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Günther Jauch bekam bei "Wer wird Millionär?" ein Arbeitszeugnis von einer Kandidatin ausgestellt, das es in sich hatte. bild: rtl.de/screenshot

Günther Jauch mit bitterem Fazit bei "WWM": "Viele Dinge nicht durchschaut"

Nach weit mehr als 20 Jahren als Moderator von "Wer wird Millionär?" erlebt Moderator Günther Jauch noch Überraschungen in der Sendung. Dies war auch in der Ausgabe vom Montag der Fall, als er von Kandidatin Dagmar Gumnior, die beruflich Profilerin ist, ein Arbeitszeugnis ausgestellt bekam. Die Formulierungen darin klangen nämlich zwar durchweg positiv, hatten in Wahrheit aber viel versteckte Kritik zum Inhalt. Damit nahm Gumnior gewissermaßen auch Rache an Jauch, der sie während ihres Auftritts unterschätzt hatte.

Nach der Aufzeichnung der Sendung äußerte sich der Showmaster noch einmal bei "rtl.de" zu seinem tückischen Zeugnis und musste eingestehen, dass er die eine oder andere Aussage tatsächlich nicht von alleine durchschaut hätte.

Günther Jauch von Zeugnis überrascht

Der schwierige Teil des Dokuments begann bei dem Satz "Er verfügt über eine überzeugende Art, sein Wissen mit den Kollegen zu teilen und ist jederzeit um Verbesserungsvorschläge bemüht". Dieser nämlich heißt aus Profiler-Sicht übersetzt "Sie sind ein Klugscheißer", wie Gumnior zu Jauchs Entsetzen klarstellte.

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Durch Dagmar Gumnior konnte auch der belesene Günther Jauch bei "WWM" noch etwas lernen. Bild: RTL screenshot

Sogar das Fehlen bestimmter Formulierungen kann eine gewisse Aussagekraft besitzen. Als Beispiel dafür erklärte die Kandidatin, dass die Worte "Weiterhin viel Erfolg" am Ende schön gewesen wären, so aber zu befürchten ist, dass Jauch eben gar keinen Erfolg im Unternehmen hatte.

Später räumte der Moderator vor den RTL-Kameras ein, dass er während der Sendung tatsächlich etwas dazugelernt beziehungsweise Gumnior ihn auf dem falschen Fuß erwischt hat:

"Ich wusste, dass solche Arbeitgeber-Zeugnisse oft ein vergiftetes Lob beinhalten, weil sie immer positiv klingen müssen. (...) Aber ich fand's doch interessant, weil ich viele Dinge nicht durchschaut habe. Ich dachte, die Kandidatin hätte mir ein doch sehr ordentliches Zeugnis ausgestellt, dem war aber nicht so."

Schon direkt in der Show hatte Jauch sehr überrascht reagiert, da er die negative Bedeutung zwischen den Zeilen bisweilen kaum oder gar nicht wahrnahm. Vor allem das Urteil "Sein Verhalten gegenüber Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten ist vorbildlich" klang für ihn tadellos – dabei müssen die Vorgesetzten hier hierarchisch akkurat eigentlich an erster Stelle der Aufzählung stehen. Sonst deute es auf ein in Wahrheit schlechtes Verhältnis zu den Vorgesetzten hin, führte die Kandidatin aus.

"WWM": Jauch bekommt Lektion erteilt

Der Teufel steckt bei Arbeitszeugnissen und Bewerbungen also oft im Detail, wie Dagmar Gumnior eindrucksvoll veranschaulichte. Dabei musste sie im Verlauf der Show sogar Spott von Jauch einstecken, als sie mit einer Mathematik-Frage haderte. "Sie rechnet sich jetzt einen Wolf. Es kommt nur Unsinn raus und dann nimmt sie natürlich am Ende doch einen Joker", prognostizierte der Entertainer, lag damit aber vollkommen falsch, denn die Mutter von vier Kindern fand doch noch allein den richtigen Lösungsweg.

Am Ende ging Gumnior, die sich für die Sicherheitsvariante mit drei Jokern entschieden hatte, übrigens mit 16.000 Euro nach Hause. Als Jauch für 64.000 Euro von ihr wissen wollte, wem 2017 die Rekordsumme von einer Million Euro Entschädigung für die Verletzung von Persönlichkeitsrechten zugestanden wurde, ließ sie fälschlicherweise Jörg Kachelmann einloggen. Richtig wäre Helmut Kohl gewesen.

(ju)

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