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Nika Irani beschuldigte Samra, sie vergewaltigt zu haben – der Rapper bestreitet das. Bild: Screenshot / Instagram / playgirlnikaa

Influencerin Nika Irani erklärt: Das ist nach ihren Anschuldigungen gegen Rapper Samra passiert

Die Influencerin Nika Irani hat schwere Vorwürfe gegen den Rapper Samra erhoben. Sie behauptet, der Bühnenstar habe sie im vergangenen Jahr in einem Schlafzimmer seines Studios vergewaltigt, er bestreitet das jedoch und kündigte an, die Vorwürfe juristisch prüfen zu lassen. Seit Nika sich an die Öffentlichkeit gewandt hat, meldeten sich viele weitere Frauen, die ähnliche Erfahrungen mit Rappern machen mussten. Daraufhin entstand der Hashtag #deutschrapmetoo, unter dem die Schilderungen gesammelt und veröffentlicht werden.

Und im Deutschrap wird seitdem mehr über Sexismus in Texten gesprochen. Der Rapper Nimo veröffentlichte kurz nach dem Bekanntwerden von Nikas Vorwürfen den Song "Komm mit", in den Lines rappt er vom gewaltsamen, sexuellen Umfang mit Frauen. Das Label Universal und der Künstler entschieden sich nach starker Kritik auf Social Media, den Song wieder von allen Streaming-Plattformen zu löschen.

Auch Samra ist bei Universal unter Vertrag, doch derzeit pausiert die Zusammenarbeit. Die Influencerin meldete sich jetzt länger nicht persönlich zu Wort, schildert nun allerdings in einem Interview mit dem "Spiegel", was seit ihren Anschuldigungen passiert ist, redet über die Deutschrap-Szene – und darüber, dass sie Tausende Hassnachtrichten bekommt und sogar am Tag tätlich angegriffen wurde.

Samras Anwälte setzen Nika Irani unter Druck

Samra hat sich nach Nikas Statement selbst auf Instagram zu Wort gemeldet. Hinter den Kulissen haben sich seine Anwälte mit Nika in Verbindung gesetzt, wie sie im Interview preisgibt: "Seine Anwälte wollen mich mit juristischen Mitteln zum Schweigen bringen. Ich wurde aufgefordert, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Ich soll über den Vorfall öffentlich nicht mehr sprechen dürfen." Und weiter:

"Außerdem wollen sie, dass ich Schadensersatz wegen der Verbreitung unwahrer Behauptungen zahle."

Seit sich Samra selbst geäußert hat, bekommt sie nach erstem Zuspruch täglich Hassnachrichten und Todesdrohungen. Auch offline schlägt ihr Hate entgegen, der sogar in Angriffen endet: "Ich war vor einigen Tagen mit Freunden in einem Restaurant, als jemand auf mich zukam und sagte: 'Kein Wunder, dass man dich vergewaltigt hat, so geil wie du aussiehst'", beschreibt Nika weiter. Jedes Mal, wenn so etwas passiert, würde ihr Trauma aufs wieder hochgeholt.

Eine Gruppe Männer, der sie sich gestellt hat, griff sie schließlich an. Nika erzählt, dass einer der Beteiligten gefilmt habe: "Als ich meine Hand vor die Kamera gehalten habe, hat mir einer mit der Faust ins Gesicht gehauen. Ich fiel nach hinten, der Typ hat mich an den Haaren gezogen und auf mich eingetreten. Seine Freunde schauten einfach zu." Momentan überlege sie sich sehr genau, wann sie sich in der Öffentlichkeit bewegt.

Influencerin will weiter auf Instagram aktiv bleiben um Frauen zu warnen

Sich komplett von Social Media zurückzuziehen, sehe das Erotikmodel nicht ein, weil sie sich damit geschlagen geben würde. In manchen Momenten bereue sie jedoch auch, mit den Vergewaltigungsvorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen zu sein: "Manchmal schon. Ich stehe als Vergewaltigungsopfer in der Öffentlichkeit – oder als Lügnerin. Je nachdem, ob man mir glaubt oder nicht. Es gibt nicht viel, was unangenehmer ist." Unfair sei es vor allem, dass der Rapper mittlerweile wieder sein Leben unbehelligt weiterleben könne, findet Nika:

"Er geht raus und postet Insta-Storys. Alle sagen, ich hätte seine Karriere zerstört. So ein Quatsch."

Über den Grund, wieso sie sich nach über einem Jahr erst mit den Anschuldigungen an die Öffentlichkeit gewandt hatte, sagte Nika, dass sie das Ziel hatte, damit in erster Linie andere Mädchen und Frauen zu warnen: "Ich wollte ihnen sagen: Dieses Milieu, diese Szene kann wirklich ekelhaft sein. Ihr müsst achtsam sein. Auf der anderen Seite wollte ich, dass mein Peiniger versteht, was er gemacht hat." Auf ein persönliches Gespräch habe Samra seinerzeit nicht reagiert.

Zur Polizei habe sie nicht früher gehen wollen, weil sie "einfach kein Vertrauen" in die Behörden hatte. Zu viele ähnliche Anzeigen seien fallen gelassen worden. "Inzwischen habe ich aber Anzeige erstattet", so Nika.

Nika suchte bei Rappern Bestätigung

Nika Irani gibt auch Einblicke in die Deutschrap-Szene, die sie als "skrupellos" bezeichnet und beschreibt, dass die Künstler die meist jungen Frauen nur für Sex in ihr Hotelzimmer holen – sie aber zuvor mit schmeichelnden Nachrichten anschreiben. "Die Rapper sagen ja nicht: 'Ich will nur Sex mit dir.' Sie schreiben: 'Du bist das schönste Mädchen. Du bist so anders. Was, wenn wir beide zusammen abhauen?' Da weiß man nicht, wo man dran ist", erklärt die 22-Jährige. Der Reiz von Rappern bestehe zudem wegen des Luxus und der Macht, die sie haben. Im patriarchischen System gebe es zudem Konkurrenzdruck unter Frauen:

"Wenn der Rapper Zeit mit mir verbringt, obwohl ihn so viele andere Frauen anhimmeln, muss ich was wert sein, muss ich besonders sein."

Erst durch Therapie habe sie verstanden, dass sie Bestätigung gesucht habe. Schlecht gingen die betreffenden Rapper aber nicht nur mit Frauen um: Produzenten oder Kameramännern, Kellnern, Türstehern oder Eventmanagern seien auch unter den Menschen, die Nika jetzt mit ihren Erfahrungen kontaktieren.

Nika tauchte auch in diversen Musikvideos von Rappern auf und tanzte leichtbekleidet. Außerdem betreibt sie einen Onlyfans-Account, auf dem sie sich nackt zeigt. Ob sie damit nicht das sexistische System bedienen würde, wird Nika schließlich gefragt. "Ich bin nicht das Problem, die Männer sind es, die das falsch interpretieren. Ich habe als Erotikmodel den gleichen Respekt verdient wie eine Richterin", gibt sie schließlich zu verstehen.

(cfl)

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