Lil Nas X mit seinem Santansschuh

Lil Nas X posiert mit dem sogenannten "Satans-Schuh" – Nike hat damit allerdings nichts zu tun. Bild: MSCHF

Rapper Lil Nas X ist das Werbegesicht für "Satan-Sneaker" mit Blutsohle – Nike reicht Klage ein

Lil Nas X hat in einer Kooperation mit dem Designstudio MSCHF einen sogenannten "Satan-Schuh" herausgebracht – der bringt nun vor allem dem New Yorker Studio eine Menge Ärger ein. Für Rapper gehört es eigentlich schon zum guten Ton, irgendwann neben Alben und EPs auch mal eine Sneaker-Kollektion herauszubringen. So sieht es auf den ersten Blick so aus, als hätte Lil Nas X passend zu seiner neuesten Veröffentlichung "Montero (Call Me by Your Name)" mit Nike einen Schuh herausgebracht, dessen Grundlage das klassische Model des "Air Max 97" ist.

Doch weit gefehlt – der Sportbekleidungshersteller hat rein gar nichts mit dem Satans-Schuh zu tun, stattdessen handelt es sich um die neueste Aktion von MSCHF. Der Sneaker ist auf 666 Stück limitiert, besticht zudem durch einen Pentagramm-Anhänger an den Schnürsenkeln und einen Verweis auf das Lukas-Evangelium. An der betreffenden Stelle ("Luke 10:18") ist in der Bibel folgender Vers zu lesen: "Er sprach aber zu ihnen: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz."

Tatsächlich fährt auch Lil Nas X im Musikvideo zu "Montero" an einer Poledance-Stange zur Hölle, bezirzt Satan mit einem Lapdance, nur um ihm am Ende den Hals umzudrehen und sich seine Hörner selbst aufzusetzen.

Menschenblut in der Schuhsohle des "Satan-Sneakers"

Weiterhin soll sich in der transparenten Zwischensohle des Schuhs neben roter Tinte auch jeweils ein Blutstropfen befinden. Das Blut stamme von insgesamt sechs MSCHF-Mitarbeitern, wie Mitgründer Daniel Greenberg gegenüber der "New York Times" berichtete. Die Schuhe sind auf 666 Stück limitiert, wobei das 666. Paar am 1. April verlost werden soll.

Der Release am 29. März war ein voller Erfolg: Die Schuhe waren innerhalb von nur einer Minute ausverkauft. Passend zum Bibelvers kostete ein paar 1018 US-Dollar, umgerechnet also 867 Euro. Die Kollektion erntete aber auch sehr viel Kritik, in erster Linie von religiöser Seite.

Nike reagiert rigoros auf die nicht autorisierten Schuhe

Nike sah sich auch deshalb dazu gezwungen, ein offizielles Statement zu veröffentlichen und eine Klage gegen MSCHF einzureichen. Der Konzern stellte in einer Mitteilung zunächst klar:

"Wir haben keine Kooperation mit Lil Nas X oder MSCHF. Nike hat diese Schuhe nicht entworfen oder verkauft und wir befürworten sie nicht."

Das Unternehmen forderte das Gericht in New York dazu auf, die Auslieferung der verkauften Schuhpaare umgehend zu stoppen. Die Sneaker sollen schließlich Nike zur Zerstörung der ungeliebten Ware zugeführt werden. Damit aber nicht genug, Nike verlangt zudem von MSCHF Schadensersatz, wie "Hollywood Reporter" berichtet.

So gebe es unter anderem Hinweise darauf, dass Kunden durch den satanischen Sneaker verwirrt worden seien. Resultiert sei daraus auch die "Aufforderungen zum Boykott von Nike als Reaktion auf die Einführung des Schuhs durch MSCHF, basierend auf der falschen Annahme, dass Nike dieses Produkt autorisiert oder genehmigt hat."

Lil Nas X, der als Werbegesicht des Schuhs dient, kam glimpflich davon und muss sich nicht gegen Nike vor Gericht verantworten. Dennoch reagierte der Rapper bereits mit einem Meme auf die Klage. "Ich nach dem Verfahren gegen Nike" übertitelte er einen Ausschnitt aus "Spongebob Schwammkopf" in einem Tweet, in dem Thaddäus um Spenden bettelt.

MSCHF äußerte sich bislang nicht zur Klage und entfernte die Ankündigung des Gewinnspiels ebenfalls noch nicht von der dazugehörigen Website. Es ist zudem nicht das erste Mal, dass das Designstudio den Klamotten-Riesen provoziert: Im Oktober 2019 machte bereits ein "Jesus-Sneaker" Schlagzeilen. Bei dem Modell sei statt Tinte und Blut gesegnetes Wasser aus dem Jordan in die Zwischensohle gespritzt worden.

Gegen den Schuh hatte Nike aber offenbar nichts einzuwenden und ließ die Designer gewähren – für 1250 Dollar gingen die Treter über den Ladentisch. MSCHF hatte den Hype um den Schuh noch befeuert, indem vor dem offiziellen Release Paare an Influencer und Rapper geschickt wurden, darunter beispielsweise A$AP Rocky.

(cfl)

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