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Mehr als dreißig Jahre berichtet Marcel Reif über Profi-Fußball. Bild: screenshot zdf

"Ich bin enttäuscht von diesem Spiel": Marcel Reif über EM-Halbfinale England gegen Dänemark

Es war spät geworden, bis "Markus Lanz" an diesem Mittwochabend über den Fernsehbildschirm flimmerte. Der Grund: Das EM-Halbfinalspiel England gegen Dänemark. Die Engländer haben das Spiel 2:1 für sich entschieden – ob verdient oder nicht, darüber lässt sich streiten.

Auch in der späten ZDF-Sendung hatten die Gäste unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Besonders ein Elfmeter für England gab Grund zur Diskussion.

Das waren die Gäste bei "Markus Lanz" am 7. Juli 2021:

Vogelsang und Reif kritisieren Spielweise der Dänen

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Lucas Vogelsang ist Podcaster und Autor. Bild: screenshot zdf

Die englischen Fans hätten sich über den Sieg ihrer Mannschaft im heimischen Wembley-Stadion kaum mehr freuen können. Seit mehr als 50 Jahren gab es keine englische Nationalmannschaft, die es bis in ein EM-Finale geschafft hat. Sportjournalist Marcel Reif hingegen war über das Halbfinal-Spiel weit weniger glücklich.

Er gönnte den Engländern den Sieg, erklärte jedoch auch: "Ich bin enttäuscht von diesem Spiel". Grund dafür war besonders der Fußball der dänischen Mannschaft. Reif sagte weiter: "Von den Dänen hätte ich mir ein bisschen mehr Mut, Übermut, erhofft."

Der Journalist Lucas Vogelsang analysierte das Spiel der Dänen ähnlich. Er urteilte: "Die Dänen waren ungefähr ab der 70. Minute dem Spiel nicht mehr gewachsen." Besonders, weil das EM-Turnier bisher gezeigt habe, dass Mut vor Zurückhaltung belohnt werde, mache die Verhaltenheit der dänischen Mannschaft in seinen Augen rückblickend keinen Sinn.

Ewald Lienen kritisiert Elfmeter für England

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Ewald Lienen argumentierte bei "Markus Lanz" aus seinem Notizbuch heraus, das neben ihm auf dem Tisch lag. Bild: screenshot zdf

Der Fußballtrainer Ewald Lienen gönnte den Engländern ebenfalls ihren Sieg. Er war überzeugt: "Die Engländer haben es verdient, im Finale zu stehen." Insgeheim, das gab Ewald jedoch auch zu, habe er den Dänen die Daumen gedrückt.

Mit der Entscheidung des Elfmeters für die englische Mannschaft zeigte sich der ehemalige Profifußballer indes nicht einverstanden. Er zweifelte die Entscheidung von Schiedsrichter Danny Makkelie an. Die Engländer hätten laut Ewald "einen Elfmeter gekriegt, der keiner war".

Über die Berührung von Joakim Maehle an Raheem Sterlin im Strafraum der Engländer sagte der 67-Jährige:

"Das ist keine Berührung, die einen Elfmeter rechtfertigt."

Marcel Reif hielt dagegen. Für ihn war der Elfmeter durch Schiedsrichter Makkelie keine klare Fehlentscheidung.

Ewald Lienen wollte dies offenbar nicht akzeptieren. Er witzelte: "Marcel, wenn ich im Supermarkt einkaufen geh, weißt du wie viel Berührung es da gibt? – Ich bin noch nie hingefallen." Und doch waren sich die beiden Männer einig: Eine solche Situation sollte bei einem so wichtigen Spiel nicht spielentscheidend sein.

Tabea Kemme: "Er macht’s einfach smart"

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Tabea Kemme hat eineinhalb Jahre in England gelebt und für den FC Arsenal als Fußballerin gespielt. Bild: screenshot zdf

Denn – Fehlentscheidung hin oder her – der Elfmeter war für England spielentscheidend. Darin waren sich die Gäste bei "Markus Lanz" alle einig.

Tabea Kemme, die selbst jahrelang als Offensivspielerin im Profifußball mitmischte, konnte sich besonders gut in das Verhalten von Raheem Sterling einfühlen, der den Elfmeter aus ihrer Sicht auch ein wenig provozierte. Kemme erklärte:

"Er macht’s einfach smart."

Den Elfmeter hielt die 29-Jährige bei einem solch wichtigen Spiel dennoch auch für unangebracht. Statt noch weiter über das Spiel des Abends, das EM-Halbfinale England – Dänemark, zu sprechen, diskutierte Markus Lanz mit seinen Gästen viel lieber noch einmal ausführlich über die Gründe für das frühe Aus der deutschen Mannschaft bei der EM.

Über das bevorstehende Finale der englischen Mannschaft gegen Italien verloren die Gäste insgesamt wenige Worte. Zum Schluss wurde jedoch getippt: Mit einer Enthaltung (Ewald Lienen) glaubten die Männer in der Runde an einen Sieg für Italien. Tabea Kemmes Herz schlug für England, sie tippte auf ein 3:1. Kemme hatte außerdem einen Wunsch für das Finalspiel: "Ich will Tore sehen."

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