Vieles richtig gemacht bei der Gästeauswahl für ihre Show – aber eine Entscheidung ärgert viele Fans.
Vieles richtig gemacht bei der Gästeauswahl für ihre Show – aber eine Entscheidung ärgert viele Fans.Bild: imago images / Joachim Sielski

"Helene Fischer Show": Gast verärgert Fans – ZDF reagiert knapp

22.12.2019, 09:05

Der Helene-Countdown läuft: Am 1. Weihnachtsfeiertag zeigt das ZDF die zuvor in Düsseldorf aufgezeichnete "Helene Fischer Show". Im Vorfeld war das Brimborium um das Schlager-Spektakel traditionell mächtig: Wer steht mit ihr auf der Bühne, wie kommen Fans Tickets für bereits ausverkaufte Veranstaltung – und wie viele Outfits wird Helene ihren Fans präsentieren?

Bei der Auswahl der Gäste, die das ZDF erst wenige Tage vor der Aufzeichnung bekannt gab, ließ sich in diesem Jahr stärker ein Konzept erkennen als bei der vergangenen Show. Mit (dem sehr in Helene verliebten) Backstreet Boy Nick Carter und US-Star Josh Groban wurde die eher junge Zielgruppe unter 35 Jahren gut abgeholt, die eventuell weniger Schlagerbezug hat.

Die ältere Generation vergaß Helene dabei nicht: Mit Engelbert, Howard Carpendale und Roland Kaiser hatte sie drei hochkarätige Künstler an Bord, die viele Menschen über 60 ansprechen. Eine ausgewogene Mischung.

Alles richtig gemacht also? Fast. Eine Entscheidung allerdings machte stutzig – und stieß bei vielen Fans auf Widerspruch.

Helene Fischer: Viel Fingerspitzengefühl – eine Ausnahme

Denn: Der umstrittene, selbsternannte "Volks-Rock'n'Roller" Andreas Gabalier kommt bei einigen Fans mit seinen Flirts mit rechtem Gedankengut nicht gut an. Auch Homophobie und Frauenfeindlichkeit wird Gabalier immer wieder vorgeworfen.

Für eine ganze Reihe von Aussagen und Auftritten stand er in der Kritik:

  • 2014 interpretierte der Musiker die österreichische Nationalhymne um. Er sang den alten Text der Hymne, die Österreich als Heimat "großer Söhne" preist. Die "großen Töchter", die seit 2012 auch mitbesungen werden, ließ er aus.
  • Da wären Gabaliers Worte beim Amadeus-Awards 2015: "Man hat es nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf Weiberl steht." Dafür wurde Gabalier ausgebuht.
  • 2015 sagte er im Interview mit der "Welt am Sonntag": "In Österreich wird derzeit so viel Traditionelles abgewertet oder sogar verboten. Beispielsweise eine Bierwerbung, die eine Frau mit großem Dekolleté zeigte. Zu sexistisch, hieß es. Auf der anderen Seite zeigen wir in Wien Plakate von pudelnackten Transgender-Menschen mit Brüsten und Zippel. Das ist dann das Normale?"
  • Dann war da noch die sogenannte "Gabalier-Kreuz-Challenge". 2019 teilten Fans, darunter auch Anhänger des islamfeindlichen Bündnisses Pegida, Fotos, die sie mit verrenkten Armen und Beinen zeigen. Damit wollten sie sich mit Gabalier, der in der Kritik steht, solidarisieren. Die Pose auf den Fotos erinnert an ein Album-Cover Gabaliers 2011 – und an ein Hakenkreuz.

Gabalier selbst bestreitet die ihm nachgesagten Tendenzen, er findet einige Vorwürfe gar abwegig. Über die "Gabalier-Kreuz-Challenge" sagte er der "Welt am Sonntag" 2015: "Ich finde diese Assoziationen echt unfassbar, und ich bediene sie auch nicht bewusst. Wenn jemand etwas negativ sehen will, wird er immer etwas finden oder notfalls sogar erfinden, was gar nicht da ist!"

Der österreichischen Zeitung "Kurier" erklärte er im Februar: "Ich bin weder homophob noch frauenfeindlich und auch nicht rechtspopulistisch unterwegs."

Für viele Fans war Gabalier jedenfalls der einzige Ausrutscher auf Helenes Gästeliste.

Es stellt sich auch die Frage: Eine selbstbewusste Sängerin, die viele Fans aus der LGBTQ-Szene hat, sich öffentlich gegen Diskriminierung einsetzt und ein, sagen wir mal, konservativer Volksmusiker – wie passt das zusammen?

Bereits 2012 und 2015 stand Gabalier bei der "Helene Fischer Show" im Rampenlicht. In diesem Jahr aber regten sich einige Fans, die seinen Auftritt boykottieren wollten.

Flirt mit rechts: Der Sänger erfährt viel Kritik.
Flirt mit rechts: Der Sänger erfährt viel Kritik.Bild: imago images / Joachim Sielski

Das sagten Helenes Fans:

Festzuhalten bleibt aber: Trotz der öffentlichen Kritik auf Twitter blieb eine Massenflucht während Gabaliers Auftritt in der "Helene Fischer Show"-Aufzeichnung aus, wie watson vor Ort in Düsseldorf beobachten konnte.

Wie sieht das ZDF die Kritik an der Personalie Gabaliers von Helene Fischers Fans? Kritik in den sozialen Netzwerken werde der Sender nicht kommentieren, heißt es gegenüber watson.

(om/ab)

4 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Egh Krellm
18.12.2019 09:46
"Sie wollte rausgehen, wenn Gabalier singt"

Soviel zum Thema Toleranz bei denjenigen, die immer Toleranz einfordern. Toleranz geht nicht nur in eine Richtung!
Ich nenne das mal die "Intoleranz der Toleranzapostel"
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DerSeher
18.12.2019 10:15
"Trotz der öffentlichen Kritik auf Twitter blieb eine Massenflucht während Gabaliers Auftritt in der "Helene Fischer Show"-Aufzeichnung aus, wie watson vor Ort in Düsseldorf beobachten konnte."

und das wurmt euch enorm oder?
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