Giovanni Zarrella startet jetzt mit seiner eigenen Musikshow im ZDF.
Giovanni Zarrella startet jetzt mit seiner eigenen Musikshow im ZDF.
Bild: ZDF und Tobias Schult
Interview

Eigene Show im ZDF: Giovanni Zarrella über Erfolge und Niederlagen – "Es geht nicht immer nur nach oben"

10.09.2021, 14:4010.09.2021, 18:16

Giovanni Zarrella ist am Samstagabend erstmals mit seiner eigenen Musikshow im ZDF zu sehen. Dies ist Giovannis erste eigene Primetime-Sendung bei den Öffentlich-Rechtlichen. Der Sänger wird ab diesem Jahr die ZDF-Unterhaltung auf dem begehrten Sendeplatz verstärken. Als Gastgeber und Entertainer begrüßt er in der dreistündigen Auftaktshow Stars wie Pietro Lombardi, Andrea Berg, Kerstin Ott, Sasha oder Nino de Angelo.

Im Interview mit watson spricht Giovanni über seine neue Aufgabe, sagt, ob sich Fans auch über einen Auftritt von Helene Fischer freuen können und offenbart, warum es für ihn wichtig ist, zu zeigen, was für Phasen er in seinem Leben hatte, sich jedoch nach einem Tief wieder zurückgekämpft hat.

watson: Am 11. September läuft erstmals die "Giovanni Zarrella Show". Geht für dich damit ein Traum in Erfüllung?

Giovanni Zarrella: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich habe immer davon geträumt, so eine Show zu machen. Das kann man sich gar nicht ausmalen, dass so was überhaupt passieren kann. Aber es ist auf jeden Fall ein Traum für einen Künstler all das, was er liebt, in eine Show zu packen: den Gesang, die Gastgeberqualitäten, Überraschungen, besondere Inszenierungen, Duette mit diversen Partnern. Es ist das Schönste, was ich sicherlich jemals auf der Bühne machen durfte.

Somit sehen dich die Zuschauer auch in einer neuen Rolle.

Das jetzt beim ZDF realisieren zu können, bei einem Sender, der so eine Strahlkraft hat, ist schon etwas Besonderes. Das ist ein legendärer Sendeplatz und das machen zu dürfen, gibt mir persönlich ein unglaubliches Gefühl von Demut, aber auch von großer Dankbarkeit. Ich freue mich da einfach drauf.

Wie unterscheidet sich deine Musikshow von anderen, was macht für dich die Show besonders?

Wir haben einfach zahlreiche Künstler in Deutschland, die man natürlich gerne sehen und die man auch gerne selbst in der Sendung haben möchte. Was uns unterscheiden wird, ist, dass wir eine sehr besondere Zusammensetzung haben, weil wir genreübergreifend sind.

"Man darf sich wirklich darauf freuen, die Künstler so zu sehen, wie man sie vielleicht bisher noch nie gesehen hat."

Und was ist noch anders?

Wir setzen unglaublich viel auf die Inszenierungen. Das heißt, wenn ein Künstler kommt, egal ob Andrea Berg, Roland Kaiser, Howard Carpendale, Helene Fischer oder Florian Silbereisen, dann sind sie in der Show und singen ihre großen Hits. Es gibt aber diverse Möglichkeiten, das zu präsentieren, in Szene zu setzen und eben auf die Bühne zu bringen. Das wollen wir sicherlich ganz, ganz besonders machen. Und ich hoffe, das wird uns auch gelingen.

Kannst du schon etwas zu der Inszenierung der Show verraten?

Es ist natürlich eine Überraschung, weil ich sonst schon zu viel vorwegnehmen würde. Man darf sich wirklich darauf freuen, die Künstler so zu sehen, wie man sie vielleicht bisher noch nie gesehen hat. Dazu zählt eben auch, sie in einem Look zu erleben, wie man es nicht erwarten würde. Oder Versionen von ihren Titeln zu hören, wie man sie bisher noch nie gehört hat. Wir wollen ganz viele kleine Geschichten aneinanderreihen und erzählen. Das ist wichtig.

Das ZDF sagt, dass du dich mit der dreistündigen Liveshow in die Riege der großen Showmaster im Deutschen Fernsehen einreihst. Gibt es für dich da ein großes Vorbild, an dem du dich orientierst?

Ich habe mir natürlich in den letzten Monaten und auch Jahren, seit es wieder mehr wurde bei mir mit der Musik, viele Moderatoren oder Entertainer angeschaut. Moderator sage ich nicht so gerne, denn ein Moderator ist wirklich nur der, der durch die Sendung führt. Ich sehe mich insgesamt schon mehr als Gastgeber und Entertainer, weil ich auch singe, Duette mitmache, Choreografien realisiere und auch in anderen Zusammenhängen stattfinden möchte. Daher habe ich mich mit ganz vielen Künstlern und eben Entertainern befasst. Wer mich wirklich nach wie vor total begeistert, ist Peter Alexander, weil er eben diese Eleganz, Charme und das Schicke vereinte, aber trotzdem mit einer Leichtigkeit durch die Shows führte.

"Einen Erfolgsdruck hatten mehr meine Eltern, als sie in den 1960er Jahren hier nach Deutschland kamen."

Fällt dir jemand heutzutage ein, der dich auch so begeistert?

Jemanden, den ich da sofort nennen würde, wäre Michael Bublé. Bei dem habe ich genau dasselbe Gefühl. Er bringt klassische Musik und Swing auf die Bühne, aber schafft es, dass es in das Jahr 2021 projiziert wird. Das muss mir auch gelingen. Ich möchte trotzdem elegant und samstagabendwürdig sein, aber eine Leichtigkeit ausstrahlen.

Spürst du einen gewissen Erfolgsdruck, weil es eine sehr große Aufgabe ist, die du übernimmst?

Einen Erfolgsdruck hatten mehr meine Eltern, als sie in den 1960er Jahren hier nach Deutschland kamen. Sie mussten was machen, sonst wäre es für sie wieder zurück nach Italien gegangen. Da waren die Aussichten einfach nicht groß. Das war wirklich viel mehr Erfolgsdruck als bei mir. Ich sehe es nicht als Druck. Ich persönlich finde, Druck ist ein Wort, welches man eher benutzt, wenn man etwas macht, wo man kein gutes Gefühl bei hat oder sich nicht sicher fühlt. Dann denkst du eher: Boah, da ist jetzt aber viel Druck gerade, denn die wissen ja eigentlich, dass ich das nicht kann.

Das ist bei dir aber nicht der Fall.

Ich weiß, was ich mache, ich weiß, wer ich bin und warum man mich geholt hat. Das deckt sich sehr mit dem, was ich auch von mir selbst erwarte. Deswegen empfinde ich eher eine große Freude. Ich habe aber schon eine Erwartung an mich, dass ich das erfülle, was man von mir möchte, was auch der Sender, die Produktionsfirma, letztendlich auch die Zuschauer von mir erwarten. Aber das wird toll, wir machen uns die drei Stunden schön.

"Ich kann definitiv sagen, dass Helene Fischer auf jeden Fall mal reinschauen wird."

Du hast gerade ein paar Gäste angesprochen, die es womöglich bei dir zu sehen gibt. Helene Fischer feiert jetzt ihr großes Comeback. Werden wir sie auch in deinen Shows sehen?

(lacht) Ich kann noch nicht verraten, ob sie am 11. September da sein wird, aber sie wird sicherlich in einer meiner Shows sein. Wir planen einen Marathon, auf eine lange Zeit, auf viele Jahre gemeinsam mit dem Sender und mit der Produktionsfirma hin. Ich kann definitiv sagen, dass Helene Fischer auf jeden Fall mal reinschauen wird. Ob es in der ersten Show sein wird, das darf ich noch nicht sagen.

Können sich eure Fans womöglich künftig auf ein Duett von dir und Helene Fischer freuen? Es heißt, die Zuschauer bekommen bisher unveröffentlichte Duette zu sehen.

Das ist natürlich auch geheim. Das wäre eine schöne und große Meldung. Für mich persönlich wäre es eine riesige Freude, mit Helene etwas zu singen. Ich habe auch auf meinen letzten beiden Alben zwei Titel von ihr auf Italienisch gesungen. Das ist einmal "Ich will immer wieder… dieses Fieber spür'n" und "Atemlos". Helene ist ein Traumgast für jede Show, da würde jeder jubelnd durch den Raum rennen, wenn sie kommt.

Du hast sehr viele Aufgaben. Wie bekommst du den Spagat zwischen deiner Rolle als Familienvater, deiner eigenen Musikkarriere und dem Moderationsbusiness hin?

Mir macht es Spaß, was ich mache und ich sehe nichts als Aufgabe. Ich liebe es, ein Papa für meine Kinder zu sein, ein Ehemann für meine Frau, ein Sohn meiner Eltern. Ich liebe es, für meine Geschwister da zu sein und als ein guter Bruder an ihrer Seite zu stehen. Dadurch mache ich alles gerne und dann ist es auch keine Belastung. Es ist auch überhaupt nicht so, dass ich sage, puh, das ist jetzt ganz schön viel. Ich habe einfach das Glück, dass ich wirklich das machen darf, was ich liebe und meinen Job nicht als solchen empfinde. Ich glaube, wenn man das tut, was man liebt, dann macht man es auch gut.

"Es geht meiner Meinung nach nur darum, wer wirklich gut zu welchem Format passt, wer es gut machen würde."

Immer wieder wird Kritik laut, dass zu wenig weibliche Moderatorinnen die großen abendfüllenden Shows moderieren. Was denkst du darüber, siehst du da mittlerweile einen Wandel?

Ich finde, beim ZDF wird es wirklich gut vorgelebt und schon toll gemacht. Carmen Nebel macht nach wie vor ihre Weihnachtsshows, genau wie Helene Fischer. Sabine Heinrich führt durch die Quizshow. Da bin ich eher in der Unterzahl. (lacht) Man darf bei so was nie unterscheiden zwischen Frau und Mann. Es geht meiner Meinung nach nur darum, wer wirklich gut zu welchem Format passt, wer es gut machen würde. Wenn man das so macht, dann bräuchte man auch keine Quote mehr, weil es sich immer irgendwo die Waage halten würde. Bei uns zu Hause unterscheiden wir auch nicht, wer welche Aufgaben macht, sondern wir machen das, was gemacht werden muss.

Also habt ihr keine Aufgabenverteilung.

Bei uns gibt es keine Aufgabenverteilung, bei uns wird das gemacht, was gerade für die Familie wichtig ist. Da ist es egal wer die Kinder zur Schule fährt, die Steuererklärung macht oder die Glühbirne wechselt.

Du hast derzeit große berufliche Erfolge zu feiern. Jana Ina schrieb auf Instagram über deine Karriere: "20 Jahre dafür gearbeitet. 20 Jahre darauf gewartet. Seit zwei Jahren in den Charts." Jetzt kommt deine eigene Primetime-Show. Wie wichtig ist es dir, dass deine Familie hinter dir steht, wie viel Kraft gibt das dir?

Diese Samstagabendshow ist das große Zwischenziel, weil ich nicht hoffe, dass es ein Endziel ist – wobei, wenn es 20 Jahre lang bleiben würde, dann darf es auch gerne ein Endziel sein (lacht). Das ist ein Erfolg der Familie. Ich hatte das Glück, in dieses Elternhaus geboren zu sein und die Werte der Familie, von meinen Eltern mitbekommen zu haben. Sie haben mir das gegeben, was sie für richtig und gut empfanden. Das wurde dann natürlich auch noch verfestigt von der Zeit mit meiner Frau, die natürlich später dazukam, aber die auch schon 16 Jahre in meinem Leben ist. Jeder, der meinen Weg gekreuzt hat, hat mir was mitgegeben. Vor allem aber meine Eltern und meine Frau, mit denen ich natürlich sehr viel zusammen bin.

"Das alles zusammen macht mich zu dem Mann, der ich heute bin."

Somit hat jeder einen Teil dazu beigetragen.

Es ist ein Erfolg der Familie. Hier in diesem Körper ist irgendwo immer ein großes Puzzleteil meiner Eltern, meiner Kinder, meiner Geschwister, meiner Frau. Das alles zusammen macht mich zu dem Mann, der ich heute bin. Deswegen wissen meine Eltern, meine Geschwister und meine Familie auch, was ich für Phasen ich in meinem Leben hatte. Es geht nicht immer nur nach oben.

Diese Erfahrung gehört natürlich auch dazu.

Daher glaube ich, freuen sich die Menschen für mich, weil sie wissen, dass ich nicht das Glück hatte, dass es nur rund lief. Sie sehen bei mir: Guck mal, er hat auch ein Tief gehabt, wo er nicht wusste, ob es weitergeht, aber er hat sich wieder zurückgekämpft. Das kann für jeden da draußen ein Signal sein in Form von: Bei mir ist auch was danebengegangen, aber ich werde nicht aufgeben. Es ist mir viel wichtiger, den Menschen so etwas zu geben als erfolgreiche Alben.

Gibt es noch Pläne, die du in Zukunft umsetzen möchtest?

Ich möchte natürlich, dass sich diese Show etabliert. Das ist mir unglaublich wichtig. Nicht, weil ich irgendwem irgendwas beweisen muss, sondern einfach nur, weil ich es gern mache. Ich möchte nächstes Jahr auf jeden Fall auf Tour gehen, da gibt es auch schon Gespräche und es sieht ganz gut aus. Ich habe zwei Alben gemacht, die wirklich nach all den Jahren fantastisch funktioniert haben. Nur ich durfte sie noch nicht so viel vor Menschen spielen. Das ist natürlich furchtbar. Die Musikbranche ist gerade noch gebeutelt. Deswegen hoffe ich natürlich, dass es nächstes Jahr klappt, aber es sieht sehr, sehr gut aus, dass ich 2022 auf Tour gehe. Darauf freue ich mich sehr.

"Schere im Kopf": Oliver Pocher sieht sich auf der Bühne eingeschränkt

Oliver Pocher ist immer wieder für kontroverse Ansagen zu haben. So nahm er jüngst bei Instagram zum Beispiel Cathy Hummels aufs Korn, als die wiederum verkündete, künftig genderneutrale Sprache anzuwenden. Im "Bild"-Talk "Viertel nach acht" ging es nun explizit auch um Political Correctness, wozu der Comedian deutliche Worte fand. Daneben wurde aber auch noch ein ganz anderes Thema angesprochen: Die Rente des 43-Jährigen.

"Was darf Comedy heutzutage eigentlich noch?", fragt sich Pocher in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel