Gil Ofarim erhebt Vorwürfe gegen ein Leipziger Hotel. Sein Anwalt reagiert nun auf einen neuen Bericht.
Gil Ofarim erhebt Vorwürfe gegen ein Leipziger Hotel. Sein Anwalt reagiert nun auf einen neuen Bericht.Bild: imago images / Clemens Niehaus

Untersuchungsbericht nach Antisemitismus-Vorwürfen: Gil Ofarims Anwalt meldet sich zu Wort

28.10.2021, 16:10

Zum Fall von Gil Ofarim, der Anfang Oktober in einem Instagram-Video angab, im Leipziger Westin-Hotel antisemitisch diskriminiert worden zu sein, kommen immer neue Informationen ans Licht. So veröffentlichte die "Bild" vor wenigen Tagen Aufnahmen der Überwachsungskamera, die darauf hindeuteten, dass der Sänger seine Kette mit dem Davidstern in der Lobby nicht für andere sichtbar trug – dabei hatte der 39-Jährige angegeben, jemand "aus der Ecke" habe ihm zugerufen: "Pack deinen Stern ein!" Weiterhin richtete der Künstler Vorwürfe gegen einen Hotelangestellten, der andere Gäste in der Schlange bevorzugt behandelt haben und Ofarim schließlich den Check-In verweigert haben soll.

In dieser Woche berichtete nun die "Zeit" über einen 118 Seiten langem Abschlussbericht einer Rechtsanwaltskanzlei, die wiederum das beschuldigte Hotel zu Aufklärungszwecken engagiert hatte. Dieses Papier wirft ebenfalls Zweifel an Ofarims Schilderungen auf. Dazu bezog nun der Anwalt des Stars bei RTL Stellung.

Neue Zweifel an Gil Ofarims Aussagen

Die Betreibergesellschaft des Hotels versandte nach den Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Hotelkette eine Pressemitteilung mit dem Stand der internen Ermittlungen. Der Abschlussbericht der Kanzlei kommt jetzt zu dem Ergebnis, "dass keine objektivierbaren Anhaltspunkte vorliegen, die es rechtfertigen würden, strafrechtliche und/oder arbeitsrechtliche Maßnahmen gegen den beschuldigten Mitarbeiter zu ergreifen".

Die Anwaltskanzlei Pauka & Link habe zahlreiche Zeugen befragt, von denen angeblich jedoch niemand Ofarims Version der Geschehnisse bestätigen konnte. Vielmehr hält der Bericht basierend auf den Zeugenaussagen fest, dass Ofarim mit den Worten "Was ist das für ein Scheißhotel?" seinerseits ausfällig wurde. Zudem soll er gedroht haben, später auf seinem Zimmer ein Video aufnehmen, das "viral gehen" werde. Der Musiker selbst sei ebenfalls von den Anwälten kontaktiert worden, habe jedoch ein Gespräch abgelehnt.

Ofarim unterstützt nicht den Bericht der Kanzlei

Bei RTL bestätigt nun Ofarims Anwalt, dass sein Mandant eine Kooperation für den ausführlichen Bericht verweigerte. Der Sänger werde nicht einer vom Hotel beauftragten Untersuchung zuarbeiten und dies sei auch mit der ermittelnden Staatsanwaltschaft so verabredet. In einem Schreiben gibt der Jurist an:

"Nach meiner Auffassung sollten die Ermittlungen auch weiterhin der verantwortlichen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei vorbehalten bleiben, die sehr engagierte Arbeit leisten."

Ofarim möchte in diesem Fall also ausschließlich mit den staatlichen Behörden kooperieren, wie auch aus einem weiteren Satz des Anwalts hervorgeht: "Ein vom Hotel bezahlter Untersuchungsbericht wird genauso wie zuvor an die Medien gespielte unvollständige Videosequenzen kein Beitrag zur Wahrheitsfindung sein."

Bereits nach der Veröffentlichung der Überwachungsaufnahmen aus dem Hotel durch die "Bild" hatte Ofarim schnell reagiert. Er gab an, es gehe hier um "was viel Größeres". Da er im Fernsehen oft mit der Davidstern-Kette zu sehen sei, wurde er aufgrund dessen beleidigt. Die offiziellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind derweil noch nicht abgeschlossen. Ofarim erstattete gegen den besagten Hotel-Mitarbeiter am 12. Oktober Strafanzeige, nachdem auch er eine Anzeige von der Person wegen Verleumdung bekommen hatte.

(ju)

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