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Fler

Will eine Zeile auf seinem Album "Atlantis" ändern: Der Rapper Fler. Zuvor war sie von vielen schwarzen Rappern als rassistisch kritisiert worden. Bild: Fler / Katja Kuhl

"Kein Platz für Rassismus": Fler ändert Song auf neuem Album

Der Berliner Rapper Fler kündigt an, eine Strophe auf seinem am Freitag erschienenen Album "Atlantis" nochmal neu aufzunehmen. Vorausgegangen waren Vorwürfe von verschiedenen Seiten, eine Zeile auf dem Song "Mood" sei rassistisch.

Konkret geht es um den Diss, den Fler an einen ehemaligen Weggefährten richtete: "Im Apple Store warst du ein Slave (englisch ausgesprochen, Anm. d. Autors), bei mir dann Django Unchained", rappte Fler über Jalil, der schwarz ist und früher bei Flers Label "Maskulin" unter Vertrag stand.

Sowohl der so Angesprochene selbst als auch viele andere schwarze Rapper aus Deutschland kritisierten diese Zeile scharf. Ihr Standpunkt: Aufgrund des geschichtlichen Hintergrunds, dass Schwarze von Weißen versklavt wurden, sei die Zeile mindestens unangebracht. Einige bezeichneten sie auch als rassistisch.

"Rassismus hat keinen Platz"

Fler hatte die Vorwürfe in einem Interview mit "TV Strassensound" sowie auf Social Media zurückgewiesen und dabei unter anderem erklärt, er würde auch viele andere Rapper als "Sklave" bezeichnen, zum Beispiel Bushido.

Nun schreibt der Berliner aber auf Instagram: "Die Wortwahl bei dem Diss gegen Jalil war unangebracht und nicht feinfühlig." Das Wort Sklave habe im Zusammenhang mit Schwarzen einen bösen Beigeschmack. Deswegen habe er beschlossen, die zweite Strophe von "Mood" neu zu schreiben.

"Es gibt 1000 andere Angriffsflächen bei Jalil, die ich sportlich als Rapper angreifen kann. Rassismus hat auf 'Atlantis' keinen Platz!"

Xavier Naidoo reagierte anders auf Rassismus-Vorwurf

Auch der Sänger Xavier Naidoo sah sich kürzlich mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Er zeigte sich allerdings weit weniger einsichtig als der Rapper. Nach einem Video, das im Netz aufgetaucht war und in dem Naidoo gegen geflüchtete Menschen hetzt, wies dieser die Rassismus-Vorwürfe zwar zurück, bekräftigte seine Aussagen jedoch.

In dem Video singt unter anderem: "Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden." An anderer Stelle wird er noch deutlicher und spricht davon, dass "fast jeden Tag ein Mord geschieht, bei dem der Gast dem Gastgeber ein Leben stiehlt". Naidoo gibt damit dieselbe rechte Verschwörungstheorie wieder, die der Attentäter von Hanau verbreitet hat: "Angenommen pro Tag im Schnitt ist ein Deutscher getötet worden von einem Ausländer (...)".

Der Fernsehsender RTL reagierte auf das Video sowie die weiteren Ausführungen Naidoos und warf den Sänger aus der Jury von "Deutschland sucht den Superstar". Viele ehemalige Weggefährten und Fans haben sich mittlerweile von ihm distanziert.

(om)

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