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Mola Adebisi und Oliver Pocher behandeln den Rassismus-Skandal rund um "Die letzte Instanz". Bild: Oliver Pocher/instagram

Oliver Pocher und Mola Adebisi reagieren auf Rassismus-Eklat um WDR-Show: "Es ist traurig"

Am Wochenende sorgte die WDR-Sendung "Die letzte Instanz" für viel Kritik. Thomas Gottschalk, Micky Beisenherz, Janine Kunze und Jürgen Milski diskutierten bei Moderator Steffen Hallaschka über Rassismus, wobei einige fragwürdige Äußerungen getätigt wurden. Am Ende sprachen sich alle vier dafür aus, den Begriff "Zigeunersauce" weiter zu verwenden. Zudem fiel negativ auf, dass niemand an der Gesprächsrunde teilnahm, der tatsächlich von Rassismus betroffen ist beziehungsweise die entsprechende Lebenswirklichkeit in Deutschland nachvollziehen kann.

Janine Kunze postete mittlerweile ein selbstkritisches Statement auf Instagram und Beisenherz schrieb auf Twitter: "Eine Sendung, in der vier Kartoffeln sitzen und mittels Karten über Rassismus abstimmen hat ein Problem." Der WDR versah den Vorspann der Sendung derweil nachträglich mit einem besonderen Hinweis. Nun äußerten sich Oliver Pocher und Mola Adebisi auf Instagram zu dem Fall.

Pocher und Adebisi kritisieren WDR-Show

Oliver Pocher ging am Montag für eine Live-Ausgabe seiner Bildschirmkontrolle auf Sendung und behandelte dabei auch den Rassismus-Eklat. Für die zweifelhafte personelle Zusammensetzung der Diskussionsrunde bei "Die letzte Instanz" fand er sofort zwei kritische Vergleiche: "Wenn vier Metzger über Vegetarier diskutieren oder vier Blinde über Farbe".

Doch damit wollte er es nicht belassen. Vielmehr holte sich der 42-Jährige mit seinem einstigen Viva-Kollegen Mola Adebisi eine Person of Color vor die Kamera und es entwickelte sich ein mehrminütiges Gespräch. Beide waren laut Pocher zuvor übrigens auf Corona getestet worden und Mola sei "die einzige Person im Hausstand". Der Überraschungsgast bekundete dann sofort im Hinblick auf "Die letzte Instanz":

"Die Besetzung war vollkommen falsch!"

Mola Adebisi und Oliver Pocher sprechen über den Rassismus-Eklat im Zuge von

Mola Adebisi und Oliver Pocher diskutieren das Thema Alltagsrassismus in der Bildschirmkontrolle. Bild: Oliver Pocher/instagram

Der Moderator verweist dann darauf, dass er sich schon einmal in einer öffentlichen Gesprächsrunde zum Thema Alltagsrassismus äußerte, aber dafür einen riesigen "Shitstorm" erntete. Damals habe er gedacht, als Schwarzer könne er doch von seinen Erfahrungen berichten, allerdings bewertet er die Sache heute offenbar anders. Mola deutet nämlich an, dass er selbst durchaus Privilegien genießt und führt dazu näher aus:

"Dann wurde mir von der Community beigebracht, dass ich das nicht bewerten kann, weil ich ja Mola Adebisi bin. Und das stimmt tatsächlich. Der Punkt ist: Der Rassismus fängt nicht bei dem an, was ich empfinde, was du empfindest, was Janine Kunze empfindet. Es beginnt bei der kleinsten Einheit, bei demjenigen, der am sensitivsten ist, den du beleidigst. Da müssen wir ansetzen. Ich wurde bedroht, ich habe Morddrohungen erhalten, aber wenn man mal ganz ehrlich ist: Damals zu meiner Viva-Zeit hatte ich zwei Securitys mit Pistole und fühlte mich doch relativ sicher."

Man müsse Menschen einladen, die unter widrigen Bedingungen in Deutschland leben, mit einer Sprachbarriere zu kämpfen haben und eben wirklich konstant Rassismus erfahren. Prominente wie beispielsweise Fußballstars, denen es finanziell gutgeht, sieht Mola davon grundsätzlich ausgenommen. "Das war sehr unsensibel, was da passiert ist", bilanziert er.

Dann lenkt Pocher den Blick auf notwendige Entwicklungen der Sprache und meint: "Ich find ja gut, dass sich Sachen jetzt verändern". Als Beispiel führt er die Bezeichnung "Schokokuss" an, die sich mittlerweile durchgesetzt hat. Und Mola ergänzt zu dem in "Die letzte Instanz" behandelten Begriff, der die Sinti und Roma diskriminiert: "Das wurde den Menschen einfach aufgedrückt."

"Wenn man's weiß, sollte man das einfach auch beherzigen", stellt Pocher klar. Ihm selbst sei bis vor Kurzem übrigens noch gar nicht klar gewesen, dass "Eskimo" auch ein Schimpfwort und "Inuit" daher zu bevorzugen ist. Ebenfalls sei es nach Meinung des Comedian durchaus angebracht, über eine Umbenennung gewisser Straßen und Plätze nachzudenken. Eine "Mohrenstraße" oder einen "Mohrenplatz" etwa solle es idealerweise gar nicht mehr geben.

"Es ist traurig", halten Pocher und Mola schließlich für die finale Abstimmung mit roten Karten in "Die letzte Instanz" fest. Der RTL-Entertainer bemerkt aber auch, es sei positiv, dass nun kritische Diskussionen in Gang kommen und "man sich grundsätzlich Gedanken macht".

(ju)

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