Gast-Löwin Sarna Röser und Dagmar Wöhrl holten sich den Gurken-Deal mit den Gründern.
Gast-Löwin Sarna Röser und Dagmar Wöhrl holten sich den Gurken-Deal mit den Gründern.Bild: vox.de
Nachhaltig leben

"Höhle der Löwen": Gurkenschwamm-Deal platzt nach der Sendung

01.05.2022, 12:31

Unternehmerin Sarna Röser war in der aktuellen Folge von "Die Höhle der Löwen" das erste Mal zu Gast in der Sendung – und schloss prompt einen Deal ab. Zum allerersten Mal in der Geschichte der Sendung gab es mehr weibliche als männliche Investoren in der "Höhle". Die Gast-Löwin freute sich über die geballte Prauen-Power und schlug gleich beim ersten Pitch zu. Das Objekt der Begierde: ein Gurkenschwamm. Alles schien perfekt, die Beteiligten zufrieden. Doch danach stellte sich heraus: Der Deal ist geplatzt!

Dabei schien die Unternehmerin überaus glücklich über den Deal mit den Gründern Leonie Eißele und Niklas Heinzerling zu sein. Die beiden hatten die Löwen offenbar ausreichend auf den Geschmack ihres nachhaltigen Spülschwamms Le Gurque gebracht. Trotz der Nähe zum Wort "Gurke" sollte man diesen aber nicht essen. Der Name ist jedoch beabsichtigt, denn ihr Spülschwamm besteht tatsächlich aus einem Kürbisgewächs: der Luffa-Gurke.

Pflanze statt Plastik: Der Schwamm überzeugt mit Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit steht bei den Gründern ganz oben auf der Prioritätenliste. So erklärt Gründer Heinzerling, wie der Schwamm aus dem Gewächs hergestellt wird:

"Nach der Ernte nehmen wir die Früchte vom Strauch. Wir schälen sie, wir waschen sie aus, wir trocknen sie. Aus dem getrockneten Fasergewebe stellen wir dann unser Endprodukt her.“

Zwei Löwen, Ralf Dümmel und Judith Williams, probierten den Öko-Schwamm sofort aus. Williams zeigte sich erst skeptisch: "Er ist von Natur aus eher der kratzige Schwamm, oder?" Er sei ein Mittelding zwischen der gelben und der schwarzen Seite eines herkömmlichen Schwamms, erklärt der Gründer daraufhin.

Schritt für Schritt zum Gurken-Deal

Die beiden Löwen machten ein gemeinsames Angebot – allerdings zu völlig anderen Konditionen, als von den Gründern anfangs gewollt. Eigentlich wollte das Schwamm-Paar 15 Prozent seines Unternehmens hergeben und dafür 100.000 Euro Investment. Doch Dümmel feilschte: "Wir werden es nicht für 20 Prozent machen, wir möchten 40 Prozent und das ist brutal, das weiß ich. (...) Wir würden, um ein Zeichen zu setzen, 150.000 Euro geben."

Leonie Eißele und Niklas Heinzerling überzeugten mit ihren Gurkenschwämmen.
Leonie Eißele und Niklas Heinzerling überzeugten mit ihren Gurkenschwämmen.Bild: vox.de

Da schalteten sich Gast-Löwin Sarna Röser und Dagmar Wöhrl ein. Wöhrl zeigte sich euphorisch über das nachhaltige Produkt: "Wenn jeder nur einen kleinen Schritt macht, dann kommen wir alle einen großen Schritt weiter und Ihr Produkt ist das, was diese Schritte ausmacht, mit denen wir die Welt besser machen." Auch Röser wollte den Deal und warb für sich: "Wir sind von der gleichen Generation, würde ich mal annehmen. Ich bin junge Familienunternehmerin und ich habe ein starkes Netzwerk auch zu Drogeriemärkten und zum Einzelhandel."

Der Gurkenschwamm, eine Innovation?

Die beiden Löwinnen boten weitaus attraktivere Konditionen: 100.000 Euro für 20 Prozent. Also entschieden sich die Gründer für die Löwinnen. Sarna freute sich über die "geballte Frauenpower" und Carsten Maschmeyer beglückwünschte die Gast-Löwin zu ihrem ersten Deal.

So neu sind diese Art von Schwämmen eigentlich nicht. Es gibt schon lange ähnliche Produkte bereits in Asien und anderen Ländern. Trotzdem habe sie der Gurkenschwamm letztlich überzeugt, wie die Löwinnen gegenüber "Bild" sagten: "Uns war klar, dass der Luffa-Schwamm keine Innovation von Le Gurque ist. Wer in Griechenland oder asiatischen Ländern Urlaub gemacht hat, weiß, dass diese Produkte dort in jedem Haushalt zu finden sind – hauptsächlich in der Körperhygiene." Wöhrl habe vor allem die Idee mit den Spülschwämmen sowie das Design überzeugt. "Außerdem fanden wir den Ansatz, Spülschwämme aus Plastik zu verdrängen, sehr inspirierend.“

"Made in Germany"? Darüber herrschte offenbar Uneinigkeit

Doch unterschiedliche Interessen setzten der Freude im Nachgang der Sendung offenbar doch ein Ende. Auf Twitter veröffentlichte Dagmar Wöhrl mit Sarna Röser nach der Sendung ein "schwammiges" Statement:

"Leider kam der Deal mit Le Gurque nicht zu Stande. Wir sind sehr traurig darüber, da wir das Produkt von Niklas und Leonie genial finden. Nach den Dreharbeiten haben wir aber bemerkt, dass wir verschiedene Strategien einschlagen möchten. Wir wünschen ihnen alles alles Gute!"

Gegenüber "Bild" gaben Dagmar Wöhrl und Sarna Röser die Gründe dafür bekannt. "Der ausschlaggebende Punkt war, dass wir uns nicht auf einen Produktionsstandort einigen konnten. Die Gründer wollten in Deutschland produzieren, was grundsätzlich erstrebenswert ist".

Die Löwinnen hätten jedoch darin die Gefahr gesehen, nicht die Masse produzieren zu können, die benötigt werde, um auch langfristig den Plastikspülschwamm aus den Haushalten zu verbannen. Und weiter: "Natürlich ist Made in Germany im Idealfall anzustreben, aber es muss am Ende auch der Nutzen-Kosten-Faktor im Auge behalten werden. Wir hatten Kontakt zu einer Produktionsstätte, die nachhaltig und kostengünstig produziert hätte und die auch keine langen Lieferketten beinhaltet hätten. Das haben die Gründer abgelehnt.“

(ast)

Spotify Wrapped: Ein Song in den Top 3 des Jahresrückblicks überrascht

Jedes Jahr warten Musik-Fans Ende November, Anfang Dezember auf den Jahresrückblick von Spotify. Nun ist es so weit: Am 30. November veröffentlichte der Streamingdienst den sogenannten "Spotify Wrapped". In Deutschland fällt dabei ein Detail besonders auf.

Zur Story