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Rich Kids mit Problemen: Die "Élite"-Clique. Bild: Netflix / Manuel Fernandez-Valdes

Netflix: Élite" zeigt Dinge, die andere ausklammern und hängt Serien-Konkurrenz ab

Seit Freitag ist bei Netflix die dritte Staffel "Élite" zu sehen. Das Guilty Pleasure, irgendwo zwischen "Gossip Girl" und "Riverdale", dreht sich um einen Haufen überpriviligierter Teenager (und einem überdurchschnittlich begabten Außenseiter), die an ihrer Eliteschule weniger lernen, als sich vielmehr gegenseitig betrügen, hintergehen und natürlich ineinander verlieben.

Aktuell ist die spanische Produktion die in Deutschland am meisten gesehene Serie des Streaming-Giganten – und das will in Zeiten von Corona schon etwas heißen.

Woher aber der Hype um "Élite"? Watson verfolgt die Show seit ihrem Start im Oktober 2018 und weiß, wie sie sich von ihrer Konkurrenz abhebt.

Wer noch Nachholbedarf bei den ersten Staffeln hat:

Achtung, Spoiler!

In den ersten beiden "Élite"-Staffeln stand der Mord an (der heimlich schwangeren und HIV-positiven) Schülerin Marina im Vordergrund. Deren Bruder Guzmán war davon besessen, Stipendiant Samuel, mit dessen kriminellen Bruder Marina eine Affäre hatte, als Täter zu identifizieren. Am Ende der zweiten Staffel stand aber fest: Guzmáns Kumpel Polo brachte Marina um, um die illegalen Geschäfte des Vaters seiner Freundin Carla zu vertuschen. In der dritten Staffel findet die Rich-Kids-Clique dann Polo tot auf einer Schulparty auf. Und fest steht: Einer von ihnen muss der Mörder sein.

So weit, so Teenage-Drama. Den Serien-Machern gelingt es aber, die typischen Klischee-Charaktere aufzuweichen. Auch, wenn die blonde Bitch vom Dienst und der sixpackbepackte Schwimm-Star im "Élite"-Universum existieren, stellt die Show Themenkomplexe in den Fokus, die in anderen vergleichbaren Serien ausgeklammert, angeschnitten oder unzureichend behandelt werden. Die Grundprämisse der Show: Diversity.

Diversity in "Élite": Die Liebe ist frei

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Omar (l.) und Ander. Bild: Netflix

Schwul, lesbisch, hetero, bi, unentschlossen – egal! Die "Élite"-Kids probieren sich aus, ob beim flotten Dreier oder beim Sex mit dem besten Freund. Als eine der wenigen Serien zeigt der Netflix-Hit in expliziten Bildern auch schwulen Sex. Inklusive aller Hindernisse, die dabei auftauchen können.

Mit Bildern der Schüler Omar und Ander (von Fans als "Omander" gefeiert), die sich in der ersten Staffel ineinander verliebten, bewarb Netflix den Serienstart sogar. Dass Omar Muslim ist und sein Vater seinen Sohn nach Bekanntwerden seiner neuen Beziehung verstößt, macht das Aufgreifen des Themas umso gesellschaftlich relevanter.

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Serien-Traumpaar ohne Happy End? Nadia und Guzmán. Bild: Netflix / Manuel Fernandez-Valdes

Apropos: Auch Omars Schwester Nadia, eigentlich streng gläubige Muslima und von ihren Eltern längst an einen befreundeten Jungen versprochen, übt sich in (sexueller) Selbstbestimmung. Sie verliebt sich in Mitschüler Guzmán, legt im Laufe der Staffeln ihr Kopftuch ab und geht, von den Zwängen ihres strengen Elternhauses gelöst, selbstbestimmt durchs Leben.

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Geschwisterliebe, wörtlich genommen. Bild: Netflix

Bei allen indirekten Bildungsaufträgen kommt aber auch "Élite" nicht um Soap-Opera-Elemente umhin. Denn so frei die Liebe auch sein sollte, werden ihr irgendwann Grenzen gesetzt. Eigentlich. Doch die zweite Staffel zeigte in einer überromantisierten Storyline, wie sich die Halbgeschwister Valerio und Lu ihren verbotenen Gefühlen füreinander hingaben – bis der gemeinsame Vater hinter die Beziehung kam und seinen Sohn aus dem Haus warf. Und wer die erste Folge der dritten Staffel gesehen hat, weiß: Die Geschichte der Geschwister ist noch lange nicht vorbei.

Aber: Auch Provokation ist gute PR. Und deshalb werden wir die Serie weiter bingen. Nicht nur für Omander.

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