Jens "Knossi" Knossalla zählt zu den erfolgreichsten Netz-Stars überhaupt.
Jens "Knossi" Knossalla zählt zu den erfolgreichsten Netz-Stars überhaupt.
Bild: imago images/Future Image
Interview

Twitch-Star Knossi über eigene TV-Show: "Für mich ist das mein größter Lebenstraum gewesen, mit Stefan Raab arbeiten zu dürfen"

20.09.2021, 16:48

Jens "Knossi" Knossalla zählt zu den erfolgreichsten Streamern Deutschlands. Allein auf Twitch folgen ihm rund 1,8 Millionen Menschen. Gerade erst veranstaltete er dort zusammen mit Sido das Angelcamp, ein Event, das der 35-Jährige für 72 Stunden live auf seinem Kanal streamte. Nun ist er zudem für die Goldene Henne nominiert. Abseits seines erfolgreichen Online-Geschäfts hat er sich auch im TV ein Standbein aufgebaut. Auf RTL moderierte er zuletzt seine eigene Late-Night-Show "Täglich frisch geröstet".

Im Interview mit watson spricht Knossi über die Anfänge seiner Karriere, die Zusammenarbeit mit seinem Idol Stefan Raab und erklärt, warum für ihn nach wie vor das Streaming-Portal Twitch an erster Stelle steht.

watson: Beim Angelcamp 2 waren zahlreiche prominente Gäste wie Vanessa Mai, Mario Barth oder Kool Savas dabei. Wie war es diesmal für dich?

Knossi: Es ist ein Traum, solche prominenten Menschen kennenzulernen. Das weiß ich zu schätzen. Es ist für mich nicht selbstverständlich, ein Wochenende mit Vanessa Mai, Kool Savas oder Sido zu verbringen. Wann hat man auch mal eine Nacht mit Mario Barth? Den als Gast dabei gehabt zu haben, war super. Ich mag das, neue Leute zu treffen und freue mich, dass sie in echt noch authentischer sind, als ich es mir vorgestellt habe. Diese riesigen Fische zu fangen, war auch einfach krass. Wir waren in einem anderen Land mit neuen Gegebenheiten und hatten mit dem Hausboot neue Schlafmöglichkeiten – es war ein anderes Level für mich. Nach so aufregenden Tagen fällt man leicht in ein Loch, weil alle Freunde des Camps nach Hause fahren.

Vergangenes Jahr fand zum ersten Mal das Angelcamp statt. Ihr hattet einen großen Erfolg damit. Es schauten über 300.000 Leute zu. Was hat sich für dich jetzt verändert?

Man kann generell kein Camp mit dem anderen vergleichen. Es ist immer ein laufender Prozess. Für mich ist jedes Camp auf seine Weise etwas Besonderes. Ich fand, dass das Angelcamp 1 und das Angelcamp 2 so weit voneinander entfernt sind, weil wir an den Interaktionsmöglichkeiten immer wieder arbeiten und versuchen, dass der Zuschauer happy ist und es noch geiler findet.

Wie siehst du denn die Zukunft des Angelcamps für nächstes Jahr?

Pläne für das nächste Jahr habe ich noch nicht. Wir werden natürlich wieder versuchen, innovative Wege zu gehen. Im Prinzip sind wir vier Freunde, die das austragen, auch, wenn Paul und ich natürlich die Initiatoren sind, diejenigen, die es zu dem gemacht haben, was es ist. Wir werden uns wieder zusammensetzen und unsere Leidenschaft in das ganze Projekt packen.

"Ich weiß nicht, was ich mir da eingebrockt habe, aber ich freue mich darauf, so eine Lebenserfahrung zu sammeln."

Warum habt ihr euch dieses Jahr dazu entschieden, das Angelcamp nicht mehr aus Deutschland, sondern aus Tschechien zu streamen?

Wir haben viele Locations angeschaut. Durch unsere Angellehrerin Claudia Darga und durch ihren Lebensgefährten hatten wir die Möglichkeit, dort riesige Welse zu fangen. Jakub Vagner hat einen eigenen See in Tschechien. Als Claudia meinte, sie hätte da eine Idee, war ich natürlich Feuer und Flamme.

Weil ihr dort mehr Möglichkeiten hattet?

Der See mit den Inseln, wo die Bühne aufgebaut wurde, war einfach krass. Das war die beste Entscheidung, dieses Gebiet anzufahren. Da bin ich Claudia und ihrem Lebensgefährten Jakub dankbar. Ich werde auch mit ihm und mit Sascha Hellinger nächstes Jahr in den Amazonas reisen. Wir werden zehn Tage dort leben und auf dem Boden schlafen. Ich weiß nicht, was ich mir da eingebrockt habe, aber ich freue mich darauf, so eine Lebenserfahrung zu sammeln. Es ist toll, dass wir Jakub und Claudia dabei hatten und wir uns mit diesem See anfreunden konnten.

Apropos Standort. Vergangenes Jahr gab es in Bezug auf das Angelcamp Aufregung rund um Peta. Kritisiert wurde der Vorgang von Catch and Release, also des Fangens und wieder Freilassens der Tiere.

Das als Grundsatz zu nehmen, dass wir abgehauen sind, ist kompletter Quatsch. Wir haben uns an alle Regeln und Gesetze gehalten, an die man sich nur halten kann. Mehr kann man nicht machen. Und wer mich kennt, wer uns alle kennt, weiß, dass wir riesigen Respekt vor dem Tier haben. Das Tier stand bei uns immer an allererster Stelle. Das steht außer Frage. Genauso klar ist, dass wir Tierquälerei nicht nachgehen. Das ist so, seit ich ein kleiner Junge bin. Ich lebe mit Pferden, wir haben so viele Tiere zu Hause.

"Das ist das, womit wir uns am meisten identifizieren können."

Sido sprach davon, dass er künftig womöglich kein fester Bestandteil mehr des Angelcamps sein möchte, weil der Chat teilweise schlechte Stimmung verbreitet habe. Viele Fans sind nun in Sorge, dass man ihn nicht mehr in gewohnter Rolle zu sehen bekommt. Ist er nächstes Jahr wieder mit dabei?

Das ist immer ein laufender Prozess. Die Camp-Bande wird immer die Camp-Bande sein. An allererster Stelle steht bei uns immer die Freundschaft. Wir sind keine zusammengewürfelte Gruppe, die versucht, irgendwelche Shows auf Krampf zu machen. Wir machen das aus Leidenschaft – Paul genauso wie ich. Das ist ganz klar. Wir werden die Sachen immer so planen, dass es für alle angenehm ist, dass der Zuschauer Spaß daran hat. Ich kann Paul da auch voll und ganz verstehen. Für den einen ist es leichter, wenn 100.000 Leute was in den Chat schreiben und der andere denkt sich, wir machen da so einen riesigen Aufwand und das wird nicht gesehen. Wir wünschen uns einfach, dass die Leute das schätzen.

Es ist nicht leicht, alle Zuschauer gleichermaßen zufrieden zu stellen.

Bei den Camps steht es nie im Vordergrund, Geld damit zu verdienen. Wir haben Werbepartner, die das Ganze mit unserer Hilfe überhaupt in so einer Größenordnung auf einer Plattform wie Twitch auf die Beine stellen können. Gott sei Dank gibt es diese Plattform, die das zulässt. Twitch ist wie RTL in den Kinderschuhen. Du musst keinen Chef anhauen und sagen, dass du das produzieren möchtest, sondern kannst dich kreativ ausleben. Deswegen lieben wir diese Plattform. Das ist das, womit wir uns am meisten identifizieren können. Was wir uns wünschen, ist einfach, dass die Zuschauer das zu schätzen wissen, wenn solche Projekte auf die Beine gestellt werden, und Entscheidungen im Camp verstehen. Das tun zum Glück 99 Prozent der Leute.

Was ist dir besonders wichtig dabei?

Wir wollen einfach eine gute Stimmung. Paul und ich machen das nicht, weil wir das brauchen. Ich könnte auch einfach bei mir im Dachgeschoss sitzen und meine Streams abspielen. Darauf habe ich aber keine Lust. Ich bin ein Typ, der Momente schaffen will. Ich weiß, dass im Leben nur eins zählt: Wenn ich am Ende auf dem Sterbebett liege, ist es scheißegal, was ich an Geld gemacht habe, es geht einfach nur um die Momente, Abenteuer, Erfahrungen, Nervenkitzel, den man gehabt hat. Das wollen wir mit den Camps schaffen. Ich möchte, dass sich der Zuschauer so fühlt, als ob er mit uns am Lagerfeuer sitzt. Der Zuschauer soll der fünfte Mann im Camp sein. Das ist für Paul nicht anders.

"Das sind alles Leute, die dazu beitragen, dass wir 13 Millionen Liveaufrufe haben."

Dennoch kannst du Sidos Enttäuschung nachvollziehen.

Ich kann Paul verstehen. Das ist immer ein schmaler Grat. Paul und ich wollen dem Zuschauer so viel Interaktion wie möglich geben. Die Gefahr dabei besteht darin, dass der Zuschauer mit der Macht extrem spielt. Damit müssen wir klarkommen. Es sind unsere Entscheidungen und wir feilen daran weiter. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Camps nie so sein werden, dass man am Ende sagt: Wir haben jetzt ein fertiges Produkt. Das soll so auch nicht sein. Das Leben dreht sich. Vielleicht findet das Angelcamp nächstes Jahr ganz anders statt und hat mit dem Angelcamp 1 gar nichts mehr zu tun. Es ist eine Entwicklung. Wir wollen einfach weiterhin mit viel Freude dabei sein. Es ist völlig egal, ob der eine vor oder hinter der Kamera, im Wasser, an Land oder auf dem Boot ist und dabei die Angel in der Hand hat.

Du zählst zu den erfolgreichsten Streamern Deutschlands. Allein auf Twitch hast du rund 1,8 Millionen Follower.

Man muss natürlich sagen, dass das Camp dabei eine große Rolle spielt. Da bin ich auch jedem dankbar. Das ist ein komplettes Gemeinschaftsprodukt. Damit meine ich nicht nur Paul und mich, sondern jeden Gast, der kommt. Das sind alles Leute, die dazu beitragen, dass wir 13 Millionen Liveaufrufe haben. Letztendlich soll es die Zuschauer und die Stimme in mir froh machen, die mir seit meinem 13. Lebensjahr immer sagt: Dir macht das Spaß, Leute zu unterhalten, mach weiter.

Wie hoch ist der Druck, immer wieder etwas Neues für die Community zu entwickeln?

Ich mache mir viele Gedanken, habe mir aber abgewöhnt, mich unter Druck zu setzen. Ich streame und frage meine Community, was sie toll findet. Wir diskutieren zwei, drei Stunden darüber. Das ist das größte Hilfsmittel, was ich habe. Noch näher kann man am Zuschauer kaum sein, wenn man direkt mit ihm kommunizieren kann. Das nimmt mir den Druck. Wenn ich jetzt denke, ich muss auf Teufel komm raus irgendetwas machen, wäre das der falsche Weg.

"Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe das Glück, dass ich das Neid-Gen nicht habe."

Welchen Weg hast du für dich gefunden?

Ich möchte Innovationen schaffen und Sachen, die noch nie dagewesen sind. Ich versuche aber, mir da keinen Druck zu machen, sondern ich lasse das einfach auf mich zukommen. In meinem Leben war es immer so, dass sich eine Tür geöffnet hat. Da kommt wieder jemand in dein Leben und es geht weiter. Ich bin ein Mensch, der viel unterwegs ist, der mit vielen Leuten spricht. Morgen habe ich schon wieder andere Dinge im Kopf als ich es jetzt habe.

Du arbeitest in einem hartumkämpften Markt. Wie gehst du mit Neid im Business um?

Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe das Glück, dass ich das Neid-Gen nicht habe. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich früher schon als Kommentator mit sehr reichen jungen Leuten, die jünger waren als ich, unterwegs war. Ich habe mich nie blenden lassen. Ich lebe heute noch mit meiner Familie oben im Dachgeschoss, ich habe immer noch den 43-Zoll-Fernseher von 2010. Ich habe mir ein Firmenauto geleast, das mein Jugendtraum war, aber es ist nie so, dass ich das Gefühl habe, ich bin etwas Besseres. Ich frage mich manchmal, wie das Gefühl bei anderen aufsteigt.

Woran meinst du, könnte das liegen?

Vielleicht vermittelten ihnen andere das Gefühl, jemand Besseres zu sein. Meine Freunde wie Sido sind nicht so. Wir leben in einfachen Verhältnissen. Bei Twitch ist innerhalb der Community ein ganz anderer Zusammenhalt. Trymacs, ein riesengroßer Streamer, fragt, ob er zum Angelcamp kommen darf. Ja, natürlich! Genauso gerne würde ich zu seinen Events kommen. Wir haben das nicht, dass da eine Gage verlangt wird. Das interessiert einfach bei uns kein Schwein. Wir halten zusammen und es gibt keinen Konkurrenzkampf. Ich hatte noch nie das Gefühl, dass zwischen uns gewettert wird. Wenn das so wäre, würde ich mich distanzieren. Ich gönne den Erfolg jedem und ich glaube, die Leute gönnen es mir dann auch.

"Da wird keiner auf der Straße zu dir kommen und sagen, auf dich haben wir gewartet."

Du hast im klassischen TV deine Erfahrungen gesammelt und auch den Grundstein deiner Karriere dort gelegt.

Ich wollte von Anfang an unbedingt in die Medien. Ich habe das Unterhaltungs-Gen und war immer einer, der gerne vor der Schulklasse gestanden hat, um Witze einzufangen. Ich habe das schon immer geliebt. Deswegen hat es mich da immer hingezogen. Damals hatte ich gar nicht die Möglichkeit, im Internet stattzufinden. Es gab Youtube, aber damit habe ich mich nicht beschäftigt, weil es noch nicht so geboomt hat. Das war einfach ein Portal, auf dem man sich Katzenvideos angeschaut hat. Deswegen bin ich zu sämtlichen Castings gelaufen. Was willst du denn anderes machen? Da wird keiner auf der Straße zu dir kommen und sagen, auf dich haben wir gewartet. Ich habe dann selbst meine Netzwerke aufgebaut.

Und das letztlich auch mit großem Erfolg.

Ich habe alles aufgesaugt und mit jedem versucht, intensive Gespräche zu führen, egal, wer das war. Ich bin damals heimlich ins leere "Stern TV"-Studio rein und habe mich da einfach auf den Stuhl gesetzt. Zu dieser Zeit hat das noch Günther Jauch moderiert. Meine Mutter musste mit mir, als ich 14 Jahre alt war, mit dem Wohnwagen zu Final-Shows von "Big Brother" fahren, weil ich das gerne erleben wollte. Meine Ferien habe ich dafür genutzt, um nach München oder Köln zu fahren. Dort habe ich bei Constantin Entertainment oder Filmpool vor der Tür gestanden und habe gefragt, ob ich mal vorsprechen darf.

Wie bewertest du die Entwicklung vom Fernsehen im Gegensatz zu Streaming-Portalen wie Twitch?

Natürlich war Fernsehen immer sehr präsent bei mir, weil es auch nichts anderes gab. Aber wie schwer ist es heutzutage, als kreativer Mensch eine Fernsehshow zu bekommen? Ich habe das bekommen, und da muss man auch ganz ehrlich sein, weil ich auf Twitch erfolgreich bin mit dem, was ich tue. Ich werde immer dankbar dafür sein. Mein Traum ist es, eine Symbiose aus beidem zu schaffen. Und wer weiß, was in 20 Jahren ist. Vielleicht gibt es dann einen Twitch-Fernseher und eine andere Form der Unterhaltung. Keiner weiß, wohin es sich entwickelt. Aber eins ist klar, die Entwicklung in der Medienindustrie läuft gerade. Ich glaube, dass Unterhaltung jetzt neue Wege findet und Twitch in den nächsten Jahren einen ganz großen Faktor dabei spielen wird. Ich möchte gerne dabei sein.

"Für mich ist die RTL-Show nicht nur die Erfüllung eines Lebenstraums gewesen, sondern man wächst mit jeder Aufgabe, die man machen darf."

Im Fernsehen konnten dich die Zuschauer zuletzt in dem Format "Täglich frisch geröstet" bei RTL sehen. Late-Night-Shows sind ein hartes Geschäft.

Man muss das aus einer anderen Sicht betrachten. Für mich ist das mein größter Lebenstraum gewesen, mit Stefan Raab arbeiten zu dürfen. Ich weiß nicht, wie viele Leute das in ihrem Leben haben. Ich bin wirklich einer gewesen, der "TV Total" so geliebt hat. Ich bin dahingefahren und saß als 16-Jähriger im Publikum, um zu sehen, wie Stefan das macht. Ich fand das so toll. Für mich ist die RTL-Show nicht nur die Erfüllung eines Lebenstraums gewesen, sondern man wächst mit jeder Aufgabe, die man machen darf.

Eine eigene Sendung moderieren zu dürfen, ist eine große Aufgabe.

Ich hatte vor jeder Sendung eine extreme Vorfreude, habe jede Folge von Anfang bis zum Ende genossen. Ich bin morgens aufgestanden und mit so einer Freude hingefahren. Man muss sich vorstellen, dass ich etwas machen durfte, bei dem ich einfach im Büro mit Stefan und mit einem tollen Team zusammensaß und wir den ganzen Tag nur gelacht haben. Dann kommen noch tolle Gäste dazu. Es war ein absoluter Traumjob für mich und hat mich auch charakterlich weiter geprägt. Das war wieder eine weitere Aufgabe in meinem Leben, die ich nicht missen will und die mich zu dem gemacht hat, der ich jetzt bin. Das ist unfassbar und das kann mir keiner nehmen.

Du durftest mit deinem Idol Stefan Raab eng zusammenarbeiten. Kommt es zu einer weiteren Zusammenarbeit oder war das eine einmalige Erfahrung?

Was Projekte betrifft, egal ob TV oder etwas anderes: Ich bin immer für Dinge zu haben, die ich selbst einfach toll finde, feiere, die mir etwas geben und bei denen ich auch einen Mehrwert für meine Fans sehe. Ich muss wissen, dass die Zuschauer mich auch sehen wollen. Es gibt immer was, was mich reizen würde. Ich bin natürlich gerne für innovative und interaktive Formate zu haben.

"Ich stehe komplett in Stefans Schuld und er kann jederzeit von mir haben, was er will."

Welchen Tipp bzw. welchen Ratschlag hat Stefan Raab dir mit auf den Weg gegeben?

Ich kann an der Stelle nur sagen: Ich habe von Stefan Raab wirklich sehr viel gelernt und ich bin dankbar, dass er mir diese Zeit geschenkt hat. Ich stehe komplett in Stefans Schuld und er kann jederzeit von mir haben, was er will.

Du hast jetzt auch mit Joko und Klaas für ProSieben gedreht.

Joko und Klaas sind zum Beispiel zwei, die Formate haben, bei denen man sagt: Ich muss in keins zwingend gehen, ich mache aber die Shows, weil ich Lust darauf habe. Das sind Jungs, mit denen ich mich gut verstehe. Da bin ich mit Paul am Start. Ich weiß noch gar nicht genau, was unsere Aufgabe ist. Ich weiß nur, wir treten gegen die an, haben Bock und werden Spaß haben. Da sind wir natürlich dabei.

Du bist jetzt für die Goldene Henne in der Kategorie "Online Stars" nominiert. Was bedeutet dir das?

Ich habe heute schon von der Preisverleihung geträumt. Erstmal muss ich an der Stelle sagen, dass ich häufig das Problem habe, zu erklären, was ich eigentlich beruflich mache. Ich war auf einem Geburtstag und da war eine ältere Frau, die das wissen wollte. Ich hatte keine Ahnung, wie ich meinen Beruf beschreiben soll.

"Ich weiß gar nicht, für wie viele Highlights ich eigentlich dankbar sein kann, aber das ist wieder so ein ganz großer Moment in meinem Leben."

Wie aufgeregt bist du nun, als Netz-Star einen Preis zu gewinnen?

Das ist für mich der ultimative Ritterschlag, da nominiert zu sein. Ich weiß zum einen gar nicht, wer über solche Nominierungen entscheidet, ich denke, es ist irgendeine Fachjury. Wenn du auf einem Zettel stehst von einem der letzten Publikums- und Medienpreise, die es überhaupt gibt, dann ist das einfach unglaublich. Stefan Raab hat sowas bekommen, Joko Winterscheidt, Helene Fischer. Ich weiß gar nicht, für wie viele Highlights ich eigentlich dankbar sein kann, aber das ist wieder so ein ganz großer Moment in meinem Leben.

Und vielleicht gehst du auch mit dem Preis nach Hause.

Ich mache mir Sorgen darüber, was ich dann auf der Bühne erzähle. Jetzt mal ganz ehrlich, ich finde, es gibt zwei Sachen, die bei solchen Preisverleihungen unangenehm sind: Wenn einer hochgeht und einen Zettel hat, weil er damit gerechnet hat, dass er diesen Preis kriegt oder hochzugehen und zu sagen, oh, damit habe ich aber gar nicht gerechnet. Ich sage einfach vielen lieben Dank. Vielleicht heule ich. Wenn ich den Preis wirklich bekomme, habe ich keine Ahnung, was passiert. Ich weiß nur eins, ich habe ein krasses Outfit, einen Gala-Anzug. Ich bin ehrlich, Thomas Gottschalk aus den 80ern ist ein Dreck dagegen. Für die Preisverleihung habe ich auch noch einen besonderen Wunsch gehabt.

Und der wäre?

Mein erster Zuschauer bei Twitch kommt aus Leipzig und ich habe Kai Pflaume angebettelt, dass er mit seiner Frau in die Halle kommen darf. Das bedeutet mir echt viel, weil das mein erster Twitch-Zuschauer ist und die erste Award-Verleihung, bei der ich nominiert bin. Wer weiß, wann sowas wiederkommt. 500 Menschen sind für die Veranstaltung wieder zugelassen und er wird jetzt einer von ihnen sein. Es war mir sehr wichtig, dass so jemand als Stellvertreter der Community kommt.

"Mir würde das echt viel bedeuten."

Neben dir sind in der Kategorie "Online Stars" auch Sophia Thiel, Mai Thi Nguyen-Kim, Gil Grobe und Jenny Böhme nominiert.

Ich muss dazu sagen, dass ich gar nicht so viele von denen kannte. Das liegt daran, dass ich generell nie so viel nach rechts und links schaue und gar nicht die Zeit aufbringen kann, mir alles anzuschauen. Das sind auch Bereiche wie Fitness, in denen ich nie unterwegs war. Insgesamt sind das aber alles großartige Menschen. Als ich gesehen habe, wer nominiert ist, habe ich mir Sachen von den Mädels und Jungs angeschaut. Für jeden wäre es ein verdienter Preis. Mir würde das echt viel bedeuten. Das wissen meine Leute und ich weiß, der Zuschauer entscheidet das.

Für was möchtest du deine Reichweite besonders nutzen?

In erster Linie natürlich für tolle Unterhaltung, um Leute aus ihrem Alltag rauszubringen. Ich freue mich besonders über Nachrichten, in denen Fans mir mitteilen, dass ich ihnen mit meinem Content über Monate hinweg eine Stütze war. Du machst sowas aus Leidenschaft und merkst, dass Leute sich freuen. Das gibt mir einfach so viel.

Du meinst dabei besonders die Wertschätzung für deine Arbeit?

Ja, genau. Das größte Feedback hatte ich erst gestern wieder. Jemand sagte, dass er drei Monate lang alles von mir durchgesuchtet hat. Dadurch ist er langsam über seinen Liebeskummer hinweggekommen. Er meinte, du hast mir so geholfen, als du über deine Trennung im letzten Jahr gesprochen hast. Die schauen sich die Videos an und gucken, wie ich damit umgegangen bin. Die Leute sind wirklich hautnah an mir dran. Ich gebe sehr viel preis und lasse die Menschen in mein Leben. Wenn das ihnen hilft, dann habe ich alles richtig gemacht.

"Diese Aufnahmen müssen aber festgehalten werden, um das später meinem Kind zu zeigen, damit es sieht, was Papa damals gemacht hat."

Welche Pläne hast du noch für die Zukunft, was soll noch kommen?

Die Pläne für die Reise in den Amazonas sind beim Angelcamp spontan entstanden. So läuft das bei mir. Nach dem Angelcamp haben Jakub und ich noch eine halbe Stunde gesprochen, bevor wir abgereist sind. Das ist jetzt wirklich alles noch in den Kinderschuhen. Wir wissen, dass wir Ende Februar, Anfang März zehn Tage dort unterwegs sind und kein Netz haben werden, sondern nur ein Satellitentelefon für Notfälle. Jakub, der die Natur so liebt, ist es ganz wichtig, dass niemand weiß, wo genau wir sind, damit diese Orte nicht in nächster Zeit vom Tourismus überlagert werden. Da leben Urvölker, die kaum auf unsere Zivilisation getroffen sind.

Das wird für dich somit eine einzigartige Erfahrung werden.

Das sind Orte auf dieser Welt, die wirklich wenige bisher in ihrem Leben gesehen haben. Das wissen wir auch zu schätzen und deswegen werden wir uns komplett an die Vorgaben halten. Wir werden einen Kameramann mitnehmen. Es steht noch in den Sternen, ob wir daraus beispielsweise eine siebenteilige Serie machen. Diese Aufnahmen müssen aber festgehalten werden, um das später meinem Kind zu zeigen, damit es sieht, was Papa damals gemacht hat. Wir wissen auch, dass die Leute scharf darauf sind und wir wollen natürlich die Zuschauer daran teilhaben lassen. Das wird jetzt eins der Projekte sein, auf die wir unseren Fokus legen

Deine Community auf Twitch kriegt somit auch wieder etwas Neues zu sehen.

Eins ist ganz klar, Twitch wird für mich immer das Nummer-eins-Portal sein, wo ich Sachen übertrage. Meine Zuschauer, meine Freunde und ich können uns dort komplett kreativ ausleben. Hier fühle ich mich so frei wie nirgendwo sonst. Es gibt niemanden, der uns vorschreibt, was wir dort machen sollen. Ich schätze sehr, dass es so etwas gibt und bin unheimlich dankbar dafür. Jeder kann das Handy in die Hand nehmen und sofort starten. Die Interaktionsmöglichkeiten, wie viel ein Zuschauer mitbestimmen kann, gibt es nirgendwo anders. Das wird weiterhin meine Liebe und meine Leidenschaft sein.

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