Fat Comedy verpasste Oliver Pocher eine Ohrfeige, während der Comedian im Zuschauerrang bei einem Boxkampf saß.
Fat Comedy verpasste Oliver Pocher eine Ohrfeige, während der Comedian im Zuschauerrang bei einem Boxkampf saß.Bild: screenshot/youtube

Nach Angriff auf Pocher: Fat Comedy äußert sich erstmals ausführlich zu Ohrfeige

13.04.2022, 15:48

Rund zwei Wochen ist es mittlerweile her, dass Fat Comedy Oliver Pocher beim Boykampf von Felix Sturm gegen Istvan Szili in der Dortmunder Westfalenhalle eine Ohrfeige verpasst hat – verschiedene Videoaufnahmen, die hinterher auf Social Media vielfach geteilt wurden, dokumentierten den Vorfall. Fat Comedy, der mit bürgerlichem Namen Omar heißt, kommentierte die Schelle hinterher so: "Weil du so einen unschönen Charakter hast, Menschen gerne erniedrigst, Menschen unterstützt, die behaupten, vergewaltigt worden zu sein, obwohl es nicht stimmt."

Einige Deutschrapper, darunter auch Sido, befanden die Aktion für gut, etliche weitere Promis verurteilten jedoch auch den tätlichen Angriff. Der Komiker äußerte sich ebenfalls dazu, verurteilte die Tat als feige, hinterlistig, arglistig und sprach sogar von "irreparablen Schäden". Nun wandte sich Fat Comedy noch einmal mit einem Youtube-Video an die Öffentlichkeit zusammen mit seinem Anwalt Burkhard Benecken und zeigte sich reumütig – er hatte aber auch eine wichtige Botschaft an Pocher.

Fat Comedy stellt falsche Anschuldigungen gegen ihn richtig

Für das erste längere Statement von Fat Comedy, richtete der Influencer eigens einen Youtube-Kanal ein und sprach mit seinem Anwalt in dessen Kanzlei über die Ohrfeige und seine Beweggründe. Dabei gab er zuerst zu verstehen: "Zuerst möchte ich sagen, dass Gewalt niemals eine Lösung ist, dass ihr euch alle kein Beispiel daran nehmen solltet."

Benecken unterstützte seinen Mandanten und fragte noch einmal explizit nach: "Du sagst ganz klar, du stehst dazu und es tut dir heute leid." Das bejahte Fat Comedy. Und auch zum Thema Vorsatz, der ihm immer wieder unterstellt wurde, kam er zu sprechen. Ein Plan steckte demnach hinter dem Vorfall keinesfalls:

"Also das war alles ganz spontan. Ich wurde von ein paar Kollegen abgeholt, die hatten auf einmal Karten für den Boxkampf. Und ich wusste wirklich nicht, dass der Oliver Pocher da sein wird. Ich hab ihn dann während dem Kampf – in der dritten oder vierten Runde war das – spontan aus dem Blickwinkel gesehen. Und dann hab ich alles Revue passieren lassen, was so in der Vergangenheit passiert ist."

Damit meint Fat Comedy in erster Linie Pochers "Bildschirmkontrolle", in der er auf Instagram stets Influencer auf dem Kieker hat und beispielsweise die Vermarktung von Kindern anprangert. Aber auch von Netz-Stars missachtete Corona-Maßnahmen und weitere Fehltritte standen in den vergangenen Monaten dabei immer wieder im Mittelpunkt.

Oliver Pocher nach der Ohrfeige bei dem Felix-Sturm-Boxkampf Ende März.
Oliver Pocher nach der Ohrfeige bei dem Felix-Sturm-Boxkampf Ende März.Bild: imago images / imago images

Dass Pocher ständig auf Influencern rumhackte, grenze für Omar an Mobbing – und damit habe er ebenfalls seit Jahren Erfahrung: "Ich hatte auch selber mein ganzes Leben mit Übergewicht zu kämpfen. Ich weiß an meinem Leib, dass so was ganz ekelhaft ist, wenn man gemobbt wird, wenn Leute auf einem rumhacken aufgrund von Aussehen. Ich wollte einfach nur in dem Moment dem Olli zeigen, dass er nicht so unantastbar ist, wie er dachte und er mit seiner Art nicht so weit kommt."

Influencer fordert härtere Bestrafung für Mobbing

Auch wurde Fat Comedy vorgeworfen, dass die Aktion vorsätzlich im Internet gelandet sei. Auch dagegen wehrte er sich im Video: "Das ging alles blitzschnell, ich habe ihn gesehen und habe mich von meinen Emotionen leiten lassen. Dann habe ich nicht lange gefackelt und bin direkt zu ihm hin. Da waren überall Leute mit Kameras, das hat mich in dem Moment nicht interessiert." Innerhalb von "fünf bis zehn Sekunden" habe sich bei ihm "alles hochgefahren", er habe also impulsiv gehandelt.

Über den Auslöser für die Handgreiflichkeit kamen die beiden im Clip ebenfalls noch eingehender zu sprechen. Dass Pocher Menschen "runtermache", vor allem auf so einer großen Bühne (Pocher hat 1,8 Millionen Follower), gehe für Fat Comedy gar nicht: "Mobbing sollte auf jeden Fall härter bestraft werden, weil es gibt Menschen, die leiden wirklich sehr stark darunter."

Sein Anwalt pflichtete ihm erneut bei: "Die psychischen Folgen, die darf man nicht unterschätzen." Der Influencer setzte schließlich noch einmal nach und verurteilte Pochers Verhalten auf Social Media scharf:

"Lachen ist das Schönste auf der Welt, aber warum auf Kosten anderer?"

Fat Comedy mit wichtiger Botschaft an Pocher

Mit der jetzigen Reflektion würde Fat Comedy Pocher nicht noch einmal eine Ohrfeige verpassen, erklärte er anschließend einsichtig: "Ich hätte den Christoph Daum gebeten zu rutschen, dann hätte ich mich neben ihn gesetzt und hätte es verbal geklärt." Daum hatte bei dem Vorfall neben dem Moderator gesessen.

Bei aller Einsicht hält Fat Comedy jedoch auch an seinem Ansatz fest. Würde er mit Pocher reden, würde er ihm sagen, "dass das, was er macht, auch nicht richtig ist. Menschen so runterzumachen, ich glaube, das wirkt sich manchmal schlimmer auf Menschen aus, als eine Ohrfeige."

Zu einem solchen Gespräch wird es vermutlich auch kommen, Pocher und Fat Comedy werden sich aller Voraussicht nach vor Gericht wiedersehen, es wurde inzwischen Anzeige erstattet. Oliver Pocher äußerte sich bislang nicht zu dem neuen Statement seines Widersachers.

(cfl)

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