Unterhaltung

Edeka provoziert weiter – und veröffentlicht diesen Werbespot zum Vatertag

"Liebe Papas, alles Gute zum Vatertag!" und "Wir sagen Danke" – so betitelt Einzelhandelskette Edeka seinen jüngsten Werbespot, der am Montag auf Youtube veröffentlicht wurde.

In dem schwarz-weißen Video ist zu sehen, wie junge Familien am Esstisch miteinander plaudern. Die Kinder bedanken sich bei ihren Vätern: "Danke, dass wir bei dir immer essen dürfen, was uns schmeckt."

Und dann heißt es:

"Danke, Papa. Dass du nicht Mama bist."

Das Video wurde anlässlich des Vatertags am 30. Mai veröffentlicht.

Väter sind also toll, weil sie nicht so streng wie Mütter sind – diese durchaus spitze Aussage des Spots hat Tradition. Anfang Mai hatte der Konzern mit einem Video zum Muttertag provoziert: Dafür hatte die Einzelhandeslkette ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie überforderte, hässliche und schrullige Väter sich vor ihren Kindern zum Deppen machen. Zum Schluss erklärt eine Tochter gegenüber ihrer Mutter: "Danke Mama, dass du nicht Papa bist."

Das Video sammelte mehr als zwei Millionen Aufrufe ein – und erntete einen Shitstorm. Viele Väter empfanden sich als schlecht dargestellt – mancher sprach von "Sexismus in Reinform".

Gegen das Video zum Muttertag waren laut Merkur.de rund 750 Beschwerden beim Deutschen Werberat eingegangen. Der Verband rügte das Unternehmen, da die Werbung sowohl Männer als auch Frauen diskriminieren würde.

In dem neuen Video wollte Edeka die ganz große Provokation offenbar nun vermeiden, das Video zum Vatertag fällt mit 38 Sekunden deutlich kürzer aus als das 78 Sekunden lange Video zum Muttertag – und auch die ironische Überspitzung fällt deutlich geringer aus.

Vielleicht möchte das Unternehmen zum Feiertag ja tatsächlich etwas harmonischer auftreten – oder einfach nur den Boden für die nächste Provokation bereiten.

Man will ja im Gespräch bleiben.

(pb)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Heinz Honerkamp 28.05.2019 20:43
    Highlight Highlight Vielleicht sollten wir das Leben einfach mal ein bischen humorvoller sehen und nicht hinter jeder Aktion etwas negatives wittern. Ich finde die Spotts zum Muttertag und Vatertag einfach nur witzig. Bin Vater von 5 Kindern.
    Don't worry, be happy.
  • PiaPlzn 28.05.2019 14:26
    Highlight Highlight In meinen Augen ist der Aufreger um die Werbung verständlich und zu erwarten, aber eben damit hat Edeka sicherlich auch gerechnet. Als selbsternannte Feministin mag die Werbung, auch wenn sie Klischess nutzt. Natürlich sind nicht alle Mütter und Väter gleich, es gibt Alleinerziehende und Regenbogenfamilien auf die das absolut nicht zutrifft. Ein wichtiger Aspekt der Gleichberechtigung ist aber nicht dass Frauen mehr wie Männer und umgekehrt werden, sondern das (ob natürliche oder gesellschaftlich anerzogene) Unterschiede akzeptiert werden und niemand als besser oder schlechter angesehen wird.
  • Navigatior 28.05.2019 08:33
    Highlight Highlight Schaut doch mal in den Kalender. Es gibt keinen „Vatertag“ oder „Männertag“. Frauen haben mit Muttertag, Weltfrauentag und ich zähle den Valentinstag auch noch dazu, ausreichend Feiertage. Männer hingegen haben KEINEN offiziellen Feiertag. Gleichberechtigung? Fehlanzeige!
    • Jubi 28.05.2019 10:40
      Highlight Highlight 1. Egal, ob offiziell oder nicht, der Herren-/ Vatertag ist ein Faktum. Grölende Männerhorden ziehen saufend durch die Gegend und nerven viele, die keinen Bock darauf haben, extrem.
      2. Valentinstag hat nix mit dem Geschlecht zu tun. Es ist sexistisch, wenn du sagst, das sei ein "Frauending".
      3. Männer können nicht aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden. Sie brauchen keine Feiertage, die auf irgendeine Benachteiligung hinweisen. Sie verdienen z.B. mehr Geld und werden nicht wegen ihres Aussehens oder ihrer Kleidung diskriminiert - es sei denn, es ist feminin. (Merkste?)
    • Max Müller (1) 29.05.2019 11:21
      Highlight Highlight Jubi,

      Die grölenden Männerhorden sind meist keine Väter, sondern besoffene Teenager. Alle Väter, die ich kenne unternehmen morgen etwas mit ihren Kindern.

      Natürlich können Männer aufgrund des Geschlechts diskriminiert werden. Wo du die Kleidung ansprichst: Bei vielen Firmen sind kurze Röcke erlaubt, kurze Hosen nicht. Oder das Sorgerecht.

      Wenn man es dann am Patriarchat fest macht, gibt es auch ein Gegenbeispiel: schlechtere Noten für Schüler bei gleicher Leistung im Matriarchat Schule (75% Lehrerinnen).

      Sexismus und Diskriminierung ist Mist - überall. Merkste?

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