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Oliver Welke scherzt über den "Megxit". Bild: zdf screenshot

"Nur Polo und Inzest": Oliver Welke schießt böse gegen Royal-Paar Harry und Meghan

dirk krampitz

Oliver Welke und sein Team von der "Heute-Show" melden sich aus der Winterpause zurück. Oder wie Welke sagt: "Erste Sendung nach Umweltsau-Gate."

Diesem Thema tat die Pause gut. Wenn man sich überlegt, wie das harmlose Satire-Liedchen des WDR-Kinderchors zur Generationen-verhetzenden Staatsaffäre hochgejazzt wurde, fällt es, mit etwas Abstand gesehen, zu einem klitzekleinen Aufregerchen zusammen.

Und so präsentiert Welke seinen "öko-stalinistisch indoktrinierten Gutmenschenkinderchor". Und entscheidet sich dann aber doch dagegen, ihn singen zu lassen. "Danke, Tom Buhrow", wendet sich Welke an den selbstverständlich nicht anwesenden WDR-Intendanten, der sich nach dem Sturm gegen das Lied im Internet entschuldigt hatte.

"Heute-Show" und der Kohleausstieg

Zuletzt war die "Heute-Show am 13. Dezember mit ihrem Jahresrückblick zu sehen. Seitdem ist einiges passiert. Aber Moderator Welke und seine Redaktion setzen wenig auf Aktuelles, eher auf die Dauerbrenner: Die Kohlekraftwerksbetreiber, die Steuer-Milliarden dafür bekommen, dass sie ihre Technik, zum Teil von 1959, in Rente schicken. Oder wie Welke es formuliert: Sie werden "bezahlt (...), damit sie keinen Strom mehr verkaufen."

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Welke in der "Heute-Show". Bild: zdf screenshot

Deutschland sei das Land, in dem man ganze Dörfer um den als Symbol stehenbleibenden Hambacher Forst herum wegbaggern könne, aber dann dort keine Windräder aufstellen dürfe, wegen abstruser Regelungen.

Und bei allem Mitleid mit den Kohlekumpeln vor dem bevorstehenden Ausstieg fragt Welke ganz richtig, warum eigentlich niemand an die zehntausend Arbeitslosen in der Sonnen- und Windenergie-Branche denke: "Glück auf, der Photovoltaikanlagenmechatroniker kommt" sei eben nicht so schmissig wie der Originaltext des Steiger-Lieds, meint Welke. Ach, und vielleicht hätten die erneuerbaren Energien auch keine so starke Lobby.

"Heute-Show" veräppelt "Bares für Rares"

In eine satirische Version von "Bares für Rares" kauft eine schweigsame Kanzlerin für Koffer voller Geld den armen CEOs von RWE und Leag ihre Kraftwerke ab. "Antike rare Schätzchen", preist sie Matthias Matschke als Horst Lichter, kaum erkennbar in der Maske, an. Ankündigung: Nächste Woche soll dann der "extrem zwielichtige Händler Andy S." kommen und der Kanzlerin sein Konzept "PKW-Maut" verkaufen.

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Die "Bares für Rares"-Version der "Heute-Show". Bild: zdf screenshot

Aktuell wird es danach: Es ist immerhin der Abend des Brexit. "Haltung annehmen und Hand aus der Hose", mahnt Welke. Nun, da der seit dem Referendum vom 23. Juni 2016 enervierend lang schwelende Brexit vorbei sei, gäbe es neben den bevorstehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten für Großbritannien auch jetzt schon Konsequenzen in Deutschland. Welke selbst habe drei Autoren allein für Brexit-Witze angestellt. "Was mache ich mit den Leuten?", fragt er. Kleine Genugtuung: "Brexit ist um null Uhr mitteleuropäischer Zeit – ein letztes Mal müssen sie sich nach uns richten."

"Heute-Show": Welke schießt gegen Royals

Neben Brexit machte ja auch der Megxit den Engländern zu schaffen: Prinz Harry und seine Frau Meghan wollen nicht mehr arbeitende Mitglieder der Königshauses sein. "Wussten Sie, dass da jemand gearbeitet hat?", ätzt Welke. Die Royals hätten doch eigentlich nur "Polo und Inzest" als Kernkompetenzen.

Aber nach dem Abschied bleibe Harry und Meghan ja noch der Royal-Merch: Tassen und Stifte mit ihrem Konterfei. In Deutschland mit Politikern und keinen Royals sei so etwas undenkbar: Der Frank-Walter-Steinmeier-Thermomix liege wie Blei in den Regalen und auch das "Katzenklo Anja Karliczek" verkaufe sich nicht, fantasiert Welke.

Der Coronavirus in der "Heute-Show"

Und auch die Coronavirus-Hysterie hat es in die "Heute-Show" geschafft. Eine halbwegs lustige Montage von Archivbildern leitet fiktiv her, wie der Coranavirus von Johannes B. Kerner, der eine Schildkröte streichelt, über Lemuren, Peter Altmaier, Pandas und Angela Merkel in die Wurst der inzwischen pleite gegangenen Skandal-Firma Wilke gelangt ist. Aber Corona sei ja wesentlich weniger tödlich als Sat.1-Frühstücksfernsehen, wo drei Minuten "mehr Gehirnzellen töten, als ein durchschnittlicher Sat.1-Zuschauer hat", heißt es in der "Heute-Show".

Einer der schlechtesten Witze des Abends. Denn er verletzt eine der Grundregeln von guter Satire: Nach oben treten und nicht nach unten.

Birte Schneider (Christine Prayon) darf in einer Rolle als Ärztin in der Notaufnahme die schlimmen Bedingungen auf die Schippe nehmen. Überarbeitet seien dort alle, darum passierten Fehler wie eine Vaginaluntersuchung bei einem männlichen Rentner. "Und er hat nichts gesagt, ihm hat es gefallen." Patienten mit Lappalien wie einem Messer im Rücken wagen es vorbeizukommen und werden mit Missachtung gestraft, während die Ärztin dem Privatpatienten ohne irgend ein gesundheitliches Beschwerden natürlich auch sein klemmendes Gurkenglas aufdreht.

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