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Twitch-Star MontanaBlack hat nach eigenen Angaben einen sechsstelligen Kontostand. Bild: Screenshot / Instagram / montanablack

MontanaBlack gesteht im Interview: Bei diesem Werbeangebot hätte er beinahe sein Gesicht verloren

MontanaBlack erinnert sich an Kontroversen aus seiner Netz-Karriere im Youtube-Interview mit KuchenTV zurück. Regelmäßig interviewt der Meinungs-Youtuber seine Kollegen für sein meist einstündiges Format "Kaffee und Kuchen". In der Vergangenheit zeigte sich dabei schon, dass Influencer wie Niek, Cengiz Dogrul oder Apored Tim Heldt, wie KuchenTV mit bürgerlichem Namen heißt, viel Vertrauen schenken und er ihnen so auch das eine oder andere Geheimnis entlocken kann.

Marcel Eris, der im Netz als MontanaBlack88 bekannt ist und dreimal wöchentlich auf Twitch streamt, kann sich über eine stetig wachsende Community freuen. Auf Instagram versammelt er mittlerweile drei Millionen Follower hinter sich, auf der Streaming-Plattform sind es 3,7 Millionen. Zudem hat er verschiedene Merch-Linien herausgebracht und zwei Bücher über sein Leben veröffentlicht.

Nach wie vor eine der wichtigsten Einnahmequellen für Streamer sind, neben Donations der Fans, Werbe-Placements. Dafür, dass Influencer bestimmte Produkte in die Kamera halten, Spiele anzocken oder Empfehlungen aussprechen, gibt es oft eine Menge Geld. Ein äußerst umstrittenes Placement ist eines für die Mobile-App "Raid: Shadow Legends".

Das Game besitzt einen äußerst schlechten Ruf – das Unternehmen, das dahintersteht, bietet jedoch Unsummen für eine Platzierung und schaffte es so, sehr viele Youtuber für sich zu gewinnen. Allerdings schien es für die Werbenden viele Vorgaben und Werbetexte zu geben, an denen sich die Influencer orientieren mussten. Berechtigte Kritik an dem Spiel gab es so praktisch nicht, dabei setzte das Game auf das "Pay2Win"-Verfahren, wirklich erfolgreich wurde man als Spieler nur, wenn man echtes Geld dafür ausgab.

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MontanaBlack und KuchenTV sprachen 70 Minuten miteinander in "Kaffee und Kuchen". Bild: Screenshot / Youtube / KuchenTV

Deshalb verurteilte Monte es auch, als sein Kumpel Knossi im vergangenen Jahr auf das Placement-Angebot einstieg und eine Stunde lang Werbung für "Raid" machte. Kurze Zeit später folgte dann auch bei MontanaBlack der Sinneswandel – er gestand seinen Fans im Juli 2020 plötzlich, auch das Game spielen zu wollen. Teile des Umsatzes aus der Werbeplatzierung wollte er aber in Form eines Gewinnspiels an seine Follower verlosen oder aber an ein Tierheim spenden.

Damit trat auch er eine große Hatewelle los und ruderte schließlich zurück – einen "Raid"-Stream gab es bei Monte letzten Endes nie. Was ihn damals dazu bewegt hat, über das polarisierende Werbeangebot nachzudenken und wieso er sich doch umentschieden hat, verriet er nun KuchenTV.

Werbeplatzierung brachte MontanaBlack an moralische Grenzen

Als Begründung für die Überlegung eines "Raid"-Placements nannte der gebürtige Buxtehuder schlichtweg das Geld, das ihm für die Platzierung geboten worden sei:

"Weil die mir einfach Summen um die Ohren gehauen haben, bei dem mir die Ohren geschlackert haben. Das sind Summen, dafür hättest du dir damals eine Hand abgeschnitten und dann hat man ganz kurz die moralische Keule weggelegt und sich gedacht: 'Scheiß drauf, Augen zu und durch.'"

Damals habe Marcel bemerkt, was Geld mit den eigenen Wertevorstellungen anrichten könne: "Gerade, wenn einem so viel geboten wird." Definitiv sei ihm für das Placement ein sechsstelliger Betrag angeboten worden. "Und das ist extrem viel Geld, um für eine Stunde das Game auf Twitch zu streamen. Dann habe ich angefangen runterzurechnen: Eine Stunde mit der Summe, die ich bekomme, was verdiene ich dann pro Minute und pro Sekunde und dann haben mir noch mehr die Ohren geschlackert", erinnerte er sich weiter.

Als er schließlich seiner Community eröffnete, dass es doch einen Werbestream geben soll, obwohl Monte "Raid" zuvor als kein "geiles" Spiel bezeichnet hatte, habe er nur das versprochene Geld vor Augen gehabt. Zuspruch von seinen Fans habe es schließlich auch gegeben: "Und man hat sich noch gesagt: 'Ach egal wenn es ein scheiß Spiel ist, es ist nur für eine Stunde und die Leute verstehen es.' Viele aus der Community haben gesagt: 'Mach's doch, ist doch egal' und dann hat man sich auch bestärkt gefühlt."

Letztlich setzte Monte nach dem Stream einen Tweet ab, in dem er plötzlich alles Gesagte zum Placement zurücknahm. Gegenüber KuchenTV erklärte er dazu: "Ich hab irgendwelche Nachrichten auf Twitter gelesen und einfach gemerkt, dass es verkehrt ist, das zu machen. Und hätte ich es gemacht, hätte ich zwar das Geld gehabt, aber hätte mein Gesicht verloren und habe mich deshalb dagegen entschieden." Zur Absage gab es ebenfalls gespaltene Meinungen, einige User warfen ihm daraufhin fehlendes Rückgrat vor.

MontanaBlack sieht sich nur ungern als Vorbild

Nach Diskussionen wie diesen falle es Monte auch nicht immer leicht, sich als Vorbild für seine teils recht junge Community zu bezeichnen. Die Funktion als ein solches habe man aber schlichtweg irgendwann, ob man wolle oder nicht: "Das ist etwas, das wirst du nicht los. Ich sage, ich bin kein Vorbild, trotzdem sehen mich viele als Vorbild", stellte er fest.

Grundsätzlich versuche er, seinen Fans "einfach gute, moralische Vorstellungen mitzugeben". Aber: "Mit Sicherheit habe ich auch negative Eigenschaften, die werde ich aber nicht abstellen, weil ich so bin, wie ich bin und ich werde mich nicht verändern, nur damit ich für irgendwelche Leute mehr ein Vorbild bin." Wie vernünftig oder gut das für minderjährige Stream-Zuschauer ist, sollen die jeweiligen Erziehungsberechtigten entscheiden, "die stellen ja auch den Internetzugang zur Verfügung", fand MontanaBlack.

Twitch-Star hat einen Drogen-Entzug hinter sich

Denn eins ist durch sein erstes Buch "MontanaBlack: Vom Junkie zum YouTuber" klar: Bevor er durch seine Gaming-Streams bekannt wurde, führte Monte ein turbulentes Leben, in dem auch Drogensucht eine Rolle spielte.

KuchenTV fragte ihn deshalb gegen Ende des Gesprächs, ob die Netz-Bekanntheit aufgrund des Konsums Langzeitfolgen an sich feststellen kann. Die Antwort fiel eindeutig aus:

"Ich habe Stotter-Anfälle, mein Gehirn arbeitet manchmal ein bisschen langsamer als ich es mir wünschen würde, weil da einfach eine Blockade ist. Bestimmt sind da einige Schäden."

Seit einigen Jahren ist MontanaBlack nach eigenen Angaben trocken. Wie er den Entzug und eine Langzeittherapie gemeistert hat, schilderte er wiederholt in Youtube-Videos, zuerst im Juli 2016.

(cfl)

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