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Amira und Oliver Pocher: In ihrem Podcast sprechen sie über ein brisantes Thema und richten ein Appell an Eltern. Bild: imago images/ localpic

Oliver Pocher: "Pädophile im Darknet führen Ratings über prominente Kinder durch"

Amira und Oliver Pocher klagen immer wieder an, dass Promis ihre Kinder vermarkten und im Netz ein Foto nach dem nächsten von ihnen veröffentlichen würden. Die Pochers setzen sich zudem gegen Pädophilie und Kindesmissbrauch ein und versuchen, Eltern zu sensibilisieren. Profile in sozialen Netzwerken, die gegen die Richtlinien verstoßen, melden sie konsequent.

In ihrer neuesten Podcast-Folge sprachen sie erneut über das Thema. Dabei ging es speziell um Kinderseiten im Darknet, die ihnen zugeschickt wurden. Das hätten sie bis jetzt noch nicht erzählt, doch nun sei es an der Zeit. Im Zuge dessen erklärten sie, wo die Kinderfotos außerhalb von Instagram auftauchen würden und richteten einen Appell an die Eltern.

Amira und Oliver Pocher berichten von brisanter E-Mail

Oliver Pocher erklärte zunächst, dass die Fälle von Kindesmissbrauch diese Woche sehr präsent waren, weil es diverse Fälle in Deutschland gegeben hat. Allein in Münster sei Material sichergestellt worden, bei dem man 30 Jahre bräuchte, um alles zu sichten. Auch Amira hätte diese Woche ein Missbrauchs-Video zugeschickt bekommen. Pocher meinte:

"Das Video, was wir da gesehen haben, das hat wirklich dem Fass den Boden ausgeschlagen. Das war wirklich so krass, dass Amira einen kleinen Nervenzusammenbruch bekommen hat, als sie das gesehen hat."

Jetzt seien sie in der Situation, wo sie einfach noch mal über dieses Thema sprechen müssten. Dies sei der Unterschied zu vielen Influencern, die wie in der aktuellen Situation einmal kurz ein schwarzes Quadrat posten und dann sagen würden, das war's. "Wir sind an dem Thema auch wirklich nachhaltig drangeblieben und haben auch weiter gemacht – ohne jedes Mal einen Zwischenstand rauszuposaunen und zu sagen, oh guck mal, was wir hier erreicht haben." Amira sei zudem sehr froh darüber, dass sie bereits viel erreicht hätten. Über 15.000 Accounts seien allein geschlossen worden.

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Oliver und Amira Pocher: Auf Instagram teilte der Comedian, was sie zugeschickt bekommen haben. Bild: instagram/ oliver pocher

Dann erzählte die 27-Jährige, dass ihre Agentur vor einem Monat eine brisante E-Mail zugeschickt bekommen hätte, von einem sogenannten "Kinderfreund". In dieser Nachricht hieß es unter anderem: "Sehr geehrter Herr Pocher, Pädophile haben in unserer Gesellschaft leider einen ziemlich schlechten Ruf. Dabei vergehen sich die meisten von uns niemals an Kindern." Dann schickte der Unbekannte Screenshots von Profilen prominenter Kinder, die im Darknet zu finden seien.

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Oliver Pocher: Der Comedian prangerte die Influencer an. Bild: instagram/ oliver pocher

Amira sagte: "Ich habe die Screenshots gesehen und musste die Kotze zurückhalten. Ich darf euch das leider nicht zeigen. Es ist zwar so zugeschnitten, dass man den Link der Seite nicht sieht, aber das ist alles beim LKA und die müssen das natürlich im Darknet finden."

Diese Seiten seien wie Profile angelegt. Es würde verschiedene Kategorien geben, wo die Nutzer für abstimmen könnten. Oliver ergänzte: "Die Kinder werden genau beschrieben, wie bei einer Betriebsanleitung." Dazu würde kommen: "Pädophile im Darknet führen Ratings über prominente Kinder durch."

Amiras Appell an alle Eltern

Amira hätte diese Screenshots mit der E-Mail an alle prominenten Eltern geschickt, die davon betroffen waren. Der 42-Jährige ergänzte: "Jeden dieser Eltern haben wir darüber informiert und haben gesagt: Leute, überlegt euch noch mal ganz genau, was mit euren Kindern ist, was ihr zeigt. Weil das, was wir erzählen, ist nicht irgendein Schwachsinn." Und weiter:

"Kinder müssen nicht im Internet auftauchen. Wenn sie mal auf irgendeiner Familienfeier sind, ist es was anderes. Aber es muss nicht sein, dass man seine Kinder im Dubai-Urlaub in Badeklamotten zeigt. Und das machen sie."

Doch ihr Appell hätte nichts genützt, denn keiner von den Promi-Eltern hätte sich darüber Gedanken gemacht, sie würden ganz normal weiter machen. Der Comedian machte klar: "Es ist ein Aufruf, sich nochmal wirklich zu überlegen: was zeigt man von seinen Kindern, wie sind sie auf den Fotos zu sehen. Das heißt auch nicht, dass man seine Kinder gar nicht zeigen darf." Amira erklärte es dann so:

"Es geht doch darum, wie man sein Kind die ganze Zeit in Szene setzt, das schön mit Kleidchen und Strumpfhose rausputzt, in der Badewanne filmt. Dieses Kind versteht doch noch gar nicht, dass es in die Kamera reinlacht."

Sie hätte sich tagelang darüber aufgeregt und würden einfach nicht verstehen, wie Eltern damit weitermachen könnten: "Wenn ich ein Profil von meinem Sohn zugeschickt bekommen würde, welches nachweislich im Darknet kursiert, würde ich zusammenbrechen und ich würde alles dafür tun, die Privatsphäre meines Kindes zu schützen. Und dann frage ich mich: Sind euch die Likes, das Geld, die Werbeverträge so wichtig? Sagt mir doch mal: Was für einen Mehrwert außer Likes, Geld und Werbedeals hat das, sein Kind zu zeigen?"

Die Eltern würden in diesem Moment die Würde und die Privatsphäre ihres Kindes verkaufen. Ein Foto mit Kind hätte eben doppelt so viele Likes und das würden die Influencer ganz genau wissen. Es gehe einfach um das permanente Zeigen, Inszenieren. Die Kinder hätten schlichtweg keine Privatsphäre. Amira mahnte zum Schluss an: "Ich werde jetzt damit ein Zeichen setzen, dass es nicht nötig ist, seine Kinder ablichten zu lassen."

(iger)

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