Prince Fabian

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Fabian Fuchs aus Berlin ist der "Prince Charming" 2022.bild: rtl
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Schon vor Show-Start: Schwere Vorwürfe gegen den neuen Prince Charming

30.09.2022, 08:25

"Prince Charming" startet in die vierte Runde. Das TV-Publikum kann sich schon seit mehreren Wochen die eigenen Favoriten rauspicken, denn Traumprinz und Kandidaten stehen fest und wurden den Fans bereits vorgestellt. An sich ist die Freude auf die nächste Ladung queere Reality groß, doch bereits vor Veröffentlichung der ersten Folge steht ein schwerer Vorwurf im Raum – und zwar gegen den Prinzen selbst.

Seit 2019 freuen sich Reality-Fans über die schwule Dating-Show "Prince Charming". Gleich die erste Staffel feierte enorme Erfolge beim Publikum und konnte sogar den Grimme-Preis abstauben. Seitdem schmückt sich RTL mit seinem neu gewonnen queeren Aushängeschild. Da ist es fast selbstverständlich, dass es auch mal Kritik geben kann.

Harte Kritik an RTL-Dating-Show

Im Juni präsentierte der Kölner Privatsender, wer in diesem Jahr die Rolle des Prince Charming übernehmen darf. Man entschied sich für Fabian Fuchs aus Berlin. Ein großer, maskuliner, braunhaariger, weißer und trainierter Mann, dessen großes Hobby das Reisen ist.

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Schnell wurden Stimmen laut, dass die Wahl wenig überraschend sei. Schließlich entspricht der Berliner passgenau dem gesellschaftlichen Schönheitsideal eines "gutaussehenden Mannes". Eine Instagram-Nutzerin schrieb beispielsweise:

"War klar, dass ihr wieder einen White Boy nehmt, der aussieht wie Schwiegermamas Liebling. Wo ist die Repräsentation anderer Typen, mit der ihr euch brüstet?"

"Eine kommerzielle Schönheit um die meisten anzusprechen", lautet ein weiteres Fan-Fazit unter dem Vorstellungs-Post des 33-Jährigen. Doch die "Prince Charming"-Produktion freut sich selbst tatsächlich immer am lautesten über die Vielfalt in der eigenen Villa. Deshalb vermutet auch derselbe Kommentierende: "Die Kandidaten sind dann die 'Diversity'.'"

RTL gab mittlerweile alle Teilnehmenden bekannt und schreibt über den ausgewählten Cast: "Bei 'Prince Charming' suchen 21 gut aussehende Single-Männer nach der großen Liebe." Wirft man nun einen Blick auf die Männer, wird schnell klar, was mit "gut aussehend" gemeint ist, denn auf die große Mehrheit von ihnen passt die gleiche Beschreibung wie auch auf den Prinzen selbst: groß, sportlich, überwiegend maskulin und definitiv weiß. Ins Auge sticht nur die offenbar einzige Person of Colour.

"Prince Charming": Diskussion um Diversität wird weiter befeuert

Auch auf Tiktok entbrannte die Diskussion über die versprochene, doch fehlende Diversität. Auf der Videoplattform brachte sie den ersten handfesten Skandal von "Prince Charming" hervor – und das sogar, bevor die Show überhaupt zu sehen ist.

Auf der Suche nach dem Grund für das eintönige Casting der Staffel mischen diverse Nutzer:innen mit. Neben genereller Kritik bezüglich fehlender Repräsentanz von unter anderem Trans- oder dicken Menschen wird auch der Vorwurf laut, dass das Casting nach dem Geschmack des Prinzen ausgerichtet worden sein soll. Besonders ein Video sorgt derzeit für Aufsehen.

Ex-Arbeitskollege von Prince Charming erhebt schweren Vorwurf

In einem 27-Sekunden-Clip wirft der Tiktok-Nutzer "Fargoandflo" dem Prinzen vor, schon in der Vergangenheit nicht nur sehr fragwürdige, sondern sogar diskriminierende Dating-Kriterien befolgt zu haben. Der Tiktoker, der es nach eigenen Angaben im Vorjahr bis in die letzte Runde des Auswahlverfahrens von "Prince Charming" schaffte, will wissen, dass "laut Casting die Kandidaten am Ende danach ausgewählt werden, wie gut sie zu dem Prinzen passen." So weit, so gut, doch der User gibt weitere Einblicke.

Weil er, wie er sagt, in der gleichen Firma wie TV-Prinz Fabian Fuchs arbeitete, sah er seinen ehemaligen Kollegen nicht nur im Büro, sondern auch oft sein Profil auf der schwulen Dating-App Grindr. Schwerwiegend werden die Vorwürfe, als es um die dort angegebenen Vorlieben von Fuchs geht.

Denn dessen Grindr-Bio sagte angeblich einst "No fats, no femmes, no Asians", berichtet der Tiktoker und wirft Fabian Fuchs somit vor, bei der Partnerwahl übergewichtige, feminine oder asiatische Männer generell auszuschließen. "Deshalb gibt es wahrscheinlich keine People of Colour bei 'Prince Charming'", schließt er sein Video ab.

Der Tiktoker "Fargoandflo" formuliert in seinem Video schwerwiegende Vorwürfe gegen Fabian Fuchs.
Der Tiktoker "Fargoandflo" formuliert in seinem Video schwerwiegende Vorwürfe gegen Fabian Fuchs. bild: tiktok / fargoandfuchs

RTL zeigt keine Reaktion

Das Video mit Rassismus- und fatphobischen Vorwürfen von "Floandfargo" klickten mittlerweile über 227.700 Menschen an, mehr als 17.600 likten es sogar. In der Kommentarspalte werden zum einen Forderungen nach Screenshots laut, die die Behauptung von "Flo" belegen, aber auch große Enttäuschung macht sich breit. "Traurig, aber nicht überraschend", schreibt eine Userin zu dem Video, vielleicht in Anspielung darauf, dass der Privatsender mit dem Casting seiner "Princess Charming" im Frühjahr bereits für Kontroversen sorgte.

Eine Stellungnahme von RTL zu den brisanten Vorwürfen bleibt aber bisher aus. Von einer schwulen Unterhaltungsshow, die sich damit schmückt, die Speerspitze im deutschen, queeren Fernsehen zu sein, wäre zumindest das zu erwarten.

TV-Legende Ulrich Wickert rechnet mit Öffentlich-Rechtlichen ab

Ulrich Wickert war über Dekaden hinweg eine feste Größe im TV, 50 Jahre lang arbeitete er für die ARD. Bis 2006 präsentierte er die "Tagesthemen", die er 1991 übernommen hatte. Am 2. Dezember feiert Wickert seinen 80. Geburtstag – kurz zuvor findet er in einem Interview mit der "Bild" klare Worte über seinen einstigen Arbeitgeber und spricht über die Krise bei den Öffentlich-Rechtlichen.

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