Beneidenswertes Leben? Auch der Comedian Felix Lobrecht hat mit Tiefphasen zu kämpfen.
Beneidenswertes Leben? Auch der Comedian Felix Lobrecht hat mit Tiefphasen zu kämpfen.Bild: picture alliance

"Gemischtes Hack": Felix Lobrecht mit beunruhigenden Worten – "so im Arsch"

16.06.2022, 11:18

Erfolgreiche Personen des öffentlichen Lebens werden für ihren Status häufig beneidet. Dass Jobs in dieser Branche jedoch auch Nachteile mit sich bringen können, ist von außen oftmals nicht ersichtlich. Comedian Felix Lobrecht und Autor Tommi Schmitt geben in der aktuellen Folge ihres gemeinsamen Podcasts "Gemischtes Hack" Einblick in ihre Gefühlswelt. Dabei spricht Lobrecht sogar von Depressionen und dem Gefühl, einfach nicht mehr zu können.

"Ich bin völlig kompletto toto im Arsch", offenbart Felix Lobrecht in der neusten Podcast-Folge. Mit dem Ende seiner Arena-Tour fühlt er sich aktuell völlig antriebslos. "Das ist irgendwie durch, alles fühlt sich jetzt schon an wie eine Sommerpause", sagt er.

Gegen Stress: Felix Lobrecht verordnet sich selbst eine Sommerpause

Bevor er aber seinen Kopf freibekommen kann, muss der Comedian noch eine Woche durchhalten, und "Klein-kacki-Termine" abarbeiten, wie er es ausdrückt. Bis dahin stehen bei ihm noch mehrere Kurzreisen und Termine an. Danach hat sich der Comedian selbst eine Sommerpause ohne Pflichttermine verordnet.

"Ich werde dann wieder mit meinen Depressionen zu kämpfen haben."
Felix Lobrecht

Wie er wieder zu Kräften kommen will? Lobrecht hat eine genaue Vorstellung davon. "Danach mach' ich erstmal gar nichts und falle in mein gutes altes Sommerloch." Dass damit sofort alles wieder gut wird, glaubt der 33-Jährige allerdings nicht und offenbart: "Ich werde dann wieder mit meinen Depressionen zu kämpfen haben". Als Grund für das Stimmungstief nennt er den starken Kontrast zwischen dem Stress vorher und den plötzlich fehlenden Aufgaben. "Weil ich dann nicht weiß, wohin mit mir".

"Ey, ich kann nicht mehr": Podcaster über das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben

So untypisch sei das Gefühl in diesem Job nicht, wie sein Podcast-Partner Tommi Schmitt feststellt. Die beiden sehen Gefühle wie diese als Symptom ihres Berufes in der Medienbranche. "Von 0 auf 100 und dann von 100 auf 0", sagt Lobrecht. Das könne ganz schön belastend sein. Allzu oft plage ihn das Gefühl, einfach keine Kraft mehr zu haben und Gedanken wie "Ey, ich kann nicht mehr!" drängen sich auf, wie der Comedian erzählt.

Felix Lobrecht und Tommi Schmitt sprechen in ihrem gemeinsamen Podcast über die wichtigen und unwichtigen Dinge des Lebens.
Felix Lobrecht und Tommi Schmitt sprechen in ihrem gemeinsamen Podcast über die wichtigen und unwichtigen Dinge des Lebens.Bild: WDR/Thomas Brill / -

Hinzu kommt, dass die kommende Sommerpause für Felix Lobrecht in diesem Jahr besonders lange andauern wird. Denn die geplante Veröffentlichung der Verfilmung seines Buches "Sonne und Beton" verschiebt sich. Dadurch tut sich im Herbst für ihn eine unerwartet "leere" Phase auf. Diese dauere bis zu seiner Tour im Oktober an. "Fast vier Monate. Ich glaube, ich hatte außer wegen Corona noch nie so lange am Stück frei." Harter Tobak für den Comedian. "Ich weiß, das alles klingt wie ein Luxusproblem", findet er.

Luxusproblem hin oder her, Felix Lobrecht wirkt derzeit nicht besonders zufrieden. Wie er dagegen vorgehen will? Er hat schon einige Ideen, um gegen das Gefühl anzukämpfen und die leere Zeit zu füllen.

Mit Ayurveda im Kloster gegen depressive Gefühle und auf "Reset"

Dafür möchte er offensichtlich auf eine Art Selbstfindungs-Trip gehen: "Ich hatte wirklich überlegt, weil ich so im Arsch bin, vielleicht zwei Wochen nach Sri Lanka oder so zu fliegen und eine Ayurveda-Kur zu machen". So könne er sich beispielsweise vorstellen, diese Zeit in einem Kloster zu verbringen und fügt scherzhaft hinzu: "Wo du von morgens bis abends gemaßregelt wirst, wenn du irgendetwas Westliches machst." Sich zum Nichtstun zwingen – das könne helfen, ist Lobrecht überzeugt.

Tommi Schmitt hält das für keine gute Idee. Er glaubt, dass sein Podcast-Kollege so einen Schritt vor Ort bereuen könnte: "Es ist ja auch anstrengend. Du bist es gewohnt, von morgens bis abends etwas zu machen".

"Wenn du die ganze Zeit etwas machst, ist das Letzte, was du noch spürst, dein Körper. Da bist du ja einfach wie ein Roboter."

Doch Lobrecht widerspricht: So eine Erfahrung könne im ersten Moment zwar anstrengend sein, aber "perspektivisch gut für den Körper und den Geist", um den Stress "rauszukotzen".

Er hat die Hoffnung, dass eine Selbstfindungs-Reise eine Art "Reset" sein könnte – als Kontrastprogramm zu den vielen Terminen, Touren und zur Arbeit. "Wenn du die ganze Zeit etwas machst, ist das Letzte, was du noch spürst, dein Körper. Da bist du ja einfach wie ein Roboter." Wenn man etwas ändern wolle, müsse man dafür auch ausbrechen und etwas anders machen.

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