Mathias Mester und Renata Lusin traten als Schlümpfe im "Let's Dance"-Finale auf.
Mathias Mester und Renata Lusin traten als Schlümpfe im "Let's Dance"-Finale auf.Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

"Let's Dance"-Finaltanz: Profis schämen sich für Schlumpf-Performance fremd

24.05.2022, 14:48

Seit Freitagabend steht es fest: René Casselly ist der "Dancing Star 2022". Im Finale setzte er sich gegen Janin Ullmann und Mathias Mester durch, wobei Letztgenanntem ohnehin nur Außenseiterchancen eingeräumt worden waren. Am Ende sorgte der ehemalige Profi-Leichtathlet aber noch einmal für einen besonderen Moment, der aus der Show komplett herausfiel: Er und Tanzpartnerin Renata Lusin performten als Schlümpfe verkleidet. Als Zugabe sahen die Zuschauer Bastian Bielendorfer als Vater Abraham und Profi Valentin Lusin als Gargamel, weitere Profis wie Christina Luft waren als Schlümpfe involviert.

Was sicherlich als humoristisches Highlight zum Abschluss gedacht war, kam allerdings nicht bei allen gut an. Die Profitänzer Oana Nechiti und Erich Klann rechnen in ihrem Podcast "Tanz oder gar nicht" mit der ganzen Idee hinter dem blauen Spektakel ab.

"Let's Dance": Ex-Show-Profis rechnen mit Finalpaar ab

"Das ist für mich ein No-Go gewesen. Ein komplettes No-Go. Das muss man nicht unbedingt machen", wettert Erich gegen den Schlümpfe-Tanz, und kommt erst später so richtig in Fahrt: "So sehr Kitsch, ohne richtige Message, sondern einfach nur Kindertheater", lautet sein hartes Urteil. Er habe sich "fremdgeschämt".

Mathias und Renata erhielten auf dem Parkett Unterstützung von anderen "Let's Dance"-Profis.
Mathias und Renata erhielten auf dem Parkett Unterstützung von anderen "Let's Dance"-Profis.Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Die Kritik im Podcast richtet sich aber nicht nur gegen die Choreografie, sondern auch die Umsetzung durch Mathias und Renata. Gerade im Vergleich zu René und Janin sei die Nummer einfach zu sehr abgefallen, meint Oana:

"Für mich ist das auf die leichte Schulter genommen, zu sagen: Wir malen uns die Gesichter blau und dann ziehen wir lustige Mützen an. Damit ist die Sache nicht erledigt, denn tänzerisch war das keine Top-Leistung. Die haben es sich viel zu leicht gemacht."

Die 34-Jährige kann im Podcast auch gar nicht nachvollziehen, warum der kleinwüchsige Mathias an dieser Stelle den Beweis erbringen musste, über sich selbst lachen zu können: "Warum musst du über dich selber lachen? Keiner lacht über dich. Wir haben euch alle wahrgenommen, respektiert, wir haben euch angehimmelt. Warum gibt es keine würdige Nummer am Ende, wo war die Botschaft heute? Du hättest die Botschaft, die du über Monate getragen hast, so schön abschließen können", ärgert sich die Tänzerin.

Für beide Profis ist im Podcast klar: Auch Renata und Mathias wussten eigentlich, dass sie gegen die starke Final-Konkurrenz keine wirkliche Chance haben würden. Daher hätte der Ansatz für den letzten Tanz ein ganz anderer sein müssen. "Ich werde vielleicht nicht gewinnen, aber emotional werde ich euch alle mitnehmen. Da hätte ich gesagt: Sieger der Herzen. Das hätte er sein müssen", hält Oana fest. Und auch Erich "hätte eine Nummer genommen, die bleibt".

Auch die "Let's Dance"-Jury kriegt ihr Fett weg

Für die Podcaster geht es aber auch um die anderen Profitänzer, die in die Schlümpfe-Darbietung involviert waren. Ihnen und ihrer harten Arbeit für die Show sei dieser Tanz keineswegs nicht gerecht geworden. Oana wettert:

"Das war nicht einmal 'Let's Dance Kids'. Das wird unserem Tanzsport nicht gerecht. Ich hätte das unseren Profis niemals angetan."

Ihr Mann Erich kann ihr auch in diesem Punkt nur zustimmen. "Ich will das nicht. Auch nicht für Leute, die so viel geopfert haben. Man kann sich lustig über sich selber machen, aber nicht über die Arbeit, die ich über Jahre geleistet habe. Das ist nicht profiwürdig", so seine Einschätzung.

Fakt ist allerdings: Mathias und Renata bekamen für den Schlümpfe-Tanz die volle Punktzahl der Jury. Dies sei "die Kirsche obendrauf" gewesen, spottet Oana. Die Wertungen für die tänzerisch klar besseren Kandidaten René und Janin hätten damit nicht zuletzt an Bedeutung verloren, und der humorbetonte Ansatz von Mathias und Renata könne die technischen Defizite nicht ausgleichen.

Oana holt noch einmal aus: "Es war auch keine Nummer, bei der ich mich kaputtlache", und tatsächlich habe sich die Jury um Llambi ja auch nicht gerade auf dem Boden gekugelt. Das macht die hohe Wertung noch weniger nachvollziehbar.

(ju)

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