Elyas M'Barek zeigt Gesicht gegen Antisemitismus und macht sich damit nicht nur Freunde.
Elyas M'Barek zeigt Gesicht gegen Antisemitismus und macht sich damit nicht nur Freunde.
Bild: www.imago-images.de / Hein Hartmann

Elyas M'Barek bezieht Stellung gegen Antisemitismus – und kontert Attacke von Rapper

20.05.2021, 13:27

Die Gewalt in Nahost spitzt sich seit einigen Tagen zu und viele Menschen bezogen deutlich zu dem Thema Stellung. Am Wochenende kam es international zu zahlreichen Demonstrationen, in Berlin beispielsweise wurden bei anti-israelischen Protesten sogar mehrere Teilnehmer festgenommen. Im Internet ist der Konflikt ebenfalls das bestimmende Thema, diverse Stars haben sich im Verlauf der vergangenen Woche zu Wort gemeldet.

Zu ihnen gehört der Schauspieler Elyas M’Barek, der sich am Montagabend klar gegen Antisemitismus positionierte. Auf Twitter, Facebook sowie Instagram erhielt er dafür viel negatives Feedback, und zwar auch von prominenter Seite. Unter anderem der Musiker und "4 Blocks"-Star Massiv ging den 38-Jährigen verbal an.

Elyas M’Barek von Massiv attackiert

Der "Fack Ju Göhte"-Star schrieb in sozialen Netzwerken schlicht "Stoppt Antisemitismus!", doch das genügte bereits, um zahlreiche User zu provozieren – dabei ist das Statement gar nicht einmal zwangsläufig eine Positionierung im Nahostkonflikt als vielmehr eine allgemeingültige Aufforderung an seine Follower.

Trotzdem brach umgehend ein Shitstorm auf M’Barek ein, mehrere Nutzer kündigten an, dem Schauspieler zu entfolgen. "Sag' das den weißen Leuten, für die du jahrelang den Türken gespielt hast", lautet einer von zahlreichen aufgeladenen Kommentaren. Schließlich schaltete sich auch Massiv bei Instagram ein und bezichtigte seinen Kollegen, ein falsches Spiel zu spielen. Unter M'Bareks Beitrag schrieb der Rapper palästinensischer Abstammung:

"Du warst dir zu schade, was Schönes für deine Geschwister zu schreiben? Damit kannst du nicht punkten bei deiner scheinheiligen 'bayrische Filmpreis'-Welt? Es macht mich traurig, dass du genau jetzt dich dafür entscheidest, lieber diese Karte zu spielen, anstatt an unserer Seite auf die unterdrückten Menschen hinzuweisen? Du hast Recht, stoppt den Antisemitismus, aber ich betone: Stoppt auch die minimale Wasserzufuhr in den Gaza zu versalzen. Stoppt die gezielte Täuschung, uns alle als radikal darzustellen, stoppt das Töten unserer Kinder."

Damit war die Antwort allerdings noch nicht zu Ende, im Gegenteil wurde der Angriff noch eine Spur persönlicher. Massiv fügte hinzu: "Du weißt genau, was du machst, du bist alles, aber nicht dumm. Diese Aktion zeigt mir nur, wie gleichgestrickt deine ganze Szene ist. Kreischende Fans sind dir wichtiger als weinende Babys."

M’Barek kontert Vorwürfen bei Social Media

Dies ließ M'Barek allerdings nicht auf sich sitzen. Der Darsteller konterte Massiv in sachlichem Ton und betonte, dass es ihm gar nicht darum ging, die Seiten im Nahost-Konflikt zu bewerten: "Massiv mein Lieber. Ich spreche mich hier klar und eindeutig gegen Antisemitismus aus. Period. Genauso, wie ich mich gegen Rassismus oder jede andere Form von Diskriminierung aussprechen will. Ich möchte mir nicht anmaßen, ein Urteil über einen unsäglichen, Jahre andauernden Nahost-Konflikt zu fällen."

Massiv erhob bei Social Media Vorwürfe gegen Elyas M'Barek.
Massiv erhob bei Social Media Vorwürfe gegen Elyas M'Barek.
Bild: Turner Broadcasting System Europe Limited & Wiedemann & Berg Television GmbH & Co.

Der gebürtige Münchner stellte zudem deutlich heraus, dass er sich nur Frieden wünsche. Seine Replik schloss er mit den folgenden Worten ab:

"Ich bin es nur leid, dass immer wieder stereotype Feindbilder beschworen werden und so viele Menschen auf allen Seiten leiden, die nichts dafür können, ich wünsche mir Frieden und ein menschliches Miteinander. Toleranz und Respekt für jeden, kein Hass."

Indes gibt es auch Stars, die M'Barek bei Social Media jetzt den Rücken stärken. Moses Pelham etwa versah das Statement gegen Antisemitismus schlicht mit einem Herz-Emoji und sowie betenden Händen. Und auch von Star-Koch Roland Trettl gab es positives Feedback. Er antwortete: "Jawohl!! Und jede andere Art von Hass gleich mit."

(ju)

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