Rapper Bozza erinnert sich in einem neuen Interview mit Aria Nejati an seinen Umgang mit Drogen und Alkohol.
Rapper Bozza erinnert sich in einem neuen Interview mit Aria Nejati an seinen Umgang mit Drogen und Alkohol.Bild: Screenshot / Youtube / ARIA NEJATI

"Spielt in alltäglichem Leben eine Rolle": Deutschrapper über Drogenvergangenheit

04.03.2022, 15:04

Der Rapper Bozza erlangte erstmals mit seinem Album "Thriller" größere Bekanntheit, das im August 2018 herauskam. Besonders auffällig war die Platte vor allem durch die Feature-Gäste: Unter anderem Gzuz und Joshi Mizu waren darauf vertreten, es erreichte dennoch lediglich Platz 74 in den Albumcharts. Weitaus erfolgreicher war Bozza, wenn er selbst Feature beisteuerte, unter anderem arbeitete er mit Samra, Sido, Capital Bra und Bausa zusammen.

Zudem ist er als Songwriter an Shirin Davids Song "90-60-111" beteiligt, für den sie einen Nummer-eins-Award der offiziellen deutschen Charts erhielt. Nach etlichen weiteren Singles von Bojan Ivetic, wie Bozza mit bürgerlichem Namen heißt, folgt in diesem Jahr sein zweites Studioalbum mit dem Titel "Glücklich unzufrieden".

Anlässlich des Releases führte nun Aria Nejati ein Interview mit Bozza für Apple Music, bei dem es schnell sehr persönlich wurde: Der Interpret sprach unter anderem über Depressionen, Suizidgedanken und seinen bisherigen, guten Weg aus der Drogen- und Alkoholsucht.

Alkohol hat Bozza nach eigenen Angaben viel Lebenszeit genommen

Ein Thema, das der Rapper nicht gänzlich verarbeiten kann, ist der Tod seiner Mutter Anfang der Neunziger Jahre. Sie verstarb mit 35 Jahren an Krebs, da war Bozza gerade erst neun. Traumata wie dieses verarbeitet der Hamburger stets in seiner Musik und so auch auf der neuen Platte.

Von Aria wurde er nun darauf angesprochen, mithilfe welcher Mittel man ansonsten am besten mit schweren Phasen umgehen kann. Bozza antwortete ehrlich: "Alkohol und Drogen, das hilft nicht. Falls sich irgendjemand depri fühlt und denkt er muss zur Flasche greifen... das ist auf jeden Fall der absolut falsche Weg. Das wird nichts besser machen, weil man Sachen verdrängt und dann kommen noch schlimmere hoch."

Besser sei es dagegen, sich selbst zu reflektieren, den "Arsch hochzukriegen" und vor allem sich helfen zu lassen und Hilfe auch annehmen zu können. Das sei Bozza selbst jahrelang sehr schwergefallen, woraufhin er den wenig durch ihn zu empfehlenden Weg in den Alkoholismus gegangen ist:

"Mir hat das jahrelang nur Scheiße eingebracht, wenn ich mich vollgesoffen habe. Das hat wahrscheinlich die Hälfte meiner Lebenszeit schon gemindert. Ich bin mit meinen 31 Jahren wahrscheinlich schon über der Halbzeit angekommen."

Heute würde er das nicht mehr so machen wollen, aber er habe aus seinen Fehlern und seiner Vergangenheit gelernt. Das schlägt sich auch in seinen Texten nieder, die sich jetzt weit weniger mit Drogen und Alkohol befassen. Dennoch sind sie weiterhin in seinem Leben vorhanden: "Bei mir spielt es im alltäglichen Leben eine Rolle. Das Umfeld, überall findet eine Party statt, Sauferei hier, Sauferei dort. Es ist nur Abgelenke von irgendwas. Wenn du in einer Woche das dritte Mal feiern warst, was willst du denn sehen?"

So schaffte es der Rapper aus der Sucht

Bozza berichtete zusätzlich, wie er es geschafft hat, vom Alkohol und von Drogen wegzukommen, ohne dabei das Partyleben auf der Strecke zu lassen. So sei er mit einem abstinenten Freund in Shisha-Bars gegangen und habe dort zusammen mit ihm nur Wasser getrunken und gequatscht. Das habe geholfen: "Es läuft auch sehr gut bisher, ich hoffe, das bleibt auch so. Das war eine gute Wendung erstmal gerade", erklärte er.

Der Auslöser für Bozzas Abstinenz war ein Gespräch mit seinem Arzt, der ihm geraten hat, "einen Gang zurückzufahren". "Da war ich schockiert und habe mich drauf eingelassen, um eine gesunde Mitte zu finden", versicherte der "Ich seh dich"-Interpret zu diesem Thema abschließend.

(cfl)

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