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Sängerin Ela lebt heute in Berlin. Bild: Promo

ESC-Star Ela schreibt jetzt Songs für Helene Fischer: "Sie ist eine krasse Frau"

2014 führte sie mit ihrer Band Elaiza Deutschland zum Eurovision Song Contest in Dänemark. Ihre Single "Is it right" wurde zum Chartkracher. Heute ist Sängerin Elżbieta Steinmetz, die sich als Künstlerin ela. nennt, eine feste Größe in der deutschen Songwriter-Szene und schreibt regelmäßig für Kollegen wie Helene Fischer bis Adel Tawil. Im Februar erschien ihr Solo-Debütalbum "Liebe & Krieg", für das sie sich drei Jahre Zeit nahm.

Watson sprach mit der 27-Jährigen über persönliches und berufliches Suchen und Finden, das Überwinden von Ängsten und ihre ESC-Erfahrungen.

watson: Ela, du hältst dich seit über zehn Jahren im Musikbusiness. Was braucht man heute als Künstlerin in der Szene?

Ela Steinmetz: Ehrgeiz! Man darf sich von nichts und niemandem unterkriegen lassen und man braucht einen starken Willen, um immer weiterzumachen, auch, wenn es gerade mal nicht so läuft. Aber wenn dir das gelingt, ist der Job und die Musik das schönste Geschenk, das es gibt.

Gerade ist dein erstes Soloalbum "Liebe & Krieg" erschienen. Brauchtest du einen starken Willen, um das zu realisieren?

Ja, und Ausdauer. Ich habe so hart daran gearbeitet, drei Jahre lang an den Songs geschrieben. Aber die Musik spornt mich einfach an. Es erfüllt mich zu singen und zu schreiben und dabei so tolle und inspirierende Menschen zu treffen. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Chance nutzen konnte.

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Der Titel impliziert die Kerntopics: Elas Album "Liebe & Krieg". Bild: Promo

Du schreibst mittlerweile nicht nur deine eigenen Songs, sondern auch die für viele Kollegen…

Ja, mittlerweile sind das einige. Adel Tawil, Thomas Anders, Culcha Candela, Helene Fischer – und noch ein paar mehr. (lacht)

Wie ist es, mit Helene Fischer zu arbeiten?

Wirklich toll! Wir haben ein paar Mal telefoniert, sie ist eine krasse Frau, sehr talentiert und weiß genau, was sie will.

BERLIN, GERMANY - APRIL 12:  Helene Fischer performs on stage during the Echo Award show at Messe Berlin on April 12, 2018 in Berlin, Germany.  (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)

Ela war an Helene Fischers Song "Ich wollte mich nie mehr verlieben" beteiligt. Bild: Getty Images Europe / Andreas Rentz

Wie funktioniert das genau – ruft dich Helene Fischer an und wünscht sich einen Song?

Manchmal. (lacht) Nein, das ist unterschiedlich. Manchmal fragt das Management eines Künstlers an, manchmal der Musikverlag. Und manchmal sitze ich an einem Song und denke beim Schreiben, der wäre doch was für Adel Tawil. Und dann spreche ich ihn direkt an und wir schauen zusammen, wie wir das realisieren.

Du schreibst und singst viel auf Deutsch. Immer mehr Musiker kehren hierzulande zu ihrer Muttersprache zurück. Ein Trend?

Ja, ich finde es klasse, dass mittlerweile so viele deutsche Künstler ihre Angst davor abgelegt haben. Es gibt eigentlich nichts Geileres, als in seiner Muttersprache zu singen. Ein Stück weit kann ich diese Angst aber nachvollziehen.

Weshalb?

Ich komme aus einem Opernhaushalt. Da lag der Fokus bei der Musik immer auf der Technik, erst dann kam der Inhalt. Und in der deutschen Sprache ist das anders: Zunächst ist der Inhalt wichtig, erst dann die Melodie. Umso besser, wenn sich neben mir noch viele Kollegen dafür begeistern können.

Das sagt watson zum Debütalbum "Liebe & Krieg":

Ela ist ein intensives Stück gelungen, das die Ängste und Träume ihrer Generation vereint. Mal poppig, mal mit Folklore-Anleihen, singt sie über echte Themen und Gefühle, die junge Menschen umtreiben, ohne belehrend zu wirken oder alles auf die leichte Schulter zu nehmen. Starke Texte, noch stärkere Stimme – well done!

Was war dir jetzt für dein erstes Album bei der Zusammenstellung der Songs wichtig?

Das Album ist ein biografischer Ausschnitt aus meinem Leben. "Liebe & Krieg" handelt davon, was es heißt, als junger Mensch nach Berlin zu ziehen, sich mit früher und dem Jetzt auseinanderzusetzen. Und davon, wie schwer es ist, die große Liebe zu finden und wie schön es aber auch sein kann, im Chaos der Stadt zu versinken. Ich habe viele persönliche Erlebnisse auf dem Album verarbeitet.

Was hat dich in der Vergangenheit geprägt?

Unter anderem, dass ich mit knapp acht Jahren aus der Ukraine nach Deutschland ins Saarland gezogen bin. Das war anfangs keine leichte Zeit für mich, ich konnte kein Wort Deutsch und konnte mich mit den anderen Kindern in der Schule nicht verständigen. Aber meine Mutter und mein Stiefpapa haben immer zu mir gehalten, mich unterstützt und wir haben diese schwierige Zeit zusammen gerockt.

Elzbieta Ela Steinmetz bei der Lena Hoschek Fashion Show im Rahmen der MBFW auf der Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2020 im Kraftwerk Berlin. Berlin, 15.01.2020 *** Elzbieta Ela Steinmetz at the Lena Hoschek Fashion Show as part of the MBFW at the Berlin Fashion Week Autumn Winter 2020 at Kraftwerk Berlin Berlin, 15 01 2020 Foto:xN.xKubelkax/xFuturexImage

Tough Girl: Ela auf der Fashion Week. Bild: www.imago-images.de / Nicole Kubelka via www.imago-images.de

Vor welchen Hürden stehen deiner Erfahrung nach junge Menschen heute, die das wohlbehütete Familienleben hinter sich lassen und in die Großstadt ziehen?

Als ich mit Anfang 20 nach Berlin kam, war ich von vielem geflasht. Wenn du allein an einen neuen Ort kommst, ist es schwer, nicht gleich im Chaos zu versinken. Aber diese Stadt hat auch eine wahnsinnig positive Energie, die einen inspiriert und die ich unglaublich spannend und anziehend fand. Ich musste aber auch erst einmal lernen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass Menschen für einander da sind und sich unterstützten. Unsere Generation hat verlernt, zusammenzuhalten. Deswegen ist es umso wichtiger, sich mit Menschen zu umgeben, die einem gut tun.

Dein Rat für Menschen in ähnlichen Situationen?

Ich habe früh gelernt, dass, egal wie schwer das Leben ist, man immer weiter machen muss. Das hat bis jetzt gut funktioniert. (lacht)

Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Ela-Sound! (lacht) Ich möchte mich in meiner Musik nicht festlegen, sie ist grenzenlos. Aktuell mache ich hauptsächlich Pop.

Überraschenderweise findet sich auf deinem Album mit "Lalala" auch ein Song mit Rap-Anleihen. Wie kam es dazu?

Ganz zufällig! Ich habe Ali As im Studio kennengelernt, wir sind ins Gespräch gekommen. Und er fragte dann, ob ich nicht Bock hätte, mit ihm zusammen einen Song zu schreiben. Und in 10 Minuten stand der! "Lalala" soll einfach wahnsinnig viel Spaß machen und den Berliner Lifestyle im Sommer widerspiegeln.

Ich rate den ESC-Kritikern, sich dann selbst auf diese gigantische Bühne zu stellen und einen Song ganz Europa zu präsentieren

Vor sechs Jahren hast du mit deiner Band Elaiza den deutschen ESC-Vorentscheid gewonnen und durftest zum Eurovision Song Contest nach Kopenhagen fahren. Mit welchen Gefühlen denkst du an die Zeit zurück?

Es war super aufregend und eine so intensive Zeit! Wir haben beim ESC viele tolle Künstler kennengelernt. Ich habe sehr gefeiert, wie harmonisch alle Nationen miteinander umgegangen sind. Die Stimmung vor Ort war bombastisch. Wir sind damals glücklicherweise noch im Mittelfeld gelandet, danach wurde es für Deutschland ja etwas schwierig.

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Yvonne Gruenwald, Ela und Natalie Ploeger (v.l.) beim ESC-Vorentscheid 2014. Bild: imago images / Future Image / imago stock&people

Apropos: Es wird in der Öffentlichkeit gerne am ESC und den Kandidaten herumkritisiert…

Ja, und das finde ich schade. Viele wissen gar nicht, was es braucht, um diese Herausforderung und den Stress vor Ort durchzustehen. Ich rate den Kritikern, sich dann selbst auf diese gigantische Bühne zu stellen und einen Song ganz Europa zu präsentieren. Das ist nämlich viel schwieriger, als es im Fernsehen ausschaut. Deswegen wünsche ich mir generell viel mehr Respekt für die Künstler! Der ESC ist eine Riesensache und es braucht einen starken Willen, sich dem zu stellen.

Was hat der ESC dir gebracht?

Der ESC war ein Sprungbrett für uns als Band und mich als Künstlerin und Songwriterin. Wir haben trotz des mittleren Platzes so viele Menschen erreicht, mit Elaiza zwei Alben veröffentlicht und waren danach international auf Tour, 2018 sogar in Afrika. Und er war auch der Startschuss für mich, mich solo weiterzuentwickeln. Nach dem ESC musste ich erst einmal zu mir selbst zurückfinden und in der Zeit entstand auch der Wunsch, ein eigenes Album rauszubringen.

Aber Elaiza wird es weiterhin geben?

Ja, uns gibt es nach wie vor und wir verbringen viel Zeit zusammen. Ich denke, es wird auch nicht mehr allzu lange dauern, bis man wieder etwas von uns allen zusammen hört.

Am 13. Oktober startet Elas Solotour "Liebe & Krieg" mit 11 Terminen, unter anderem in Hamburg, München und Berlin.

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