Amira Pocher ist hier bei einer ihrer Podcast-Aufnahmen zu sehen.
Amira Pocher ist hier bei einer ihrer Podcast-Aufnahmen zu sehen.
Bild: imago images/Future Image

Amira Pocher nach Schwesta-Ewa-Aufnahmen: "Da habe ich geheult"

03.10.2021, 12:51

Schwesta Ewa wurde 2017 zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe wegen 35-facher Körperverletzung, Steuerhinterziehung und Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger verurteilt. Anfang 2020 wurde sie schließlich inhaftiert und kam dieses Jahr wieder auf freien Fuß, nachdem sie zwei Drittel ihrer Strafe verbüßt hatte. Besonders bitter: Die Rapperin musste zunächst ohne ihre kleine Tochter Aaliyah in Haft. Nach einem halben Jahr konnte sie in ein Mutter-Kind-Gefängnis wechseln.

Ewa Malanda, wie die Künstlerin mit bürgerlichem Namen heißt, ist seit Ende Juli mit einer sechs-teiligen-Doku auf TVNow zu sehen. In "Schwesta Ewa – Rapperin. Häftling. Mutter" wird ihr Leben im Frankfurter Rotlichtmilieu genauso thematisiert wie ihre Verhaftung oder der Prozess. Auch die besondere Bindung zu ihrem Kind spielt eine Rolle. In den Folgen kommen zudem Rapgrößen wie Xatar oder Juju zu Wort. In der neuen Folge ihres Podcasta "Die Pochers hier" sprachen Oliver und Amira Pocher über die Doku – und Amira zeigte sich besonders emotional angesichts der Aufnahmen von Ewa.

Amira Pocher bewegt von Schwesta-Ewa-Fall

Zunächst stellte Oliver Pocher fest, dass er keinen Song von Schwesta Ewa kenne. Amira pflichtete bei, dass sie musikalisch auch nichts über die 37-Jährige wüsste, jedoch aufgrund von Medienberichten aufmerksam auf sie geworden sei. "Auf jeden Fall war sie damals schon bekannt, weil sie als ehemalige Sexarbeiterin es geschafft hat, eine gewisse Bekanntheit durchs Rappen zu erlangen. Fakt ist, sie wurde dann wegen 35-facher Körperverletzung und Anstiftung zur Prostitution verurteilt", so Amira. Der Komiker zeigte sich schockiert darüber und meinte: "Können wir ganz kurz darüber reden? Das passiert ja nicht aus Versehen."

Rapperin Schwesta Ewa in einer Aufnahme der TVNow-Doku.
Rapperin Schwesta Ewa in einer Aufnahme der TVNow-Doku.
Bild: RTL

Amira sah das Ganze im Hinblick auf ihre Lebensgeschichte folgendermaßen: "Das meine ich jetzt wirklich ganz, ganz ernst, wenn du dein ganzes Leben lang und deine ganze Kindheit nur verprügelt worden bist und auch weiter ins Erwachsenenalter nur von Männern, Frauen, deiner Mutter, von allen möglichen verprügelt worden bist, dann hast du einfach nichts anderes, keine andere Sprache gelernt. Fertig aus. Solche Leute suchen sich das ja nicht aus, die haben Aggressionsprobleme. Entschuldigt nichts, aber erklärt vieles."

Besonders der Aspekt, dass Ewa sich zeitweise von ihrem Kind trennen musste, beschäftigte Amira, die selbst Mutter zweier Söhne ist:

"Das war so krass. Da fange ich als Mutter an zu weinen. Ich bin zum Beispiel der Meinung, jeder kann sich ändern, bessern und aus seinen Fehlern lernen. Gerade das Muttersein ändert einen extrem. Sie hat auch gesagt: 'Warum darf ich früher nicht sitzen gehen? Dann erlebe ich mein Kind.' Das Herzzerreißende war eben, dass sie vor dem Gefängnis mit dem Baby stand. Ihre Tochter war da 12 Monate alt und dann steht sie da und muss sich einfach von ihrem Kind verabschieden. Sie hat auch Anträge gestellt, dass sie ins Mutter-Kind-Gefängnis kommt, das wurde alles verkompliziert und abgelehnt."

Amira meinte zudem: "Das beweist umso mehr, dass man einfach jedem Menschen irgendwo eine Chance geben muss. Ich finde, sie hat sich da echt aus diesem ganzen Schlamassel gut rausgekämpft." Die 29-Jährige fand die Doku deswegen so wichtig, weil vielleicht jetzt viele die Meinung über die Rapperin ändern würden. Mittlerweile wolle sie nämlich nichts mehr mit dem ganzen "kriminellen Scheiß" zu tun haben, so Amira. Dies sei für die Moderatorin eine wichtige Message.

Zum Schluss sagte sie noch über Ewas Wiedersehen mit ihrer Tochter folgendes: "Boah, da habe ich geheult. Die Kinder laufen nebenan herum und du denkst dir nur: Mein Gott, du siehst überall nur dein Kind und vergleichst es. Diesen Schmerz, den sie da durchleiden musste, möchte wirklich keiner nachempfinden. Aber man muss vieles erleben, um daraus zu lernen und stärker daraus zu werden."

(iger)

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