Kim Novak gehört zu den großen Leinwandikonen der 50er- und 60er-Jahre. Mit Alfred Hitchcocks "Vertigo" schrieb sie Filmgeschichte, privat sorgte ihre Liebesbeziehung mit Entertainer Sammy Davis Jr. für Aufsehen – nicht zuletzt, weil sie in einer von Rassismus geprägten Zeit für Hollywood-Studio-Bosse ein Tabu darstellte.
Nun wird diese Phase ihres Lebens von Sydney Sweeney im Biopic "Scandalous" dargestellt. Doch die heute 92-Jährige äußert schon vor der Veröffentlichung deutliche Kritik und teilt eine Befürchtung.
In einem Interview stellt Novak klar, dass sie mit dem Filmtitel überhaupt nicht einverstanden ist:
Ihre Sorge ist, dass der Film ihre Beziehung auf das Körperliche reduzieren könnte: "Ich bin besorgt, dass sie das alles auf sexuelle Gründe herunterbrechen."
Die Verbindung zu Davis endete damals abrupt, nachdem Columbia-Chef Harry Cohn Davis offen mit Gewalt durch die Mafia drohte. Für das Studio sei die Liaison "schlecht fürs Geschäft" gewesen.
Novak sprach mit "The Guardian" anlässlich des Filmfestivals in Venedig, wo die Dokumentation "Kim Novak's Vertigo" über ihr Leben vorgestellt wurde.
Für die Schauspielerin ist das ein bewegender Moment: "Es ist unglaublich, diese Anerkennung zu erfahren und dieses Geschenk zu bekommen, bevor mein Leben zu Ende geht. Ich glaube, ich werde genauso für meine Authentizität geehrt wie für mein Schauspiel."
Regie bei "Scandalous" führt Schauspieler Colman Domingo, für den es das erste Mal auf dem Regiestuhl ist. Sydney Sweeney wird Novak verkörpern – eine Besetzung, die viel Aufmerksamkeit generiert, zumal die 27-Jährige ohnehin seit Wochen Diskussionen anheizt.
Zusammen mit American Eagle veröffentlichte die Schauspielerin kürzlich eine Kampagne, in der es auch um ihre "guten Gene" geht. Im Zentrum steht dabei ein umstrittenes Wortspiel: Das englische Wort für Gene ("genes") und das Wort Jeans klingen gleich.
Im Kino landete Sweeney gerade zwei Flops hintereinander, weder "Americana" noch "Eden" konnte an den US-Kassen überzeugen. Einen Hit könnte die "Euphoria"-Darstellerin also dringend mal wieder gebrauchen.