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Karoline Preisler: Die FDP-Politikerin spricht über ihre schwere Corona-Erkrankung. Bild: Screenshot ZDF

Politikerin Preisler erkrankte an Corona: "Mein Mann und ich haben uns verabschiedet"

Über 84.000 Menschen sind mittlerweile in Deutschland mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, es gibt über 1.000 Todesfälle. Im Kampf gegen die Ausbreitung wurden von Angela Merkel drastische Beschränkungen verkündet. In der Öffentlichkeit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen untersagt – ausgenommen werden Angehörige, die im selben Haushalt leben. Zudem mussten Friseurläden und Restaurants schließen.

Wegen der Corona-Krise gibt es somit neben medizinischen, auch wirtschaftliche Maßnahmen. Die Bundesregierung und die Notenbanken stemmen sich mit aller Macht gegen eine drohende Pleitewelle. Für die Unternehmen bietet Kurzarbeit die Chance, zu überleben.

Bei "Markus Lanz" wurde auch am Donnerstagabend wieder über das Thema Corona und die verheerenden Auswirkungen auf das Leben diskutiert. FDP-Politikerin Karoline Preisler, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Unternehmer Walter Kohl oder Grünen-Politiker Winfried Kretschmann sprachen über eine Verschärfung der vorgesehenen Maßnahmen. Emotional wurde es schließlich, als Preisler ihre persönliche Erfahrung der Erkrankung schilderte.

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Die Gäste: Während der Sendung ging es erneut um Corona. Bild: Screenshot ZDF

FDP-Politikerin Karoline Preisler spricht über ihren Krankheitsverlauf

Die 48-jährige Politikerin infizierte sich selbst mit dem Coronavirus. In der Sendung erzählte sie mit bewegenden Worten ihren schweren Krankheitsverlauf. Sie betonte:

"Ich hätte gerne mein altes Leben zurück. Ich habe eine schlimme Zeit hinter mir. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wieder mit meinen Kindern singen kann, ob ich dafür die Luft noch habe."

Bis jetzt könne sie keine Treppen mehr ohne Pause steigen. Manche Corona-Erkrankte würden 20 Prozent des Lungenvolumens einbüßen. "Ich hoffe, es wird besser", meinte sie. Angesteckt habe sich Preisler bei ihrem Mann, der in Österreich war. Die Symptome kamen über Nacht. "Ich wusste, dass das Kratzen im Hals Corona sein müsste. Von Mittwoch zu Freitag änderte sich mein Gesundheitszustand rasant."

Die Mutter von drei Kindern trug zu Hause Mundschutz und Handschuhe. Sie habe zweimal einen Arzt gerufen und beide Male sei er nicht gekommen. Ihre Zuversicht sei schnell flöten gegangen. Das Gesundheitsamt habe sie täglich angerufen. Der Krankheitsverlauf verschlimmerte sich. Die Politikerin erklärte: "Meine Lunge fühlte sich wie ein Stein an. Mein Denken verlangsamte sich. Ich konnte keine Energie mehr aufwenden." Schließlich wurde sie in die Klinik eingeliefert. Die Szenerie beschrieb sie wie bei einem Reaktorunfall.

So dramatisch verlief die Corona-Erkrankung

Sechs Tage lag sie in der Klinik. Und schon am ersten Tag habe sie Sauerstoff bekommen. "Das hat mit enorm geholfen", sagte sie gelöst. Dennoch erklärte die Politikerin unter Tränen: "Mein Mann und ich haben uns verabschiedet." Heute würde sie es enorm wichtig finden, dass Kontaktverbote eingehalten werden. Der dramatische Grund:

"Ich wünsche meinem schlimmsten Feind nicht diese Corona-Erkrankung, wie ich sie hatte."

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Bild: screenshot zdf

Nach der Krankheit sind der Politikerin ihre Persönlichkeitsrechte deutlich wichtiger. Nun sei es für sie schockierend, dass ihre privaten Daten an die Polizeibehörden weitergegeben werden. Man hätte ihr zugesagt, dass die Daten ausschließlich für das Gesundheitsamt erhoben wurden.

Manuela Schwesig spricht sich für das Kontaktverbot aus

Im Gespräch mit Manuela Schwesig ging es ebenfalls um die Vertrauensfrage. Dort sagte Lanz in Bezug auf die Einschränkungen: "Warum bringen Sie den Leuten das Grundvertrauen nicht entgegen?" Die SPD-Politikerin antwortete prompt:

"Dieses Grundvertrauen bringe ich der Bevölkerung entgegen, sonst würden die Maßnahmen nicht funktionieren. 80 Prozent halten sich an die Regel, die anderen nicht. Für alle muss das gleiche Recht gelten, zu Hause zu bleiben."

Sie plädierte dafür, dass 95 Prozent das Kontaktverbot unterstützen würden.

Auch Grünen-Politiker Winfried Kretschmann betonte: "Da geht es nicht um Kavaliersdelikte. Wenn man merkt, dass in einem Keller eine Corona-Party stattfindet, sollte man das melden. Hier geht es um schwerwiegende Fragen der Gesundheit und da müssen alle achtsam sein." Solche scharfen Regeln würden wehtun und in die Freiheitsrechte eingreifen. Jedoch würde sich die Politik auch in einer Krise an das Grundgesetz halten. Am Ende gab Kretschmann in Richtung der Corona-Krise zu: "Wir haben es am Anfang unterschätzt."

Walter Kohl wurde noch viel deutlicher: "Wir merken, dass wir in eine Wirtschaftskrise hineinwachsen. Ich befürchte, dass wir noch eine Finanzkrise am Ende des Jahres haben. Wir bekommen einen massiven Einbruch beim Umsatz." Die Insolvenzwelle werde kommen, prophezeite der Sohn von Helmut Kohl.

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