"Mick Jagger" flog das Gebiss raus.
"Mick Jagger" flog das Gebiss raus.
bild: screenshot rtl

Zahn-Fauxpas bei "Big Performance"-Finale sorgt für Lacher – Fans lästern fies über die Jury und Siegerin

04.10.2020, 15:51
dirk Krampitz

Stars, die als Stars verkleidet sind und singen – Die RTL-Show "Big Performance" geht ins Finale. Über die letzten Folgen hat die Jury gerätselt, wer unter den Masken steckt, einige Promis sind schon rausgeflogen und enttarnt. Unter den Zuschauern in den sozialen Medien gibt es auch schon feste Vermutungen, wer die erschreckend echt wirkenden Masken von Mick Jagger, Adele und Tom Jones trägt. Doch die Jury tappt unfassbar ahnungslos im Dunkeln – bis sie am Ende dann doch auf einmal erstaunlich richtig liegt.

Mick Jagger

Als Erster darf Mick Jagger auf die Bühne. Er startet mit "Sympathy for the Devil". Die Lehre dieses Auftritts: Wer sich mit dem Teufel einlässt, muss für Überraschungen gerüstet sein. Gerade als die Performance von Playback planmäßig zu echtem Gesang durch den geheimen Star umschaltet, fliegen ihm in hohem Bogen die falschen Zähne aus dem auffällig großen Mund. Geistesgegenwärtig fängt er sie auf und steckt sie einfach wieder rein. "Das ist das Beste, was ich den letzten 14 Jahren im Fernsehen gesehen habe", sagt Jurorin Michelle Hunziker und meint den Verlust und Fang des Gebisses. Aber auch die Performance lobt sie.

"Die Zähne verlieren und auch noch zu fangen, Chapeau!"
Guido Maria Kretschmer

Wer Guido kennt, weiß, dass "Chapeau" bei ihm höchste Anerkennung ist. Musikalisch sei er "fast auch ein Sänger". Bei Guido klingt auch sowas sogar nett. Für eine weitere Staffel würde eine Jury, die etwas ehrlicher formuliert, dem Format gut tun. Bei den drei Juroren ist alles super, toll oder eben "chapeau", selbst wenn es auch für jeden hörbar nicht so ist. Vielleicht wollen sie auch einfach die Promis nicht vergraulen.

Moderator Daniel Hartwich: Er mag Kalauer.
Moderator Daniel Hartwich: Er mag Kalauer.
bild: screenshot ard

Einen Kalauer zu den fliegenden Zähnen kann sich natürlich auch Moderator Daniel Hartwich nicht verkneifen: "Das passiert dem echten Mick Jagger auch mal", mutmaßt er.

Guido war der einzige, der nicht geahnt haben will, wer unter der "Mick Jagger"-Maske steckte.
Guido war der einzige, der nicht geahnt haben will, wer unter der "Mick Jagger"-Maske steckte.
bild: screenshot rtl

Mund und "German Move" verraten ihn

Als es ans Raten geht, hat Guido den Comedian Thomas Hermanns im Kopf. Ihn hat er am Tag vor der Sendung zuvor angerufen und Hermanns ging nicht dran. Ein weiteres Indiz: "Der hat auch einen großen Mund." Motsi tippt hingegen erst auf "Matze Knoppe" (sie meint Comedian Matze Knop). Sie ist sich sicher, dass es ein Biodeutscher ist, weil sie seinen beim Tanzen im Takt pieksenden Zeigefinger als "German Move" identifiziert hat. Später legt sie sich dann auch aufgrund der Bewegungen doch auf den Comedian Martin Schneider fest. Genau wie Michelle.

Nach Performances und Abstimmungen in der Show steht fest, dass Mick Jagger nur auf Platz drei landet und damit ausscheidet. Also Zeit, die Maske abzunehmen. Und wirklich steckt Martin Schneider drunter. Michelle findet, "vielleicht die beste Maske, die wir je hatten". Motsi flehte schon beim Abschminken: "Nicht kaputt machen bitte." Und wirklich: Von dieser Maske geht eine seltsame Unheimlichkeit aus. Sie wirkt ebenso echt wie künstlich. Wirklich cringe. Findet auch Schneider selbst. "Ich habe selbst ein gruseliges Gefühl gehabt."

Der gruselige Maskenstriptease von Mick Jagger.
Der gruselige Maskenstriptease von Mick Jagger.
bild: screenshot rtl
Wer steckt hinter der Jagger-Maske?
Wer steckt hinter der Jagger-Maske?
bild: screenshot rtl
Bei Mundgrößte steht Martin Schneider Mick Jagger in nichts nach.
Bei Mundgrößte steht Martin Schneider Mick Jagger in nichts nach.
bild: screenshot rtl

Es bleiben Tom Jones und Adele.

Tom Jones

"Tom Jones" liefert so richtig ab. Mit Hüftschwung und mehr oder minder lässig entkleideter Weste singt er "It’s not unusual", "Help yourself" und "Thunderball". Aber er stapelt tief und verweist auf die Backgroundtänzerinnen. "Die Mädels haben auch ein bisschen von mir abgelenkt." Doch die Jury ist sich einig über die Performance: "Wenn jemand verschmolzen ist, dann Tom Jones", schwärmt Michelle vom Promi und seiner Rolle. "Dass Du von Woche zu Woche noch besser singst – wenn Du kein Sänger bist!" schwärmt Michelle. Erst tippt sie halbherzig auf Matthias Reim, später auf Uwe Ochsenknecht. Motsi ist ja sowieso im Grundzustand euphorisch: "Du warst so schüchtern" – nun würde er mit einer "Hammerstimme" überzeugen. "Ich glaube, ich bin dein größter Fan."

"Wenn Du kein Sänger bist, muss man sagen, dass Du multipel begabt bist."
Guido Maria Kretschmer

Guido mutmaßt weiter: "Noch eine Woche länger und Du kannst hier jeden haben". Das findet offenbar auch Michelle: "Alles so erotisch, so sexy" und tippt auf Uwe Ochsenknecht, genau wie Motsi. Guido tippt ziemlich unvermittelt auf Moritz Bleibtreu – man hat den Eindruck, nur der Dramaturgie wegen.

Uwe Ochsenknecht, der Mann hinter der Tom-Jones-Maske.
Uwe Ochsenknecht, der Mann hinter der Tom-Jones-Maske.
bild: screenshot rtl

Bei der finalen Abstimmung im Studiopublikum landet Tom Jones mit knappen 48 Prozent auf Platz 2. Auf dem Schminkstuhl dann die wenig überraschende Enthüllung: Es ist wirklich Schauspieler Uwe Ochsenknecht. Seine Augen hätten ihn verraten, sagt Michelle. "Wann hast Du mir jemals so lang in die Augen geschaut", wundert sich Ochsenknecht.

Adele

Als "Adele" auf Platz eins gelandet.
Als "Adele" auf Platz eins gelandet.
bild: screenshot rtl

Adele ist also die Siegerin. Sie hat mit "Send my love" Jury und Publikum begeistert und Michelle findet, "ihre Persönlichkeiten sind ineinander verschwommen, eine Einheit geworden". Das hatte sie bei Tom Jones allerdings auch schon so gesagt. Siehe oben.

"Du hast das fantastisch gemacht, wie immer, darum liebt man dich einfach", sagt Motsi. Und auch Guido stimmt eine Lobeshymne an: "Du hast etwas, das man nicht lernen kann. Als er dich geschaffen hat, hat der liebe Gott einen guten Tag gehabt." Daher würde man sogar ihre Bühnenschuhe vergessen, bei denen man an "Heilsarmee" denke. "Bestimmte Dinge tut man nicht", sagt Guido und meint "Adele singen". Da könne man nur verloren gehen". Aber sie hat es gemeistert. "Respekt und Chapeau." Am Ende tippen er und Motsi auf Patricia Kelly, Michelle auf Maite Kelly.

Und es ist Patricia Kelly. Sie habe nach der ersten Maskenprobe gezweifelt, ob sie den Vertrag für die Sendung wirklich unterschreiben solle, sie habe Panik bekommen, gibt Patricia Kelly zu. "Ich liebe Adele. Es ist zum Schluss keine musikalische Reise mehr gewesen, sondern eine persönliche. Ich habe meine Ängste überwunden, dadurch bin ich freier geworden." Was immer das auch heißen mag.

Patricia Kelly nachdem sie die Maske abgelegt hat.
Patricia Kelly nachdem sie die Maske abgelegt hat.
bild: screenshot rtl

Für viele Zuschauer war die Auflösung, wer hinter den Masken steckt, keine große Überraschung mehr. Und Patricia Kelly ist auch nicht gerade ein Publikumsliebling.

Dazu war auch kein kritischer Ton der Jury an den Gesangsdarbietungen zu hören, sondern ausschließlich ziemlich fettes Lob. Und die Ahnungslosigkeit nehmen die Zuschauer der Jury auch nicht ab.

Und so teilen sie ein kleines bisschen gemein aus. Bei Motsi geht es mal wieder darum, dass sie zu laut, zu nervig, einfach zu viel ist.

Der tief dekolletierten Michelle Hunziker, der so mancher offenbar nicht immer in die Augen schaute.

Mancher schaute Michelle Hunziker nicht nur in die Augen und wurde stutzig.
Mancher schaute Michelle Hunziker nicht nur in die Augen und wurde stutzig.
bild: screenshot rtl

Es sah aus wie ein Muskel, der hervortritt. Vielleicht war es aber auch nur ein seltsamer Schatten. Dafür spricht: Später in der Sendung war davon nichts mehr zu sehen.

Geradezu eingeschossen haben sich die Twitter-User auf Guido Maria Kretschmer, der die Corona-Zeiten vielleicht etwas zu gemütlich verbracht hat.

Die Zuschauer lästerten auf Twitter über Guido Maria Kreschmers Figur.
Die Zuschauer lästerten auf Twitter über Guido Maria Kreschmers Figur.
bild: screenshot rtl
Themen

Weitsicht vor der Abwahl? Andreas Scheuer bewirbt sich um Mini-Job bei der "heute-show"

Acht Tage vor der Bundestagswahl treibt der Wahlkampf seltsame Blüten: Ein TV-Triell wie eine "Asi-Talkshow", ein Minister, der sich schon nach einem neuen Job umsieht – und eine Partei, die sich zur Motivation eines Films bedient, der Kriminalität und Morallosigkeit feiert. Die "heute-show" verwertete alle Vorlagen.

In "The Wolf of Wall Street" motiviert der von Leonardo DiCaprio gespielte Finanzguru Jordan Belfort seine Mitarbeiter mit einer aufpeitschenden Rede zu bedingungsloser Loyalität und unbändigem Einsatz für das Wohl des großen Ganzen – der Firma. Genau diesen Film hatten sich ein paar "Lurche von der Jungen Union" (O-Ton Oliver Welke, "heute-show"-Moderator) am Rande eines TV-Triells als Motivationsvideo ausgesucht und unterlegten die entfesselte Rede mit Untertiteln ("Wir. Gewinnen. Diese. …

Artikel lesen
Link zum Artikel