Kitty Kat ist seit 2006 Teil der deutschen Hip-Hop-Szene. Letztes Jahr landete sie ihren ersten Nummer-Eins-Hit.
Kitty Kat ist seit 2006 Teil der deutschen Hip-Hop-Szene. Letztes Jahr landete sie ihren ersten Nummer-Eins-Hit. bild: instagram/kittykat

"Aggro Berlin hat mich drei Jahre versteckt gehalten": Rapperin Kitty Kat packt über Label-Vergangenheit aus

09.05.2022, 15:25

Triggerwarnung: Im folgenden Text werden suizidale Gedanken geteilt, die belastend und retraumatisierend sein können.

Als erste rappende Frau von Aggro Berlin machte sich Kitty Kat schnell einen Namen in der deutschen Hip-Hop-Szene. Ihr Gesicht kannte jedoch lange Zeit niemand: Die 40-Jährige wurde von ihrem Label nämlich lange Zeit vor der Öffentlichkeit versteckt gehalten.

Im Interview mit dem Musikmagazin "hiphop.de" sprach Kitty Kat über den schweren Anfang ihrer Karriere, der mit einer enormen psychischen Belastung verbunden war.

Kitty Kat spricht über holprigen Karriere-Start

Vergangenes Jahr landete Kitty Kat gemeinsam mit Shirin David und ihrem Hit "Be a Hoe / Break a Hoe" auf Platz eins der deutschen Single-Charts. Es war die erste Chartplatzierung der gebürtigen Berlinerin – und das, obwohl sie bereits seit 2006 in der Rapszene aktiv ist.

Mit Anfang zwanzig wurde Kitty Kat bei Aggro Berlin unter Vertrag genommen – einer namhaften Plattenfirma, der auch bekannte Rapper wie Sido und Bushido angehört haben, bevor ihre Verträge 2009 aufgelöst wurden. Als Teil des Hip-Hop-Labels stand Kitty Kat eine steile Musikkarriere bevor – doch der erhoffte Erfolgs-Kickstart blieb zunächst aus.

Rapperin wurde drei Jahre lang versteckt gehalten

Aggro Berlin hatte nämlich eine Marketingstrategie, die vorsah, dass Kitty Kat als Person zunächst keine öffentliche Aufmerksamkeit genießen durfte – lediglich ihre Stimme wurde für einige Features mit namhaften Rappern eingesetzt. "Wir dürfen nicht vergessen, dass mich Aggro Berlin drei Jahre versteckt gehalten hat. Bei mir gab es kein schnell raus. Ich musste drei Jahre warten", erzählte die heute 40-Jährige im Interview mit "hiphop.de".

Dabei hatte die Rapperin kein Mitspracherecht: "Im Endeffekt hat man mir gesagt, wir machen das so. Es hat mir auch vor dem Plattenvertrag keiner gesagt, dass man vorhat, mich versteckt zu halten", berichtete sie mit Blick auf ihren Karriere-Start. "Da wär ich auch im Leben nicht drauf gekommen."

Psychischer Druck und Rebellion

Inzwischen hat die Berlinerin aus der Erfahrung gelernt und verstanden, dass es sich bei dem Versteckspiel um eine Promo-Strategie gehandelt hatte. Doch damals tat sie sich mit dieser Phase ihrer Karriere sehr schwer: "Es gab Momente, da wär ich am liebsten vom Hochhaus gesprungen – sag ich dir ganz ehrlich", gestand sie im Interview weiter. "Weil ich gedacht hab, die haben meine komplette Karriere gefickt, meinen Hype gefickt, mich in 'ne falsche Richtung geschoben."

Letztendlich war der psychische Druck so groß, dass Kitty Kat gegen den Marketingplan ihres Labels rebellierte: "Nach drei Jahren habe ich dann selber den Entschluss gefasst, mir eine Catwoman-Maske im Sexshop zu kaufen und bei Sido auf die Bühne zu treten", berichtete sie weiter.

Neuer Plattenvertrag mit "Sony Music"

Inzwischen erfährt Kitty Kat den Hype, der ihr eigentlich schon zu Beginn ihrer Karriere versprochen wurde: Die Rapperin erfährt viel Unterstützung von anderen Künstlern und Künstlerinnen aus der Hip-Hop-Szene, wie unter anderem von Shirin David.

Die "Halt die Fresse 412"-Rapperin hat inzwischen einen neuen Vertrag mit Sony Music unterschieben. Dort kann sie sich nach eigener Aussage freier entfalten und kreativ ausleben. Als Fazit zu dem Start ihrer Karriere schließt sie: "Meinen ersten Platten-Deal hätte ich mir im Nachhinein ein bisschen geiler vorgestellt."

(fw)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
"Let's Dance"-Moderatorin Victoria Swarovski wird in Live-Show fies vorgeführt

Im Halbfinale bei "Let's Dance" gaben die Promis noch mal alles, um den Einzug in die letzte Show der diesjährigen Staffel zu schaffen. René Casselly, Amira Pocher, Mathias Mester und Janin Ullmann versuchten somit keine Gelegenheit zu verpassen, ihr Tanztalent auf dem Parkett unter Beweis zu stellen. Janin und Zsolt war das einzige Tanzpaar, das an diesem Abend für einen Tanz 30 Punkte erhielt.

Zur Story