Rapper Finch kann mit dem neuen Bushido-Image wenig anfangen.
Rapper Finch kann mit dem neuen Bushido-Image wenig anfangen.Bild: Screenshot / Instagram / finch

"Das ist einfach totaler Quatsch": Rapper Finch boykottiert Bushido-Doku

23.12.2021, 07:00

Bushido hat mit seiner im November erschienenen Amazon-Prime-Video-Doku "Unzensiert – Bushidos Wahrheit" für jede Menge Aufsehen in der Deutschrap-Szene gesorgt. Kaum ein Rapper scheint sich die Serie bislang noch nicht angesehen zu haben und alle haben eine Meinung dazu. Ali Bumaye, Bushidos ehemaliger Label-Kollege, wurde beispielsweise in der Doku mit heftigen Sprüchen von den Ferchichis bedacht und äußerte sich bereits kritisch dazu in diversen Livestreams.

Auch Capital Bra steht in "Unzensiert" in keinem guten Licht, die Folge waren etliche Hasskommentare der Bushido-Fans auf seinem Tiktok-Kanal. Bushido selbst gibt sich in der Dokumentation und in zahlreichen TV-Shows, in denen er jüngst zu Gast war, als geläuterter Familienvater, der sich von seinem ehemaligen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker entschieden lossagt und nun kein Gangster-Rapper mehr sein möchte.

Anna-Maria Ferchichi und Bushido zeigten sich in "Unzensiert – Bushidos Wahrheit" von ihrer persönlichen Seite.
Anna-Maria Ferchichi und Bushido zeigten sich in "Unzensiert – Bushidos Wahrheit" von ihrer persönlichen Seite.Bild: dpa / -

Doch so ganz nehmen ihm das ehemalige Wegbegleiter nicht ab, auch Fler machte sich bereits darüber lustig, dass Bushido im Interview bei "Stern TV" mit Steffen Hallaschka plötzlich anfing zu weinen. Nun äußerte sich auch Finch zu Bushidos Serie, von der es offenbar auch eine zweite Staffel geben wird und stellt fest, warum er sich die Folgen keinesfalls anschauen wird.

Rapper Finch kauft Bushido sein neues Image nicht ab

Finch, der als Finch Asozial Bekanntheit erlangte, ist ebenso wie Bushido in der Berliner Rapszene aktiv. Vor allem durch das Battlerap-Format "Rap am Mittwoch" machte er sich anfangs einen Namen, mit seinem 2020 erschienenen Album "Finchis Love Tape" feierte er seinen musikalischen Durchbruch.

Von dem vermeintlich neuen Image von Bushido und seiner Doku hält er wenig, wie Finch kürzlich in seiner Instagram-Story verriet: "Ich glaube, ich bin der einzige Mensch, der noch nicht diese Bushido-Doku gesehen hat, ich werde sie mir auch nicht angucken." Und weiter:

"Weil ich ihm die ganze Tour einfach nicht abkaufe. Auch wenn alle sagen, er will seine Familie schützen und wenn du Familie hättest… das ist einfach totaler Quatsch."
Finch nahm sich Bushido in seiner Instagram-Story vor.
Finch nahm sich Bushido in seiner Instagram-Story vor.Bild: Screenshot / Instagram / finch

Der 31-jährige Künstler sei schlichtweg von Bushido enttäuscht, denn er sei seiner Meinung nach sehr berechnend: "Man kann ihm nicht trauen. Du weißt nicht, welchen Move macht er als nächstes, wen verrät er als nächstes, wen nutzt er als nächstes aus, wen lässt er als nächstes für sich schreiben."

Tatsächlich wurden während Bushidos gesamter Karriere Gerüchte laut, dass er sich auf Ghostwriter verlässt, wenn es um seine Songtexte geht. Infrage für Writer, die für ihn geschrieben haben sollen, kamen unter anderem Eko Fresh, Capital Bra und Shindy. Geäußert hatte sich der 43-Jährige selbst dazu aber nie.

Ist Bushido plötzlich Unterstützer der LGBTQ-Community?

Aber noch ein anderer Aspekt an Bushidos neuem Auftreten stört Finch. So fiel der mittlerweile siebenfache Vater früher durch homophobe Texte auf. Unter anderem bei einer Homestory mit Frauke Ludowig zeigte er sich stattdessen aber in einem Nike-Shirt mit Pride-Flagge.

So zeigte sich Bushido auf RTL.
So zeigte sich Bushido auf RTL.Bild: screenshot tvnow

Den Richtungswechsel nehme Finch Bushido allerdings nicht ab. Er führte in seiner Story fort: "Immer damals so gegen Schwule gehetzt und seine Meinung 'Ich find das eklig und bla'. Ich sag ganz ehrlich, ich glaube auch nicht, dass er seine Meinung da geändert hat. Aber jetzt auf einmal diese ganze LGBTQ-Sache mitzumachen und Gay-Pride-T-Shirts anzuziehen..."

Nun würde es Finch nicht wundern, wenn er Bushido im kommenden Jahr auf einem der Demo-Busse des CSD wiederfinden würde. Sein Fazit zum Rapper, der es in diesem Jahr vom Gangsterrapper zu Günther Jauch in den Jahresrückblick "2021! Menschen, Bilder, Emotionen" geschafft hat, fällt rigoros aus: "Dann halt doch einfach deine Fresse, äußere dich nicht dazu. Aber spring doch jetzt nicht von einem Extrem in das andere Extrem."

(cfl)

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