Kasia Lenhardt starb mit nur 25 Jahren.
Kasia Lenhardt starb mit nur 25 Jahren.
Bild: kasia lenhardt/instagram

Toxische Beziehung? Kasia Lenhardts Mutter gewährt nach Tod ihrer Tochter erstmals Einblicke

24.08.2021, 13:1213.09.2021, 12:18

Am 9. Februar starb Model Kasia Lenhardt mit nur 25 Jahren. Sie wurde leblos in ihrem Berliner Appartement aufgefunden, hatte Suizid begangen. Der "Spiegel" hat nun detailliert über die Zeit vor Kasias Tod, ihre Beziehung zu Jérôme Boateng, die extrem toxisch gewesen sein soll, sowie die große Hasswelle, die kurz vor ihrem Suizid im Netz über sie hereingebrochen war, berichtet. Dafür recherchierte das Nachrichtenmagazin ausführlich im Umfeld der ehemaligen "Germany's next Topmodel"-Kandidatin und sprach mit einer Freundin sowie auch mit Kasias Mutter, Adrianna Lenhardt, die sich erstmals in einem Interview zum Tod ihrer ältesten Tochter äußert.

Dem "Spiegel" liegen zahlreiche Sprach- und Textnachrichten sowohl zwischen Kasia und Boateng, als auch zwischen Kasia und ihrer Mutter oder Freundinnen vor. Auch Nachrichten, die der Fußballer nach dem Tod an Adrianna Lenhardt geschickt haben soll, werden in dem Bericht zitiert. Zur Verfügung gestellt wurden diese Dokumente vor allem von Kasias Mutter. Sie ist auch knapp sechs Monate nach dem Tod ihrer Tochter noch immer auf der Suche nach den Antworten auf die Schuldfrage.

Kasias schwierige Beziehung zum Fußballprofi

Eins wird aus dem Bericht schnell klar: Die Beziehung zwischen Kasia und Jérôme Boateng scheint schwierig gewesen zu sein. Es wird sogar von einer toxischen Beziehung gesprochen. Beweisen sollen das die zahlreichen Nachrichten, die zwischen den Beteiligten geschrieben worden sind. Auch andere Frauen sollen immer wieder eine tragende Rolle gespielt haben. Unter anderem Rebecca Silvera, die auch öffentlich immer wieder gegen Kasia austeilte.

In welchem Verhältnis Boateng zu Silvera steht, wurde auch in den Medien immer wieder thematisiert. Sie behauptete, er sei ihr Freund, Boateng soll dies zumindest gegenüber Kasia und ihrer Familie immer abgestritten haben. Er soll Kasia sogar, so berichtet es Adrianna Lenhardt, geraten haben, Silvera einfach zu ignorieren. Es sei nicht ungewöhnlich, dass weibliche Fans sein Glück zerstören wollten, gab er demnach an.

Erst Monate später, nachdem Silvera auch Adrianna Lenhardt kontaktiert haben soll, habe Boateng angeblich eingeräumt, dass er sehr wohl mal etwas mit der Jamaikanerin gehabt und sie außerdem als eine Art Nanny fungiert habe.

Boatengs Interview löste Hasswelle aus

Besonders pikant: Gegenüber dem "Spiegel" behauptet Lenhardt, Boateng habe behauptet, von Silvera erpresst worden zu sein. Sie habe gedroht, wenn er sie verlasse, würde sie vor Gericht Falschaussagen machen und er seine Kinder verlieren. Interessanterweise machte er im Februar 2021 Kasia öffentlich einen ähnlichen Vorwurf. Denn nur wenige Tage vor ihrem Tod machte er überraschend in einem "Bild"-Interview die Trennung von Kasia öffentlich und behauptete:

"Kasia wurde meine Freundin, indem sie die Beziehung zu meiner Ex-Freundin Rebecca und meiner Familie zerstörte und mich erpresste."

Sie hätte während der Beziehung mehrfach gedroht, ihn zu zerstören. Also habe er beschlossen, "bei Kasia zu bleiben und zu versuchen, dass es funktioniert".

Das Interview schlug damals hohe Wellen und sorgte dafür, dass Kasia im Netz extreme Anfeindungen erfuhr. Kasias Mutter spricht in diesem Zusammenhang von einer "modernen Hexenjagd" und stellt klar: "Ich konnte meine Tochter nicht vor dem Tod beschützen."

Kasia habe Boateng ehrlich gemocht

Dass Boateng nur aus den damals benannten Gründen bei Kasia geblieben ist, zweifeln die "Spiegel"-Autorinnen an. Dafür führen sie beispielsweise öffentliche Geburtstagsglückwünsche von Boateng an Kasia an, in denen er sie mit ihrem Kosenamen "Bebu" anspricht. Hinzukommen Tätowierungen, die sich beide stechen ließen. Er trug ihren Namen "Katarzyna" unter der linken Brust, sie trug seinen Namen an der gleichen Stelle.

Außerdem zeigt Adrianna Lenhardt Fotos von gemeinsam verbrachten Familienfesten und Urlauben. Noch Weihnachten 2020 habe man zusammen verbracht. "Er hat mich immer ganz herzlich Mama genannt", behauptet Adrianna Lenhardt. Textnachrichten, die dem "Spiegel" vorliegen, sollen dies belegen.

Adrianna Lenhardt ist sich sicher: Ihre Tochter habe Jérôme Boateng ehrlich gemocht und sei nicht aus Fame-Gründen mit ihm zusammen gewesen. Seine Leidenschaft für Mode und seine Liebe zu seinen Kindern seien Dinge gewesen, die ihr besonders gefielen.

Kasia Lenhardt: "Mein Leben ist gelaufen"

Kasia Lenhardt war Hass im Netz als Influencerin zu einem gewissen Grad sicherlich gewohnt, doch mit dem, was ihr nach Boatengs Interview mit der "Bild" und den harten Anschuldigungen gegen sie entgegenschlug, kam sie offenbar nicht mehr klar. "Ich bin im Arsch. Ich kann nicht mehr wirklich", schrieb Kasia in einer Nachricht, die ihrer Mutter vorliegt. In einer weiteren Sprachnachricht sagt Kasia außerdem gegenüber ihrer Mutter:

"Mein Leben ist gelaufen. Alle sind gegen mich. Alle hassen mich."

Kasias Mutter behauptet weiter, ihre Tochter habe kurz vor ihrem Suizid nichts mehr gegessen und auch nicht mehr geschlafen. "Sie hat nur noch auf ihr Handy gestarrt. Tag und Nacht", so Adrianna Lenhardt.

Adrianna Lenhardt sieht Verantwortung auch bei Boateng

Hinzukommt, dass Kasia kurz vor ihrem Tod erpresst worden sein soll. Ein Unbekannter behauptete, man habe Drogen in ihrem Auto gefunden, mit dem sie kurz zuvor einen Unfall gebaut hatte. Derjenige drohte, mit den Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn sie nicht eine bestimmte Summe zahlen würde. Kasia erstattete Anzeige, Drogen wurden in dem Wagen nicht gefunden.

Der öffentliche Hass, die Erpressung, das Interview von Jérôme Boateng – für Kasia war das womöglich alles zu viel. "Ich will ihn nicht beschuldigen", sagt Adrianna Lenhardt über den Fußballprofi. Doch er müsse die Verantwortung tragen, dass ihm eine zentrale Rolle in dem Unglück ihrer Tochter zukomme, meint Adrianna Lenhardt.

Wenn du jemanden kennst, der Suizidgedanken hat oder selbst welche hast
Bestimmte Dinge beschäftigen dich im Moment sehr? Du hast das Gefühl, dich in einer ausweglosen Situation zu stecken? Wenn du dir im Familien- und Freundeskreis keine Hilfe suchen kannst oder möchtest – hier findest du einige anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichst du rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen du über deine Sorgen und Ängste sprechen kannst. Auch ein Gespräch via Chat oder E-Mail ist möglich.

Kinder- und Jugendtelefon: Der Verein "Nummer gegen Kummer" kümmert sich vor allem um Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der Rufnummer 116 111.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Bei MuTeS arbeiten qualifizierte Muslime ehrenamtlich. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch.

Hier findest du eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland.

(jei)

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