Tim Mälzer und Steffen Henssler treten in ihrer neuen Vox-Show gegeneinander an.
Tim Mälzer und Steffen Henssler treten in ihrer neuen Vox-Show gegeneinander an.
Bild: RTL / Hendrik Lüders / mit Ina Müller, Judith Rakers un

Tim Mälzer lästert über Steffen Hensslers Essen: "Banales Dreckszeug, das du nicht fressen kannst"

21.09.2021, 18:03
Andrea Zschocher

"Wir machen Ablieferservice", versprach Tim Mälzer im Intro zur neuen Show "Mälzer und Henssler liefern ab" und das ist im doppelten Wortsinn zu verstehen. Zum einen dreht sich das neue Show-Konzept darum, dass die zwei Köche einen Pop-up Lieferservice betreiben, bei dem sie keine Ahnung haben, für wen sie da eigentlich kochen und Essen ausliefern. Gleichzeitig liefern die beiden aber überraschend konstante Unterhaltung für einen Fernsehabend, allerdings mit einer kleinen Einschränkung.

Diese Sendung ist, trotz der generationsübergreifenden Themen Kochen und Konkurrenz nicht für Menschen geeignet, die derbe Beschimpfungen oder permanente Beleidigungen unterhalb der Gürtellinie verurteilen. Die, nennen wir sie mal, detailreichen Kränkungen und Schmähungen, die die zwei sich an den Kopf werfen, sind nichts für Zartbesaitete. "Dreckige Kackwurst" war definitiv noch eine der netteren Beschimpfungen. Aber was anderes hat man von Mälzer und Henssler eigentlich auch nicht erwartet...

Der Ton in der Küche ist rau und testosterongesteuert

In diesen Momenten wird deutlich, was wir alle ahnen und ignorieren: Der Ton in der Küche ist rau. Und auch, wenn man diese zwei Männer nicht mehr ändert, dieser Schlüssellochblick, den die Sendung in die Gastroküchen überall in Deutschland bietet, offenbart Erschreckendes. Wer will in seinem Beruf schon als "Fickvogel" oder "Fotze" bezeichnet werden? Die mindestens implizierte Frauenfeindlichkeit ist ein weiterer Grund dafür, dass Gastronomie weitestgehend eine Männerdomäne ist und natürlich tun die zwei Platzhirsche wenig dagegen, dass sich das ändert. Sie haben es stattdessen zu einer Kunstform erhoben, die Fernsehdeutschland unterhält.

Natürlich ist "Mälzer und Henssler liefern ab" keine aufklärerische Sendung, sie will entertainen und entspannen. Das schafft sie auch, das Zugucken macht Spaß. Denn den beiden Promiköchen, übrigens eine Berufsbezeichnung, die die beiden selbst geprägt haben und vermutlich auch mit Stolz tragen, geht's ums Gewinnen.

Wer hat die dicksten Eier, wer ist der geilste Hengst im Stall, die ganze Testosteronpalette wird da ausgepackt. Gerade zu Beginn der Sendung war das einfach ultranervig, man muss ja erstmal die Betriebstemperatur erreichen, die die beiden sofort innehaben. Dass Mälzer und Henssler privat eher nicht gemeinsam Geburtstag feiern, wussten wir vorher auch schon.

Männerklüngelei kommt weiter

Was aber auch schnell klar wird: Die gegenseitige Abneigung, das ganze kernige Sprücheklopfen, das kann alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tim Mälzer und Steffen Henssler auch großen Respekt voreinander haben. Sie beide wissen: Zusammen ist man stärker und verinnerlichen das, was Frauen im Showbusiness oft verwehrt bleibt.

Während die, wie Caroline Kebekus mal in einer Sendung mit Barbara Schöneberger erörterte, immer zu hören bekommen, "eine verträgt das Business", nutzen Tim Mälzer und Steffen Henssler ihre jeweilige Popularität dafür, zusammen noch mehr zu erreichen. Und sei es nur Aufmerksamkeit durch eine gemeinsame Show. Dass das auch andere anzieht, ist klar, weswegen neben den Kochchallenges auch noch Promibesuch in Form von Ina Müller, Judith Rakers und Smudo von den Fantastischen Vier vorbeikamen.

Judith Rakers stattete den beiden Köchen einen Besuch ab.
Judith Rakers stattete den beiden Köchen einen Besuch ab.
Bild: RTL / Hendrik Lüders / mit Ina Müller, Judith Rakers un

Promis bei "Mälzer und Henssler liefern ab"

Eigentlich sollten diese Besuche für noch mehr Stress in der Küche sorgen und der Sendung mehr Starappeal verleihen. Für die Zuschauenden war es vor allem eine krude Mischung aus "hey, guck mal wen ich so privat kenne" und Floskeln austauschen. Die Promis kamen mit den Promiköchen kaum in Kontakt und standen verloren am Tresen herum, darum bemüht, ein Gespräch in Gang zu bringen, das eigentlich ein Monolog war. Die Köche waren ja eigentlich auf ihre Aufgabe fokussiert.

Judith Rakers erwartete "sehr viel Testosteron" und "sehr viele Schimpfworte" und das war genau das, was in der gesamten Sendung serviert wurde. Also neben Essen, das so ziemlich jeden ansprach. Denn natürlich wurde viel gekocht, ausprobiert, verändert. Es ging darum, stets flexibel zu bleiben, denn Mälzer und Henssler bekamen während der 90 Minuten, die sie zum Kochen ihrer Gerichte Zeit hatten, stets neue Hinweise, was die Menschen, für die sie kochen, (nicht) mögen. Das endete dann auch mal damit, dass Tim Mälzer sich über Steffen Hensslers Essen beschwerte, es sei "banales Dreckszeug, das du nicht fressen kannst, was aber aussieht wie ein Strauß Blumen". Dabei sah eigentlich durchgehend Mälzers Essen appetitlicher aus.

Hensslers Essen sah aus wie ein "Strauß Blumen".
Hensslers Essen sah aus wie ein "Strauß Blumen".
Bild: RTL / Hendrik Lüders / mit Ina Müller, Judith Rakers un

"Hinfühlen" zu den Kunden

Jede Runde Lieferdienstservice begann mit dem Foto eines Tisches, an dem die Bekochten ihre Menüs einnehmen würden. Es ging für die Promiköche darum, genau hinzuschauen, nicht nur auf die Anzahl der Teller und Gläser, sondern auch auf alles, was nicht auf den ersten Blick ersichtlich war. An einer Stelle beklagte Steffen Henssler, dass er im Stress des Kochens nicht mehr "hingefühlt" hätte zu denen, für die er arbeitet.

Zu beobachten, wie Tim Mälzer und sein Konkurrent die Fotos analysierten, wie sie ein Gespür dafür bekamen, was die einzelnen Belieferten essen wollen könnten, das war schon spannend. Ebenso machte es großen Spaß zu erleben, wie wandelbar Gerichte sind. Für die eigene Küche bekamen die Zuschauenden hier auf jeden Fall Anregungen, wie mit relativ wenig Aufwand auch eine einfache Tomatensoße sich weiterentwickeln kann. "Mein Labskaus macht gerade eine Weltreise", musste Tim Mälzer selbst lachen, weil sich das von ihm gewählte Gericht im Laufe der 90 Minuten Kochzeit von einer nordischen zu einer italienischen Variante entwickelte.

Mälzer ist eher der Sieger der Herzen

Was relativ schnell klar wurde: Mälzers Essen sah immer sehr viel appetitlicher aus, erkannte selbst sein Konkurrent an, der sein eigenes Essen als "hässlich wie die Nacht, aber es schmeckt", anpries. Hensslers Erklärung:

"Geschmacklich ist das schon wieder Endstufe, vielleicht auch wegen der ganzen Geschmacksverstärker."

Damit gewinnt man am Ende zwar die Sendung, aber in der Küche sollte es eigentlich um mehr gehen.

Tim Mälzer gab in der Küche alles.
Tim Mälzer gab in der Küche alles.
Bild: RTL / Hendrik Lüders / mit Ina Müller, Judith Rakers un

Tim Mälzer versuchte stets neue Wege zu gehen, während Steffen Henssler eher auf Sicherheit spielte. Das bedeutet nicht, dass seine Gerichte einfallslos waren, sie trafen aber bis auf eine Ausnahme immer sehr viel besser den Geschmack der Belieferten und sind damit natürlich massentauglicher. Ob Großfamilie mit Vorliebe für scharfes Essen, Freundinnengeburtstag oder Dankesessen für die Belegschaft, die Herausforderungen waren vielfältig und Steffen Henssler konnte mit seinen Kreationen immer mehr punkten. Und das, obwohl das Kochen mit jedem neuen Hinweis, der in Form von Fotos, Sprachnachrichten oder via Notiz aus der Bonmaschine kam, schwieriger wurde.

Devise: Flexibel bleiben

So musste die erst angedachte Schlachtplatte dann beispielsweise um vegetarische und vegane Optionen ergänzt werden. Besonders diese Hinweise und Richtungswechsel nervten die Promiköche "zu Tode", wie Steffen Henssler eingestand. Obwohl die Köche, als sie den hungrigen Blind Dates dann gegenüber standen, schon auch einsehen mussten, dass das Essen gar nicht immer im Vordergrund stand. Besonders bei den drei Freundinnen, die sich für sehr kultiviert hielten, fiel Mälzers Fazit vernichtend aus: "Eigentlich machen die den Eindruck [vor allem] Rosé [zu trinken] und gegen das Sodbrennen was zu essen."

Mälzer und Henssler erinnern an Stefan Raab

"Danke, dass du da bist. Gegen jeden anderen hätte ich keinen Ehrgeiz", lobte Tim Mälzer seinen Konkurrenten. Der erklärte lachend, dass beide "eigentlich schon längst einen Laden zusammen haben" müssten, so wie sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen antrieben. Dieser Antrieb war etwas, dass in jedem Moment spürbar war. Es erinnerte an die großen Fernsehmomente bei "Schlag den Raab", bei denen Stefan Raab seinerzeit auch niemals einen Punkt verschenkt hätte, egal wie (un)sympathisch ihm sein Gegenüber war. Diesen unbedingten Willen zum Sieg, den haben Mälzer und Henssler definitiv auch.

Henssler, der pizzamachende Currywurst-Inder

Deswegen konnte Steffen Henssler auch zugestehen, dass er durch sein Format "Grill den Henssler" bei "Mälzer und Henssler liefern ab" klar im Vorteil ist. Er sei den Zeitstress und das Entwickeln von Gerichten, die den Massengeschmack treffen, gewöhnt, während Tim Mälzer sich in "Kitchen Impossible" eher darauf fokussieren müsste, etwas exakt nachzukochen.

"Ich verstehe den Geschmack der Menschen", behauptete Steffen Henssler nach der letzten Kochrunde und sollte damit recht behalten. Tim Mälzer gab sich da deutlich selbstkritischer, er gab zu, dass er das auch immer von sich gedacht hätte, durch "Mälzer und Henssler liefern ab" aber auch merke, dass das vielleicht nicht immer der Wahrheit entsprechen würde.

Allerdings sei er, im Gegensatz zu Henssler eben auch kein "pizzamachenender Currywurst-Inder". Am Ende gewann aber genau der mit einem Punkt Vorsprung. Weil die Bekochten nicht wissen, welches Essen in welcher Lieferkiste steckte, vergaben sie zwischen einem bis fünf Sterne, basierend auf persönlichem Geschmack und Optik.

Irgendwann lässt das Testosteron nach

Beide Kontrahenten wirkten am Ende der ersten Folge erschöpft. Kein Wunder, wer sich mehrere Stunden lang so herausfordert, Sprüche klopft, beim Kochen den Überblick verliert und sich immer wieder auf neue Gegebenheiten einstellen muss, der darf dann auch mal müde sein. Das Testosteron verlässt halt auch den stärksten Mann irgendwann. Und als das so weit war, gab das der Sendung auch einen neuen Tiefgang. Denn es zeigte sich, neben der amüsanten Unterhaltung, dass die beiden Männer definitiv ihren Beruf einfach auch lieben und beherrschen.

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