MontanaBlack in einem seiner Twitch-Streams

MontanaBlack reagierte auf Twitch empfindlich auf Trauerbekundungen zu Karin Ritter. Bild: Screenshot / twitch / MontanaBlack88

"Wer um die Frau trauert, dem ist nicht mehr zu helfen": Überraschendes Statement von Streamer zum Tod von Karin Ritter

Die Nachricht über den Tod von Karin Ritter erfährt wenig Aufmerksamkeit und kein Mitleid in Twitch-Kreisen. Die Verstorbene und ihre Familie wurden seit 1994 von "Stern TV" in regelmäßigen Abständen begleitet. Karin und ihre Angehörigen scheuten sich nicht, auch vor laufenden Kameras immer wieder gegen Migranten zu hetzen. Sie selbst hatte Kontakte zu stadtbekannten Nazis, ihre Söhne wollten seit ihrer Kindheit Skinheads werden.

Zudem erlangte die "Nazifamilie Ritter", wie sie in den Medien oft genannt wurde, traurige Berühmtheit durch teils sehr skurrile Aktionen. Beispielsweise brachen Karins Söhne 2019 in den Köthener Tierpark ein, um dort zwei Papageien, vier Meerschweinchen, Chinchillas und einen Hasen zu klauen. Auch Karins Enkelin Jasmin soll damals an der Diebestour beteiligt gewesen sein.

Trotz rassistischer Ansichten wurde Karin Ritter zum Netz-Phänomen

Das resolute Familienoberhaupt, das jetzt mit 66 Jahren verstarb, sorgte in den "Stern TV"-Beiträgen mit abschätzigen Sprüchen und Beschimpfungen für besondere Aufmerksamkeit. Auch an der Youtube- und Twitch-Szene ging das alles nicht unbemerkt vorbei. Verschiedene Influencer besuchten Karin Ritter sogar in Köthen, andere reagierten auf die TV-Beiträge oder erstellten Memes zu ihren Sprüchen.

Karin Ritter

Karin Ritter und ihre Familie waren mehrmals im Jahr Thema bei "Stern TV". Bild: Stern TV/RTL

Auch der Twitch-Star MontanaBlack, der auf der Streaming-Plattform 3,4 Millionen Follower hinter sich versammelt und dreimal wöchentlich vor Tausenden Usern zockt oder über das aktuelle Netz-Geschehen sinniert, sah sich in Streams Ritter-Videos an und reagierte in der Vergangenheit darauf.

MontanaBlack hält nichts von Beileidsbekundungen zum Tod Karin Ritters

Es dauerte also auch nicht lange, bis seine Zuschauer Marcel Eris, wie die Netzbekanntheit mit bürgerlichem Namen heißt, auf Karin Ritters Tod im Chat ansprachen. Überrascht dürften sie von seiner Antwort darauf gewesen sein: "Ich habe mitbekommen, dass Karin Ritter tot ist, aber dafür interessiere ich mich überhaupt nicht." Und weiter:

"Eine Frau, die dadurch bekannt geworden ist, ihre Söhne zu Nazis erzogen zu haben und rechtsradikale Scheiße verbreitet hat, hat in keiner Art und Weise irgendeine Aufmerksamkeit in meinem Livestream-Chat verdient."

Beileidsbekundungen, die erste Zuschauer schon in den Chat geschrieben hatten, duldete der gebürtige Buxtehuder außerdem in keinster Weise: "Mir tut's leid für die Familie, aber wer um die Frau trauert, außer der Familie, dem ist nicht mehr zu helfen."

Zuvor wurde Karin Ritters Gedankengut wenig hinterfragt

Eine klare Ansage, denn zuvor schien Monte sich auch von den "Stern TV"-Beiträgen gut unterhalten gefühlt zu haben. Karins mittlerweile geflügelter Satz "Sympathisch, man kann sich unterhalten", den sie in einem Interview mit dem Youtuber Gurkensohn äußerte, ging sogar in Eris' Sprachgebrauch über.

Zudem lobte er schon im Oktober 2019 eine Belohnung für das beste Familie-Ritter-Emoticon für seinen Twitch-Chat aus. Ein Emote von Karin Ritter war letztlich bis zu ihrem Tod in seinem Chat verfügbar.

Es existieren zudem auch Videos von Karin Ritter auf Youtube, in denen sie MontanaBlack grüßt. Ob sie ihn tatsächlich kannte oder ob sie nur für den Clip zu einem Gruß an ihn aufgefordert wurde, ist unklar.

Festzuhalten bleibt, dass Ritter und ihre rechtsextreme Haltung von der Netz-Szene wenig hinterfragt wurde. Erste spontane Beileidsbekundungen nach ihrem Tod wurden deshalb von der Social-Media-Community scharf kritisiert. Monte, der sich ebenfalls schon mit Nazi-Vorwürfen konfrontiert sah, scheint nun also wohlüberlegt gehandelt zu haben.

(cfl)

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