Eigentlich sollte Gal Gadot beim Filmfestival in Venedig über den roten Teppich gehen, um ihr neues Projekt "In the Hand of Dante" vorzustellen. Doch die israelische Schauspielerin wird in diesem Jahr nicht erscheinen.
Der Grund: massive Protestaufrufe rund um ihre Teilnahme und Befürchtungen, sie könne ins Zentrum politischer Auseinandersetzungen geraten.
Der Film, in dem Gadot an der Seite von Gerard Butler spielt, feiert in Venedig Premiere. Beide Stars stehen allerdings wegen ihrer Haltung zum Krieg in Gaza unter Druck.
Insbesondere die Organisation Artists4Palestine hatte gefordert, die Einladungen an Gadot und Butler zurückzuziehen. Man solle keine Bühne für Persönlichkeiten bieten, die als Unterstützer:innen Israels wahrgenommen werden.
Die Festivalleitung stellte klar, dass sie niemanden ausschließe. Alberto Barbera, künstlerischer Leiter der Biennale, betonte: "Wir sind eine kulturelle Institution, ein Ort für Offenheit und Debatte. Wenn jemand hier sein möchte, darf er das auch."
Gleichzeitig sprach er seine "große Trauer" über die Opfer im Gaza-Krieg aus, insbesondere über getötete Kinder.
Trotz der Bekräftigung der Festival-Verantwortlichen hat Gal Gadot laut "Daily Mail" entschieden, dem Event fernzubleiben.
Politiker:innen in Italien kritisierten bereits die Boykottaufrufe gegen die Hollywood-Stars. Isabella De Monte von der Partei Forza Italia erklärte, Gadot werde nur deshalb angegriffen, weil sie Israelin sei. "Das Festival verdient Respekt", stellte sie fest.
Die Sicherheitsmaßnahmen in Venedig sind dieses Jahr besonders streng. Bereits jetzt sind ein verstärkter Polizeieinsatz, Absperrungen und Taschenkontrollen in Kraft. Für Samstag ist eine Großdemonstration angekündigt, kleinere Proteste fanden schon vor Beginn des Festivals statt.
Das Thema sorgt auch in Hollywood für Diskussionen. Unter anderem Brad Pitt engagiert sich als Produzent für den Wettbewerbsbeitrag "The Voice of Hind Rajab", der sich mit dem Schicksal eines palästinensischen Mädchens befasst, das im Krieg ums Leben kam.
Für Gadot ist es 2025 nicht die erste Schlagzeile. Erst kürzlich äußerte sie sich zur enttäuschenden Resonanz auf Disneys "Schneewittchen"-Remake, in dem sie die böse Königin verkörperte.
Der Film spielte trotz hoher Erwartungen nur rund 200 Millionen Dollar ein – zu wenig angesichts der enormen Produktions- und Marketingkosten.
Gadot verband das schwache Ergebnis mit dem politischen Klima nach dem 7. Oktober. Viele Künstler:innen seien unter Druck geraten, sich öffentlich gegen Israel zu positionieren.
Die Schauspielerin gilt als Unterstützerin des israelischen Militärs und zeigte sich im Zuge des Gaza-Kriegs und mit Blick auf die Geiseln mehrfach solidarisch mit ihrem Heimatstaat.