habe gelautet: "Der hat dir nur vier Alben geschrieben, die vielleicht acht Millionen umgesetzt haben... deswegen vielleicht, als Dank? Er war immer da."

Seit nunmehr 67 Prozesstagen streiten sich Arafat und Bushido vor dem Berliner Landgericht. Im Prozess geht es unter anderem um Freiheitsentzug und schwere Körperverletzung, Bushido sei angeblich unter anderem im Zuge der Trennung von Arafat in dessen Büro eingesperrt und mit einer Wasserflasche geschlagen worden. Arafat dementierte all das nicht nur im Gericht, sondern auch auf Twitch und fügte an, dass im Prozess noch sehr viel ans Licht kommen werde – zum Nachteil von Bushido.

(cfl)

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