Musikalisch wie optisch: Rammstein setzen auf den Skandal.
Musikalisch wie optisch: Rammstein setzen auf den Skandal.Bild: dpa / Malte Krudewig

Rammstein sorgt für Zoff in München: Konzert darf stattfinden – unter einer Bedingung

12.08.2022, 17:32

Rammstein haben es schon immer auf den Skandal abgesehen. Ihre Musik dient der Empörung, ihr Auftreten soll provozieren. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, haben sie mit ihrem nun geplanten Silvester-Konzert wieder genau ins Schwarze getroffen.

Die Idee, Rammstein in der Silvester-Nacht auf der Münchner Theresienwiese spielen zu lassen, wurde vergangene Woche vorgestellt. Kurz darauf kam es zu einer hitzigen Diskussion des Stadtrates. Die Frage lautete, ob ein Mega-Event wie dieses zum Jahreswechsel denn erwünscht sei. Nun hat man entschieden – sehr zum Ärgernis der Gegner.

Rammstein verursachen Streit

Die Diskussion des Stadtrates verlief fast so hitzig und laut wie ein Rammstein-Konzert selbst. Dagegen gestimmt haben etwa die Grünen, die Linke sowie die Rosa Liste (LGBTIQ-Politik), aber auch die Polizei hat Bedenken geäußert: "Da geraten wir absolut an die Grenzen", sagte diese mit Verweis auf die ohnehin angespannte Silvester-Nacht.

Zudem findet Ende des Jahres das Winterfestival Tollwood am selben Ort statt, das durch den Lärm beeinträchtigt werden könnte. Nachdem Wirtschaftsreferent Christian Baumgärtner (CSU, zuständig für die Belegung der Theresienwiese) Rammstein dennoch haben wollte, schimpfte die Linke, er mache den Stadtrat "zum Hampelmann". Die CSU bezeichnete wiederum die Grünen, die dagegen stimmten, als "das Neue spießig". Diese kommentierten auf Twitter:

Rammstein darf spielen – unter Vorbehalt

Nach einem harten Wortgefecht wurden schließlich die genannten Sorgen überstimmt: Die Mehrheit (insbesondere CSU und SPD) hat dem Konzert jetzt den Weg freigeräumt.

Die Begründung für die Zustimmung lautete, München könne den frischen Wind gebrauchen. Die SPD betonte, es sei wichtig, "nicht immer nur 1000 Bedenken ins Feld zu führen, sondern auch mal die Chancen zu sehen." Dem stimmen die geplanten 145.000 Fans sicherlich zu.

Einzige Bedingung für das Konzert: Der Veranstalter muss jetzt ein solides Sicherheitskonzept vorlegen. Auch hierzu kamen bereits erste Zweifel auf. So wies Mona Fuchs darauf hin, dass der Veranstalter Klaus Leutgeb bereits beim Andreas-Gabalier-Konzert auf dem Messegelände in Riem kein zufriedenstellendes Sicherheitskonzept vorlegen konnte.

Um jedoch nicht zu schnell zu urteilen: Liegt das Konzept schnell genug vor, sind Rammstein mit ihrer Pyrotechnik und ihrem "Feuer frei!" sicher der perfekte Act für eine Silvester-Nacht.

(ras)

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