In der ARD-Sondersendung "Wir halten zusammen" wurden am Freitagabend 16,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt.
In der ARD-Sondersendung "Wir halten zusammen" wurden am Freitagabend 16,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt.
Bild: WDR/Ben Knabe

"Sollte eine Spendenhotline nicht wenigstens kostenlos sein?" – ARD erntet nach Spendengala Kritik

27.07.2021, 09:35

Die Hochwasser-Katastrophe war auch am Freitag das bestimmende Thema in der ARD. Der Sender hatte aus diesem Anlass eine Benefiz-Gala zugunsten der Opfer ins Programm genommen. In der Primetime führten Ingo Zamperoni und Sarah von Neuburg durch das Event.

Während der Moderator der "Tagesthemen" von Köln aus Gespräche mit Betroffenen, Helfern und Fachleuten führte, standen in Leipzig, von wo aus Sarah von Neuburg zugeschaltet war, vor allem Stars wie Herbert Grönemeyer, Sarah Connor, Max Giesinger oder Yvonne Catterfeld auf der Bühne.

ARD-Spendengala sorgt im Netz für Kritik

Natürlich sollten während der Gala aber vor allem Spenden gesammelt werden. Promis wie Nina Bott oder Alexander Klaws saßen dafür an den Telefonen und nahmen die Spendenanrufe entgegen. Was einige Zuschauer allerdings skeptisch machte: Bei der zu wählenden Telefonnummer handelte es sich keineswegs um eine kostenlose Nummer. Statt einer 0800er- mussten Spendenwillige eine teure 0180-Nummer wählen.

Für einen Anruf aus dem deutschen Festnetz war so eine Gebühr von 6 Cent fällig, aus dem Mobilfunknetz waren es bis zu 42 Cent pro Minute. Letztendlich kamen 16,5 Millionen Euro an Spenden zusammen.

Verwunderung über kostenpflichtige Spenden-Hotline

Einigen Twitter-Usern war die kostenpflichtige Hotline ein Dorn im Auge. Unter dem Hashtag "#Wirhaltenzusammen" wurde Kritik an der ARD laut:

ARD rechtfertigt kostenpflichtige Hotline

Als auch unter dem direkten Twitter-Post der ARD zur Spendengala die kostenpflichtige Hotline kritisiert und nachgehakt wurde, wohin die Gebühren denn fließen würden, reagierte der Sender prompt und erklärte:

"Die Verbindungsentgelte werden seitens der jeweiligen Anbieter erhoben und abgerechnet, wobei es keinen Rückfluss in Richtung des Anbieters oder Ausrichters gibt. Die Summen decken lediglich die technischen Verbindungsaufwendungen zwischen den einzelnen Providern ab."
Bild: screenshot twitter.com/DasErste

Auf den Kommentar eines anderen Users erklärte die ARD außerdem: "Bei kostenfreien Nummern besteht das Risiko, dass sie missbräuchlich verwendet werden und diejenigen, die tatsächlich spenden möchten, nicht durchkommen."

Während sich einige über die zusätzlichen Kosten echauffierten, hatte ein Großteil aber wohl keine Probleme damit. Immerhin ist eine kostenpflichtige Hotline bei einer Spendengala auch nicht unbedingt ungewöhnlich. Auch beispielsweise bei "Ein Herz für Kinder" werden Gebühren für einen Spendenanruf fällig.

(jei)

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