"Lupin" verweist auf eine wahre Geschichte, in die Marie Antoinette verwickelt war. Bild: Netflix

Die wahre Geschichte hinter "Lupin": Skandal um eine Halskette

Mit "Lupin" hat Netflix im neuen Jahr direkt schon einen Hit gelandet. Die Serie beziehungsweise ihr Protagonist Assane Diop ist inspiriert von den Abenteuern der Romanfigur Arsène Lupin, allerdings greift die Geschichte auch eine spektakuläre wahre Begebenheit auf. Im Zentrum steht dabei die Halskette, auf die es Assane abgesehen hat.

Mit dem Objekt nimmt die Serie deutlich Bezug auf einen Skandal, der sich Ende des 18. Jahrhunderts zutrug und nach Meinung einiger Historiker letztlich sogar zur Hinrichtung Marie Antoinettes beitrug.

Marie Antoinette und die Halsbandaffäre

Marie Antoinette wurde einst von König Louis XVI. ein wertvolles Collier als Geschenk angeboten, das sie jedoch ablehnte. Sehr wohl abgesehen auf das teure Stück hatte es eine Trickbetrügerin, die sich Jeanne de la Motte nannte. Sie erschlich sich das Vertrauen des französischen Botschafters Kardinal de Rohan, der wiederum bei Antoinette in Ungnade gefallen war. Durch die Lüge, ihrerseits ein gutes Verhältnis zur Königin zu pflegen, weckte de la Motte bei Rohan die Hoffnung auf eine mögliche Schlichtung.

Nun schaltete sich auch noch ein Komplize von Jeanne de la Motte in die Angelegenheit ein. Er fälschte Briefe, von denen Rohan glaubte, dass sie von Marie Antoinette stammten. Auf diese Weise konnte der Botschafter dazu bewegt werden, die Kette zu kaufen – vermeintlich im Auftrag der Königin, in Wahrheit aber für Jeanne de la Motte. Die falsche Antoinette gab vor, den Schmuck nicht persönlich erwerben zu wollen, da dieser Luxus ein schlechtes Licht auf sie werfen könnte.

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Assane Diop hat in "Lupin" eine bestimmte Halskette im Visier. Bild: Netflix

Natürlich kam Rohan der Bitte nach und das Collier landete wirklich bei der Betrügerin. Jeanne arrangierte sogar zwischenzeitlich ein Treffen des Kardinals mit einer Prostituierten, die sich als Marie Antoinette ausgab. Der Mann fiel auf den Trick herein und die Diamanten aus der Kette sollten schon bald auf dem Schwarzmarkt vertickt werden.

Schließlich flog Jeanne de la Motte aber doch noch auf. Marie Antoinette ließ sie und ihre Handlanger genauso einsperren wie Rohan, obwohl letztgenannter ja eigentlich nur hinters Licht geführt wurde. Er wollte sich lediglich mit der Königin versöhnen, was Jeanne de la Motte gnadenlos ausnutzte. Am Ende des eingeleiteten Gerichtsverfahrens konnte sich der Kardinal immerhin über einen Freispruch freuen.

Die Konsequenzen für Marie Antoinette

Für Marie Antoinettes Ansehen erwiesen sich die Turbulenzen als reines Gift. Viele in der Bevölkerung vermuteten eine Verschwörung gegen Rohan, hinter der die Königin persönlich steckte, um ihm eins auszuwischen. Antoinettes offen zur Schau gestellte Enttäuschung über den Freispruch des Botschafters befeuerte die Gerüchte. Dass das Vertrauen der Menschen in die Monarchie zu diesem Zeitpunkt ohnehin geschwächt war, kam ihr gewiss nicht zugute. Die sogenannte Halsbandaffäre ebnete letztlich womöglich auch den Weg für ihre Hinrichtung im Jahr 1793.

Die Autoren von "Lupin" haben sich die wahre Geschichte allerdings für ihre Zwecke zurechtgelegt. In dem Universum der Serie nämlich hat Marie Antoinette das Geschenk des Königs ursprünglich angenommen. Zu einem Skandal kam es gar nicht erst. Die Kette wird hier erst viele Jahre später einem Industriellen geklaut und die einzelnen Diamanten können nach dem Diebstahl wieder eingesammelt werden. In Wahrheit sind die Bestandteile des Accessoires bis heute nicht mehr aufgetaucht.

(ju)

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