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ARCHIV - 05.11.2020, USA, Washington: Donald Trump, Pr

Bild: dpa / Evan Vucci

Trump begnadigt Produzent von Rapper Snoop Dogg

Donald Trump verteilt am Ende seiner Amtszeit großzügig Begnadigungen. Eine davon ging an den Hip-Hop-Produzenten Weldon Angelos, der im Jahr 2004 zu 55 Jahren Haft verurteilt wurde. Angelos hatte Marihuana im Wert von 350 Euro an einen verdeckten Ermittler verkauft und dabei eine Pistole getragen. "Ich bin dem Präsidenten extrem dankbar für die zweite Chance", sagte Angelos gegenüber dem Magazin "Forbes", "ich glaube fest an Gnade und zweite Chancen."

Schon als Angelos verurteilt wurde, war das Strafmaß umstritten. Der Bundesrichter Paul Cassell, der den Fall beaufsichtigte, schrieb 2016 in einem Brief an den damaligen Präsidenten Barack Obama: "Ich schreibe Ihnen als der Richter, der Weldon Angelos zu einer 55-jährigen Mindesthaftstrafe für einen gewaltlosen Drogendelikt verurteilt hat. Das Urteil war ungerecht, unbarmherzig und sogar irrational (...) da seine Berufungsmöglichkeiten erschöpft sind, ist die einzige Lösung für Angelos ein Eingriff durch den Präsidenten. Ich bitte Sie dringend, seine Strafe schnell zu mildern." Obama schaltete sich ein und milderte die Strafe, sodass der Musiker 2016 aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Als Ex-Häftling in den USA begegnet man im Alltag vielen Hürden

Während des Gerichtsverfahrens wurde Angelos als gewalttätiges Gangmitglied dargestellt. Er wurde unter anderem wegen Drogenbesitzes, Waffenbesitzes und Geldwäsche verurteilt. Snoop Dogg verteidigte seinen Kollegen, mit dem er zusammen an dem Album "We from the LBC" gearbeitet hatte. Er sagte in einer Talkshow über Angelos, "er musste für seine Familie und sich selbst sorgen. Es war nicht so, dass er ein Gewaltverbrechen begangen hat – er musste sich einfach durchschlagen."

Die Resozialisierung von ehemaligen Häftlingen in den USA ist schwierig und eine Begnadigung ist wie ein Neustart für viele Betroffene. "Alle meine Bürgerrechte wurden wiederhergestellt", sagte Angelos. "Ich muss nicht mehr bei fast jeder Bewerbung um einen Job oder ein Bankdarlehen ankreuzen, dass ich ein Schwerverbrecher bin. Ich kann als Verbrecher keine Wohnungen oder Häuser in schönen Gegenden mieten. Ich kann wieder auf die Jagd gehen. Es ist, als hätte es mein Strafverfahren nie gegeben", freute sich der Produzent über seine zweite Chance. Er postete die Begnadigung auch auf seinem Instagram-Profil.

Angelos postete das Schreiben des Präsidenten auf seinem Insta-Account

Seit seiner Entlassung ist Angelos als Aktivist für Straftäter tätig, die aufgrund gewaltloser Drogenverbrechen im Gefängnis sitzen. Das "The Weldon Project" unterstützt die Häftlinge mit Rechtsbeistand und finanziellen Mitteln. Die Initiative wird von einem Cannabishändler mit dem Namen Reeform unterstützt. Die Verkaufseinnahmen kommen Leuten zugute, die wegen Marihuanabesitzes eingesperrt wurden.

"Ich glaube, Begnadigungen und Milderungen sollten so regelmäßig sein, dass sie keine Schlagzeilen erzeugen. Wir brauchen mehr davon und ich hoffe, dass der Präsident Gnade mit denjenigen zeigt, die zu Unrecht wegen Cannabis-Delikten einsitzen", sagte Angelo, "Meine Organisation hat ihn auf viele qualifizierte Kandidaten aufmerksam gemacht und ich bin hoffnungsvoll, dass wir einige von ihnen freilassen werden, bevor er sein Amt verlässt."

Trump hat zum Ende seiner Amtszeit mehrere Dutzend Straftäter begnadigt

Donald Trump hatte am 22. Dezember 15 Personen begnadigt. Der Präsident erließ auch engen Gefolgsleuten – wie dem Vater seines Schwiegersohnes, Charles Kushner – die Haftstrafen. Die Begnadigungswelle Trumps wird von vielen als Gefahr für eine funktionierende Demokratie kritisiert.

(lfr)

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