Thomas Gottschalk blickt in einem neuen Interview auf seine langjährige Karriere zurück.
Thomas Gottschalk blickt in einem neuen Interview auf seine langjährige Karriere zurück.Bild: imago images / imago images

Thomas Gottschalk mit Geständnis über heftigen Witz: "Solche Gags gehen nicht mehr"

02.07.2022, 16:20

Mit mittlerweile 72 Jahren ist Thomas Gottschalk praktisch nicht aus der deutschen Fernsehlandschaft wegzudenken, erst im November 2021 verhalf er "Wetten, dass..?" zu einem berauschenden Comeback – kein Wunder, dass das ZDF im kommenden November nachlegen will.

Auf die jüngeren Generationen blickt der Entertainer aber durchaus skeptisch, wie er nun in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" klarmacht.

Thomas Gottschalk schießt gegen Influencer und Reality-Stars

Social-Media-Stars scheinen Gottschalk ein Dorn im Auge zu sein, deren Ruhm kann er zumindest nicht ganz nachvollziehen – und auch Reality-Darsteller kommen bei ihm überhaupt nicht gut weg. "Ich muss aufpassen, dass ich nicht meine komplette Zeit damit verplempere, irgendwelche Reality-Stars oder Youtube-Influencer zu beschimpfen, weil ich nicht an sie glaube", meint er frei heraus, bevor er das Problem weiter konkretisiert:

"Diese ganzen Leute mit fünf Millionen Followern zwischen neun und elf Jahren, und du merkst jedes Mal, wenn die den Mund aufmachen, dass die an alle ihre fünf Millionen Follower denken und bloß nix falsch machen wollen."
Gottschalk beim "Wetten, dass..?"-Revival mit Michelle Hunziker.
Gottschalk beim "Wetten, dass..?"-Revival mit Michelle Hunziker.Bild: dpa / Daniel Karmann

Gottschalk hingegen hat bekanntlich keine Angst davor, auch mal anzuecken. Er selbst sei durch die "harte Schule der Unterhaltung" gegangen und kommt zu dem Ergebnis: "Das fehlt den Reality-Dödeln heute." Geht es um die Jungstars von heute, muss Gottschalk sich teilweise sogar richtig zurückhalten, so fremd ist ihm der Hype: "Das ist die große Gefahr, in der ich derzeit bin, dass ich mir ständig denke: Meint ihr das wirklich ernst?" Namen nennen will er bei der Gelegenheit allerdings nicht.

Tatsächlich hat er für die Nachwuchs-Entertainer aber sogar ein wenig Mitleid übrig: "Die junge Generation heute ist so weichgekocht und so ängstlich auf Erfolg bedacht. Die steht so unter Druck. Das tut mir leid." Er selbst habe einst im Radio Künstler und Redakteure beschimpft, ohne ernsthafte Konsequenzen fürchten zu müssen – "das ging damals, solange die Zuhörer es lustig fanden".

Gottschalk schlägt selbstkritische Töne an

Im Gespräch mit dem "RND" zeigt sich die Show-Ikone jedoch auch selbstkritisch. Hier gibt er zu: "Ich muss aufpassen, dass ich nicht zu einem schimpfenden alten Mann werde. Da ist bei mir gewiss auch ein bisschen Neid mit dabei auf eine Generation, die es noch vor sich hat."

Schließlich führt er sich dabei auch sein eigenes Werk vor Augen, genauer gesagt die "Supernasen"-Reihe mit Mike Krüger, welche 2022 ihr 40-jähriges Jubiläum feierte. Gottschalk erinnert sich vor allem an einen Film-Gag, den er aus heutiger Sicht ziemlich fragwürdig findet:

"Bei den Ausschnitten ist mir teilweise schwummrig geworden. In einer Filmszene lese ich aus einer Zeitung vor. Da steht geschrieben: Im Englischen Garten wird jemand gesucht, der Frauen belästigt. Und Mike antwortet: Vielleicht bewerbe ich mich. Solche Gags gehen nicht mehr – egal, ob witzig oder nicht."

Übrigens hat Gottschalk in diesem Interview durchaus auch positive Worte für junge Menschen übrig. Dass das "Wetten, dass..?"-Revival auch bei dieser Zielgruppe so einschlug, überraschte ihn nämlich sehr: "Wir waren bei allen Zielgruppen vorne. Die jungen Leute haben sich darauf eingelassen. Ich habe Bauklötze gestaunt."

(ju)

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