Die Kostüme bei "The Masked Singer" werden immer skurriler. Diesmal unter anderem mit dabei: ein Seestern.
Die Kostüme bei "The Masked Singer" werden immer skurriler. Diesmal unter anderem mit dabei: ein Seestern.Bild: ProSieben/Julia Feldhagen
Meinung

"Masked Singer": Fan-Kritik wird immer lauter – Krise absehbar?

06.04.2022, 09:22

"The Masked Singer" hat sich zu einem echten Dauerbrenner entwickelt: Derzeit befindet sich die deutsche Ausgabe der Show in ihrer sechsten Staffel, ein Ende ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: Mit "The Masked Dancer" hat ProSieben dieses Jahr sogar einen Ableger an den Start gebracht. Dazu gibt es mit "Wer ist das Phantom?" ein weiteres Format, bei dem die Demaskierung eines Prominenten im Vordergrund steht.

Quotentechnisch hält sich "The Masked Singer" recht stabil, weist Konkurrenten wie "DSDS" locker in die Schranken – einzig gegen das Comeback von "Wetten, dass..?" hatte die Sendung nicht viel zu melden. Was jedoch auffällt: Die Quoten fallen von Staffel zu Staffel, wenn auch nur in kleinen Schritten. Dies sollte dem Sender durchaus Grund zur Sorge geben, denn es machen sich inhaltlich Abnutzungserscheinungen breit.

Die Kostüme

Dem Einfallsreichtum der Kostüm-Designer sind seit jeher keine Grenzen gesetzt, so abgefahren wie in dieser Staffel waren die Masken aber noch nie. Eine lebendige Discokugel, ein Seestern und ein Dornteufel – darauf muss man erst einmal kommen.

Ein ganz besonderes Highlight der sechsten Staffel sollte ein Kostüm sein, das von einem jungen Zuschauer entworfen wurde – das hatte es bis hierhin nicht gegeben. Damit frohlockte die Show schon in Staffel fünf, so viel versprachen sich die Verantwortlichen davon. Tatsächlich aber erwies sich die Umsetzung der eigentlich tollen Idee als maximaler Flop: Jeannine Michaelsen als Fantasie-Figur Brilli wurde bereits in der ersten Show rausgewählt. Ein deutlicheres Statement hätten die Zuschauer kaum setzen können.

Brilli floppte bei den "The Masked Singer"-Fans.
Brilli floppte bei den "The Masked Singer"-Fans.Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Bei Social Media erntete die Maske obendrein so einiges an Spott. Ein Fan kommentierte beispielsweise auf der offiziellen Facebook-Seite von "The Masked Singer":

"Zum Glück ist der raus, hässlichste Maske ever... zu bunt, zu viel, zu random. Nichts Halbes und nichts Ganzes! Schwer zu glauben, dass das die beste Einsendung gewesen sein soll."

Zwar konnte Michaelsen gesanglich kaum überzeugen, doch dies dürfte nicht der einzige Grund für Brillis vorzeitiges Ausscheiden gewesen sein. Besonders bitter ist das natürlich vor allem für Fan Emma, von der das Design stammt. Da hilft es auch nicht viel, wenn ProSieben bei Facebook beteuert: "Brilli muss uns leider schon verlassen. Aber so ein wunderbares Kostüm haben wir wirklich lange nicht mehr gesehen." Die Anrufer-Zahlen sprachen offensichtlich eine andere Sprache. Ob "The Masked Singer" das Experiment wiederholt? Fraglich!

Das Rateteam

Das angestammte Rateteam der Show, bestehend aus Ruth Moschner und Rea Garvey, wird immer mehr zum Streitpunkt. Speziell an Moschner haben die Fans seit Beginn einiges auszusetzen, ihre oft verrückten Theorien kommen nicht bei allen gut an – genau wie die Tatsache, dass sie bei jeder Staffel zuverlässig Helene Fischer unter einer Maske vermutet.

Die Besetzung von Ruth Moschner wird unter Fans kontrovers diskutiert.
Die Besetzung von Ruth Moschner wird unter Fans kontrovers diskutiert.bild: prosieben/julia feldhagen

Gerade im Zusammenspiel mit Rea Garvey, der eine gewisse Lässigkeit in die Sendung bringt, kann Moschner aber durchaus als Bereicherung angesehen werden. Insoweit überrascht es keineswegs, dass ProSieben an dem Duo festhält. Nur einmal wurden sie in der Show ersetzt: In Staffel drei durften Sonja Zietlow und Bülent Ceylan hinters Pult, die zuvor bereits als Kandidaten auf der Bühne gestanden und die Herzen erobert haben.

Damit wollte der Sender den Fans wohl besonders entgegenkommen. Leider erwies sich diese Konstellation auch nicht als optimal, die Rätsel-Skills von Sonja ließen doch sehr zu wünschen übrig. Was das Rateteam betrifft, befindet sich "The Masked Singer" damit in einem Dilemma: Die Kritik an Moschner/Garvey wird lauter, eine wirklich einleuchtende Alternative, die dauerhaft überzeugen kann, scheint hingegen nicht in Sicht. Dass sich das Problem einfach in Luft auflöst, ist wiederum sicherlich nicht zu erwarten.

Die Auswahl der Rateteam-Gäste gestaltet sich derweil durchwachsen. Erst am vergangenen Wochenende feierte Giovanni Zarrella seine "The Masked Singer"-Premiere und musste so einiges an Kritik über sich ergehen lassen: "Jury aus der Hölle", wütete ein Twitter-User. Andere Promis wie Carolin Kebekus haben sich an dieser Stelle bewährt und sorgen für frischen Wind... aber reicht das?

Der Moderator

Moderator Matthias Opdenhövel dürfte das "Masked Singer"-Urgestein sein, das vom Publikum am seltensten infrage gestellt wird. Seine vereinzelten "Flirts" mit den Masken sind befremdlich und mittlerweile auch etwas vorhersehbar, doch als Gesamtpaket ist der sympathische 51-Jährige einfach eine sichere Nummer. Spätestens als Thore Schölermann ihn in dieser Staffel vertreten musste, wurde klar: An "Opdi" führt kein Weg vorbei, gleichwohl er nicht die Sorte von Moderator ist, die für große Überraschungen sorgt.

Matthias Opdenhövel ist aus "The Masked Singer" nicht wegzudenken.
Matthias Opdenhövel ist aus "The Masked Singer" nicht wegzudenken.Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Das Studio-Publikum

Es sollte ein großer Moment werden: Die Rückkehr des Studio-Publikums bei "The Masked Singer", nachdem die Show im Zuge der Corona-Pandemie teils vor leeren Rängen stattfinden musste. Mittlerweile allerdings kommen viele Fans zu dem Ergebnis: Ohne Live-Zuschauer ist die Sendung im Grunde viel besser.

Bei Social Media monieren zahlreiche Nutzer das permanente rhythmische Klatschen, das sich mitunter sogar durch die Einspieler zieht und den TV-Genuss nicht unmaßgeblich mindert.

Zugegeben: Das Live-Publikum wieder abzuschaffen, diesmal ohne "Corona-Druck", wäre einerseits eine ziemlich skurrile Entscheidung, die aber durchaus breite Zustimmung finden könnte.

Immerhin bewies ProSieben schon mehrfach seine Bereitschaft, den Wünschen der Fans entgegenzukommen: So wurde das Format arbeitnehmerfreundlich von Dienstag auf Samstag gelegt und zudem zeitlich ein wenig gestrafft. Wie "quotenmeter" berichtet, legte die Show diesen Monat den zweitschwächsten Staffelstart nach der allerersten Staffel hin. Vielleicht sind also weitere Änderungen langsam angebracht...

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