Beatrice Egli und Lukas Podolski waren Gäste beim Schlagerspezial von "DSWNWP".
Beatrice Egli und Lukas Podolski waren Gäste beim Schlagerspezial von "DSWNWP".Bild: RTL screenshot

"Denn sie wissen nicht, was passiert": Unangenehmer Kommentar zu Beatrice Egli sorgt für Aufsehen

04.09.2022, 15:13

In der letzten "Denn sie wissen nicht, was passiert"-Ausgabe hatten Günther Jauch und seine Blockflöte bereits einen Auftritt. Das scheint sich zum Dauerbrenner zu entwickeln, auch diesmal wurde der "Godfather of Blockflöte" wieder dazu verdonnert, das Instrument, immerhin überreicht von Roland Kaiser, zu spielen. "Man muss sich ja über alles freuen", kommentierte der Moderator dieses Geschenk.

Während das alles sehr nach vorweihnachtlicher Heimlichkeit anmutete, musste Jauch allerdings verschiedenen Schlagerliedern ordentlich Leben einpfeifen. Klingt scheußlich? War es auch, obwohl man durchaus anerkennen kann, dass Günther Jauch Noten lesen und auf der Blockflöte spielen kann.

Günther Jauch fühlt sich beim Schlager nicht wohl

Günther Jauch, eigentlich eher für überlegene Zurückhaltung und Understatement bekannt, fluchte sich durch diese spezielle Schlagerausgabe von "Denn sie wissen nicht, was passiert", dass es eine echte Freude war. Selten kam dem beherrschten Moderator, der bis auf Thomas Gottschalk alle Gäste siezte und auf freundlichen Abstand hielt, das Wort "Scheiße" so oft über die Lippen.

Bereits nach wenigen Minuten, DJ Ötzi hatte das Publikum mit einigen "Uh"s, "Ah"s und "Hey Baby"s gerade auf den Abend eingestimmt, war klar: Das hier ist nicht das Wohlfühlthema von Günther Jauch.

"Herr Jauch knickt bereits jetzt in sich zusammen", lachte Barbara Schöneberger schon zur Begrüßung und klatschte sich tapfer durch den Eröffnungssong. Während sie also grundsätzlich alles toll und lustig findet, und das vielleicht gerade bei solch einer Sendung die richtige Einstellung ist, wirkte Jauch leicht fassungslos.

"Irgendwas haben die mit euch gemacht", mutmaßte der Moderator des Abends, "zumindest was geraucht" hatte das Publikum seiner Meinung nach. Dieses Klatschen und Mitsingen, das war nicht seine Welt. Und sicher nicht auch die jedes anderen Zuschauenden an diesem Abend.

Warum ist Lukas Podolski da?

Natürlich funktioniert seit Jahren besonders der Schlagermarkt in der Fernsehunterhaltung sehr gut. Florian Silbereisen, Giovanni Zarella und auch der ZDF-"Fernsehgarten" sind ein Beweis dafür, dass Menschen sich diese Unterhaltungsform gern zu Gemüte führen. Was liegt da näher, als eben auch bei RTL auf diesen Zug aufzuspringen? Kann man machen, muss man nicht mögen, oder sich einfach drauf einlassen. Denn die Spiele blieben ja wie immer eine Mischung aus Klamauk mit einer Prise Giggelei und der ewigen Bromance zwischen Jauch und Gottschalk.

Schlau wäre es aber gewesen, man hätte dann nicht nur Beatrice Egli sondern eine zweite Person aus dem Schlagerbereich eingeladen. Die "DSDS"-Gewinnerin der zehnten Staffel sang begeistert die Schlagerlieder mit, versuchte ihre Verehrung für Roland Kaiser gar nicht erst zu verstecken und gleichzeitig Promotion für ihr neues Album zu machen. Wieso nicht noch jemanden mit dieser Begeisterung für dieses Genre ins Boot holen? Stattdessen kam... Lukas Podolski.

Dass Schlager nicht seine Welt ist und er recht offensichtlich auch in dieser Sendung nicht dabei war, um durch Gequassel aufzufallen – geschenkt. Aber vielleicht wäre es schlau gewesen, wenn das Management ihn vor der Zusage darauf hingewiesen hätte, dass es bei so einer Show nicht reicht, nur körperlich anwesend zu sein.

Die Angst, sich zu blamieren

Denn besonders im Finale, bei dem diesmal zur Abwechslung beide Teams in der Wand hingen und sich beim Beantworten der Fragen absprechen durften, wurde klar: Lukas möchte eigentlich nichts sagen. Er ließ immer Beatrice Egli antworten, auch wenn sie mehrfach darauf hinwies, auch keine Ahnung zu haben. Sie musste ihn vehement auffordern, auch mal zu antworten. Ist die Angst davor, sich gefühlt zu blamieren, weil man eine falsche Antwort geben könnte, beim Ex-Weltmeister so hoch, dass er lieber stumm bleibt?

Das wäre ein fatales Signal, gerade für Live-Sendungen, weil all die Spontanität, all das Echte, auf Dauer dann durch gescripte, geschnittene, bearbeitete Produktionen ersetzt werden würde, die nur weiterhin den Anschein von totaler Perfektion vermitteln.

Wir alle wünschen uns Authentizität

Natürlich sind alle Akteure Medienprofis und dennoch lebt diese Sendung von der Leichtigkeit einer Barbara Schöneberger, die jedes Spiel als "das lustigste Spiel, was wir je gespielt haben" feiert, die unerschrocken mit Roland Kaiser seinen inzwischen doch recht fragwürdigen Schlager "Warum hast du nicht nein gesagt" schmettert – und auch von einem Thomas Gottschalk, der nie aus seiner "Wetten dass.. ?!"-Haut kann und jeden ankommenden Promi mit der gleichen Geste begrüßt, die er schon anno dazumal in der Stadthalle Hintertupfingen an den Tag legte.

Es wäre eine Chance für Lukas Podolski gewesen, eine neue Seite von sich zu zeigen. Er hat sie leider nicht genutzt, was auch dazu führt, dass sich in der Medienlandschaft so wenig bewegt und gefühlt immer die gleichen zehn Gesichter in verschiedenen Formaten wieder und wieder auftauchen.

Kurz vor der Fremdscham

Sind es Momente kurz vor der Fremdscham, wenn Beatrice Egli sich wünscht, dass sie mehr Allgemeinbildung hätte und nicht beantworten kann, ob AA-Batterien größer oder kleiner sind als AAA-Batterien? Ja, durchaus. Sicherlich offenbaren solche Antworten eine gewisse Weltfremdheit, aber sie sind spontan und echt. Natürlich werden solche Auftritte von den Medien verfolgt, aber mehr als die (vielen) falschen Antworten von Beatrice Egli bleibt im Gedächtnis, wie untätig Lukas Podolski diesem Abend beiwohnte und immer seine Teampartnerin vorschickte, Fragen zu beantworten.

"Wir wissen nichts und raten falsch", sagte Poldi, kurz bevor er aus der Wand fiel. Am Ende muss man sagen: Dieses Team hat wirklich wenig gewusst, aber sich wirklich gut in der Wand gehalten. Schlussendlich waren nur noch fünf Felder offen, als auch Beatrice Egli herunterfiel.

Was den ganzen Abend über nicht mit Perfektion glänzte, war die Technik. Erst funktionierte, mal wieder, der Moderatorenwagen nicht, der die Spielanweisungen von Thorsten Schorn hinunter zu Günther Jauch fahren sollte, dann fiel ein Smartphone, mit dem Fotos geschossen werden sollte, komplett aus. Jauch und Schöneberger vermuteten, dass Thomas Gottschalk das Gerät geschrottet hätte, es musste sogar eine zusätzliche spontane Werbepause eingeblendet werden. Davon gab es auch an diesem Abend reichlich, natürlich. Und doch, das Smartphone wollte nicht mehr, das Spiel musste abgeändert werden.

Ulla Kock am Brink fällt negativ auf

"Was ist das für ein Handy? Das ist doch ab heute unverkäuflich", ärgerte sich Günther Jauch. Gleiches galt vermutlich auch für den Hubwagen beim "Heißen Draht", einem Spiel, das einige noch in guter Erinnerung aus der "100.000-Mark-Show" haben werden. Die erlebt gerade auch ein Revival, allerdings darf man gespannt sein, wie viele Zuschauenden Ulla Kock am Brink an diesem Abend für ihre Premiere gewinnen kann. Ihr permanentes Hineinquatschen in die sich langsam aufbauende Spannung, vor allem aber der absolut unnötige Spruch in Richtung Beatrice Egli – "Mit Kurven kennt sie sich aus" –, waren auf jeden Fall nicht die beste Werbung.

"Denn sie wissen nicht, was passiert" am nächsten Samstag

Günther Jauch kommentierte den etwas unausgereiften Spielablauf und die Tatsache, dass er einen leichten Stromschlag beim Vorführen des Spiels bekommen hatte, lakonisch mit einem Hinweis auf Jan Köppen. "Der will jetzt alles bei RTL moderieren", und mit den Stromschlägen die Konkurrenz aus dem Weg räumen. Hat an diesem Abend nicht geklappt, bereits nächsten Samstag gibt es eine neue Ausgabe der überlangen Werbesendung mit Showpausen und mit Barbara Schöneberger, Thomas Gottschalk und Günther Jauch.

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