Die neue Netflix-Serie

Die neue Netflix-Serie "Shadow and Bone" wird von manchen Fans der Buchvorlage sehr kritisch gesehen. Bild: Netflix

"Angeekelt" von "Shadow and Bone": Fans der Buchvorlage üben harte Netflix-Kritik

Auch knapp zwei Jahre nach dem Ende von "Game of Thrones" hält der Fantasy-Boom in der Popkultur an. Das jüngste Beispiel dafür ist "Shadow and Bone" bei Netflix, basierend auf den Büchern des so genannten Grishaverse. Zwar hat es die Serie schnell in die Top-10 des Streaming-Diensts geschafft, doch insbesondere Fans der Vorlage von Leigh Bardugo üben auch Kritik an der audiovisuellen Umsetzung.

So wird bei "Reddit" nun ein wichtiges Detail diskutiert, bei dem sich die Netflix-Verantwortlichen Freiheiten herausgenommen haben. Dabei geht es um Alinas Geweihhalskette, die in der Adaption für einen besonderen Ekel-Moment sorgt, der wiederum nicht bei allen gut ankommt.

"Shadow and Bone" bei Netflix ist brutaler

Im Roman "Goldene Flammen" soll Alina einen magischen Hirsch jagen und aus dem Geweih des Tieres eine Kette anfertigen, um ihre Kräfte zu verstärken. Jedoch weigert sie sich aus Liebe zum dem Hirsch, weshalb der Dunkle den Akt übernimmt. Alina bekommt die Kette dennoch angelegt und wird dadurch zur Sklavin, die fortan Gehorsam leistet. Das Stück wieder abzunehmen, ist ihr unmöglich.

Bei Netflix verläuft der Moment noch drastischer, denn hier operiert David die Halskette direkt an das Schlüsselbein der jungen Frau, wobei die Enden deutlich sichtbar aus der Haut herausragen. Einige Buch-Kenner bei "Reddit" sind von dieser Lösung nicht überzeugt. Der User "Chasmosaur" schreibt zum Beispiel:

"Ich habe das Gefühl, dass sie sich für den Schock-Faktor dieses Bildes entschieden haben anstatt auf die "Wissenschaft" der Verstärker zu setzen, die im Grishaverse eine so große Rolle spielen."

Dafür erhält er Zuspruch von mehreren Nutzern. Ein anderer Kommentar zum Thema lautet demnach: "Ja, ich war enttäuscht und ehrlich gesagt ein bisschen angeekelt. Ich denke nicht, dass es eine notwendige Änderung war – ich stimme zu, dass dies wahrscheinlich für den Schockwert und nicht aus anderen Gründen gemacht wurde."

In dieser Szene ist

In dieser Szene ist "Shadow and Bone" nichts für schwache Nerven. Bild: Netflix

Tappt Netflix in die Logikfalle?

"Chasmosaur" führt dann noch weitergehend aus, dass die Änderung auch im Kontext des Fantasy-Universums problematisch ist. In der Netflix-Serie sei jetzt nämlich immer noch eine besondere "Knochen-Fusion" notwendig, damit die Kraft absorbiert werden kann. In der literarischen Vorlage hingegen werde der dritte Verstärker später einfach nur um Alinas Handgelenk gelegt und damit ist der Prozess abgeschlossen.

An dieser Stelle werden sich die Serien-Macher später also irgendetwas einfallen lassen müssen, um nicht in die Logikfalle zu tappen, meint der Schreiberling – es sei denn, ein Fabrikator oder Corporalki folgt Alina. Bei Netflix kann sie Verstärker nach dem neuen "Gesetz" jetzt jedenfalls nicht mehr auf der Haut tragen, weshalb der dritte Verstärker eben eigentlich auch nicht mehr wirken dürfte.

Speziell im Hinblick auf solche Stolpersteine kann der "Reddit"-User übrigens auch nicht nachvollziehen, weshalb Netflix für "Shadow and Bone" diesen Umweg gegangen ist. Schließlich sei es produktionstechnisch sicherlich ohnehin unkomplizierter, ein Kostüm um die originale Geweihkette herum zu basteln, als auf aufwändigere Spezialeffekte zurückzugreifen, wie es nun offenbar der Fall ist.

(ju)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wagenknecht provoziert bei "Maischberger. Die Woche": "Ob es 60 Geschlechter geben muss ..."

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass der Kabarettist Mathias Richling das letzte Mal bei Maischberger zu Gast war. Damals erntete er einen Shitstorm. Weil er Öffnungen forderte und beklagte, dass die Gesellschaft "ermordet" werde. Ob sich seine Sicht geändert hat und wie sie die aktuelle Corona-Situation einschätzen, bespricht Sandra Maischberger mit ihm und den anderen Gästen:

Diesmal versucht es Mathias Richling mit angekündigter Ironie. Er habe den Lockdown genossen, "soviel geschafft, …

Artikel lesen
Link zum Artikel