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Drama-Queen Georgina ist raus. Sie und ihr Kubi gingen freiwillig. Allerdings nach sanftem Boykott der anderen "Sommerhaus"-Stars.

Kubi-Dämmerung im "Sommerhaus der Stars": Spuck-Eklat hat Folgen für Georgina und Kubi

marie von den benken

Willkommen zu Woche zwei im "Sommerhaus der Stars". Dank der vollständigen Selbstaufgabe, als zum Einzug der von RTL handverlesen aus der Bedeutungslosigkeit reaktivierten WG-Intellektuellen, neben Beleidigungen und Hochprozentigem sogar Spuckattacken kreisten, fiebert eine ganze Nation der Fortsetzung entgegen. Beinahe 19 Prozent Marktanteil in der sogenannten werberelevanten Zielgruppe später stellt man beim Haussender der feingeistigen Promi-Reality-Formate bereits die Horsd'œuvre kalt. Nachdem im Kielwasser von Folge eins diverse Memes die Social-Media-Netzwerke fluteten, in denen der Fleur-Begatter Kubi spuckte und der Alles-Begatter Bachelor Andrej heulte, wäre alles unter "Wetten, dass...?"-Quoten für diese Woche eine Enttäuschung.

Sollte sich übrigens jemand fragen, was eine "werberelevante Zielgruppe" ist, möchte ich meinem Bildungsauftrag gerecht werden und für Aufklärung sorgen: Aus Sicht der deutschen Fernsehmacher sowie deren Werbekunden, die uns so legendäre Spektakel wie das "Sommerhaus der Lamas" überhaupt erst ermöglichen, gilt man als werberelevant, wenn man genug eigene Meinung und vor allem genug eigenes Geld hat, um mit seiner Kaufkraft signifikant im Konsumzirkus mitzuspielen. Aktuell liegt das Alter dieser relevanten Gruppe von potenziellen Neukunden zwischen 14 und 49 Jahren. Wenn ihr jetzt also entweder unter 14 oder sogar über 49 Jahre alt sind, findet RTL euch uninteressant. Skandalös, oder?

Achtung, beim "Sommerhaus der Stars" droht Zuschauern akuter Hirnverlust

Ich persönlich finde ja ohnehin, dass sich das Publikum bei Formaten wie dem Sommerhaus alleine dadurch qualifiziert, nicht pro Episode mindestens zehn Prozent aller Hirnkapazitäten zu verlieren. Stellt euch das mal vor: Sechs Folgen "Sommerhaus" und am Ende bleibt ihr mit nur noch 40 Prozent eures Intellektes zurück. Da sollte man vorsichtig sein. Wenn meine Recherchen stimmen, wird man bei einem Verlust von mehr als 50 Prozent seiner Denkfähigkeit auch sofort Zwangsmitglied in Attila Hildmanns Telegram-Gruppe. Das "Sommerhaus der Stars" hat also noch viel schlimmere Nebenwirkungen als nur die komplette mediale Vernichtung aller Insassen.

Raus aus dieser jungen, dynamischen, kauffreudigen Gruppe Early-Adopter, die sich jeden Mittwoch zum "Sommerhaus der Stars" erstmal einen neuen Kompakt-SUV und ein paar private Krankenversicherungen gönnen, sind zum Beispiel auch die Bewohner Hypnotiseur Martin Bolze (62) und die Designerin Michaela Scherer (53). Beide hoffen also auf das Wohlwollen einer Zielgruppe, zu der sie selber gar nicht mehr gehören. Wobei die Vokabel "Kaufkraft" insgesamt etwas schwierig ist, wenn man sich das diesjährige Ensemble der "Sommerhaus"-Kammerspiele so anschaut.

Martin und Michaela sind aber vermutlich ohnehin nur dabei, weil der Friseur von Lena Meyer-Landruts Taxifahrer keine Zeit hatte. Gleichwohl sind sie eigentlich die klaren Favoriten auf den Gesamtsieg. Immerhin kommt das "Sommerhaus" nicht live in die Wohnzimmer der nach weiteren Komplettausrastern gierenden Reality-Fangemeinde, sondern als Konserve. So entscheiden nicht etwa die Zuschauer (wie in den qualitativen Schwesterformaten Dschungelcamp oder "Promi Big Brother"). Das erledigen die Bewohner auf dem kurzen Dienstweg direkt untereinander. Da hat man dann als Hypnotiseur natürlich einen Standortvorteil. Kurz mal während der Abstimmung die Oberstübchen der Mitbewohner neu synchronisiert und zack – Weiterkommen gesichert: "Du schläfst ganz fest. Wenn Du aufwachst, nominierst Du auf keinen Fall Martin und Michaela. Martin und Michaela sind Deine Freunde." Läuft.

Als wichtigste Erkenntnis der ersten Woche Fremdscham-Marathon müssen Chronistinnen wie ich nun natürlich festhalten: Peinlichkeiten werden jetzt in Kubi-Metern gemessen. Viele hätten Fleurs Ferrari fahrenden Feingeist Kubi für seine Spuck-Attacke auf Bachelor Andrej gerne kurz weggetackled. Bewohner wie Zuschauer. Der Fachbegriff für diesen durchaus menschlichen Reflex lautet übrigens "Ruth-Maria Kubi-Check". Ich möchte mich an dieser Stelle in aller Form für diesen womöglich schlechtesten Wortwitz aller Zeiten entschuldigen, allerdings gleichsam zu meiner Verteidigung vorbringen: Ich habe innerhalb von nur sieben Tagen jetzt schon knapp sechs Stunden "Sommerhaus der Stars" verfolgt. Das geht natürlich auch an mir nicht spurlos vorbei.

Georgina ahnt Böses: "Die hassen uns schon alle"

Jetzt aber mal genug Theorie. Rein ins Vergnügen von Folge zwei. Passend zur Schlammschlacht vergangener Woche spendiert RTL seinen Helden im "Sommerhaus der Prolls" dieses Mal eine echte Schlammkur. Die allseits beliebten Games der Paare beginnen. Hier wurden in den vergangenen Jahren Legenden geboren. Elena Miras zum Beispiel, die ihren (inzwischen wegrationalisierten) Mann Mike Heiter im Eifer des Gefechts in der Spielearena mit Bonmots wie "wie behindert kann man sein" oder "wie dumm bist du" wertschätzte. Die Vorzeichen stehen gut, dass an diese schöne Tradition dieses Jahr angeknüpft werden kann.

Caroline und Andreas Robens.

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Die Schlammschlacht im "Sommerhaus": Andreas und Caroline Robens. Bild: TVNOW

Doch bevor sich alle in die schönste Schlammwüste des Münsterlandes werfen, muss zunächst noch die Eskalation der Vorwoche analysiert werden. Die Gruppendynamik-Beauftragte der Wohngemeinschaft, Georgina Fleur, ahnt bereits: "Die hassen uns schon alle". Göttergatte Kubi ist das egal. Er hat noch nicht alle Punkte seiner "Wie werde ich zu Deutschlands unbeliebtestem Reality-TV-Teilnehmer in 2 Stunden"-Liste abgearbeitet und bleibt deswegen konzentriert.

Sämtliche Ausfälle von Krawall-Kubi zu dokumentieren, würde zu einer Kolumnen-Länge in der Größenordnung des Neuen Testaments führen, daher hier nur ein kleines exemplarisches Beispiel: Bei Caroline Robens, der Gattin von "Goodbye Deutschland"-Auswanderer Andreas, fehlt ihm scheinbar eine Weiblichkeit, wie er sie an den streng nach hinten gekämmten Gesichtszügen seiner Georgina so liebt. Entsprechend feinfühlig attestiert er: "Die ist doch keine Frau".

Spätestens an dieser Stelle wird auch dem letzten Zuschauer klar: Die Titelambitionen der beiden sind mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar. Ihre Chancen auf den Sieg entsprechen in etwa der Chance, dass sich Dieter Nuhr "Fridays For Future Forever" auf die Stirn tätowieren lässt.

Spuck-Eklat hat Folgen: Die Gruppe verbündet sich gegen sie – Kubi und Georgina ziehen aus

Wie wird die Reaktion auf Kubis #Rotzgate aussehen? Als der erste Schock verfliegt, sind erstmal alle angepisst. Bis auf Andrej. Der ist zusätzlich angespuckt. Entsprechend harsch fallen die Urteile aus. Die Vokabel "respektlos" fällt häufiger, als Dieter Bohlen "mega" sagen kann. Es wird damit gedroht, auszuziehen. Also, aus dem Haus. Vom "Playboy" ist ja keiner dabei. Vom Team Kuborgina kurz danach auch keiner mehr.

"Georgina und Kubi müssen auf jeden Fall das Haus verlassen", bemerkt Denise. Und schon rottet sich die Truppe zusammen, verlässt gemeinsam den Wohnraum. Nach dem sanften, geräusch- und gesprächslosen Boykott der gesamten Restmannschaft merken selbst Spuckweltmeister Kubi und Ferrari-Beifahrerin Georgina, dass ein Verbleib im "Sommerhaus" keinen nachhaltig positiven Effekt auf ihre, naja, Karrieren haben würde. Sie packen noch in der Nacht die Koffer und verschwinden. Einmal Bocholt und zurück.

Caroline und Andreas Robens.

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Zwischen Bachelor Andrej udn Kubi kam es zur legendären Spuckattacke. Bild: TVNOW

Diese Nah-Dumm-Erfahrung gleich zu Beginn des Sommers hinterlässt natürlich Spuren. Am plakativsten fasst es Hypnotiseur-Gattin Michaela zusammen: "Ich fühle mich wie durch den Arsch gezogen". Was nicht nur literarisch, sondern vor allem auch anatomisch ein Highlight der jüngeren TV-Historie darstellt. Bachelor Andrej drückt sich gewählter aus und feiert sich dafür, Kubi nach dessen unaufgefordertem Transfer von Speichelflüssigkeit in sein Gesicht nicht direkt vermöbelt zu haben. Das ist kein Zufall: "Da hätte jeder durchgezogen, aber zum Glück habe ich was im Kopf". Es ist 20:31 Uhr und endlich gibt es im Sommerhaus wieder was zu lachen.

Das erste Paar-Game der Staffel, bei dem man sich immerhin Unantastbarkeit bei der ersten Nominierung erspielen kann, kommt direkt mit der beliebten Mischung aus Quiz und körperlicher Herausforderung daher. Die Damen des "Sommerhauses" müssen sich in mehrere Meter Höhe ziehen lassen, während ihre Lebensabschnittspartner auf sicherem Boden bleiben dürfen. Das führt zu unterschiedlichen Reaktionen. Während Annemarie Eilfeld ihr Schicksal recht gelassen hinnimmt (wer ein von Marco Schreyl moderiertes "DSDS" überlebt hat, den schockt so schnell nichts mehr), sorgt Denise Kappés (Absolventin der RTL-"Bachelor"-Universität) für einen klassischen "GNTM"-Moment. Sie hat Höhenangst und teilt ihrem aktuellen Patchwork-Family-Kollegen Henning Merten lautstark mit, sie würde auf keinen Fall am Spiel teilnehmen. Keine Schaukel, keine Punkte. Da ist RTL gnadenlos.

Quizblamagen im "Sommerhaus"

G-Punkt-Expertin Michaela sorgt hoch oben im westfälischen Sommerhimmel hängend für weitere Highlights für die Best-Of-Sommerhaus-Editionen der kommenden Jahre. Sie hat es allerdings auch nicht leicht. Ihr Martin hat sich augenscheinlich vor dem Spiel sicherheitshalber selber hypnotisiert und kreiert so bei Verlesung der Fragen einige abenteuerliche Neuerfindungen. Wir lernen: "Emoji" spricht man neuerdings wohl "M-Joy" aus, während "Pfirsich" zu "Pfirsh" wird. So kann Michaela natürlich auch "Cunnilingus" nicht fachgerecht als "Sexualpraktik" einordnen. Diesen Cunnilingus-Fauxpas kommentiert sie mit (Achtung!): "Leck mich!" – Realsatire, schöner als Twitter-Beiträge der AfD. Da will sich auch Frau Eilfeld nicht lumpen lassen und erfindet die Vokabel "Drei-Mumu-Tier" neu. Fragt nicht.

Besser läuft es bei derselben Frage, nämlich welches Tier drei Vaginen hat (Känguru, Kaninchen oder Kakadu), bei Influencer-Paar Lisha und Lou. Zoologin Lisha erinnert sich an ein früheres Haustier und attestiert: "Mein Kaninchen hatte doch keine drei Muschis, das hätte ich gemerkt." Das berühmte Ausschluss-Prinzip – seit Generationen sehr beliebt bei Kandidaten im "Sommerhaus der Stars".

Pickel-Szenen beim Bachelor-Paar

Weniger um ausschließen, dafür mehr um ausdrücken geht es dann beim prä-nominellen Hautpflege-Special am Vorabend der ersten Entscheidung. Während Lisha sich von Martin hypnotisieren lässt, um ihre Hautprobleme in den Griff zu bekommen, läuft es beim Bachelor-Pärchen handfester. Als Akt der bedingungslosen Liebe drückt Andrej seiner Jennifer hochprofessionell einen Pickel auf der Stirn aus. Um aktuellen Hygienevorschriften gerecht zu werden, legt er die entsprechende Stelle natürlich zunächst großflächig mit desinfiziertem Papier aus, was dem ganzen Szenario ein wenig den Anschein verleiht, als würde er direkt an Ort und Stelle einen chirurgischen Eingriff am offenen Gehirn durchführen.

Caroline und Andreas Robens.

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Lisha wird hypnotisiert. Bild: TVNOW

Kaum sind die Hautprobleme gelöst, ist auch schon nächster morgen und es steht ja noch die Schlamm-Catchen-Schlacht an. D-Promis im Schlammfieber. Ein Hauch von Dschungelcamp weht durch Bocholt. Wobei, Schlammkuren sollen ja auch gut für die Haut sein. Und für das Überleben im "Sommerhaus". Jedenfalls für Lisha und Lou, die die Schlammarena mit Top-Haut und als Siegerteam verlassen. Damit sind sie ebenfalls für die Nominierung gesaved.

Andreas und Caroline müssen eigentlich gehen – und dann noch nicht

Das Ergebnis der Abstimmung bleibt dann erwartet unspektakulär. Alle verbliebenen Paare entscheiden sich einstimmig für Andreas und Caroline, die mit einem rekordverdächtigen Vorsprung rausnominiert werden. RTL wäre aber nicht RTL, wenn sie die Kandidaten nicht zunächst bis nahe an den Nervenzusammenbruch nominieren lassen würden – dann aber die unverhoffte Trumpfkarte spielen: Da ein Paar (ihr erinnert euch an Spuckinator Kubi und seine rothaarige Seelenverwandte Georgina) bereits abseits des geplanten Nominierungs-Zyklus das Haus verlassen hatte, dürfen alle bleiben. Kein Paar muss nach Hause.

Caroline und Andreas Robens.

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Kubi udn Georgina zogen aus dem "Sommerhaus" aus. Bild: TVNOW

Und es kommt noch besser. Der Reality-TV-Puls schlägt Kapriolen, denn: Im Trailer für Folge drei (ich verspreche, ich werde das für euch protokollieren) erfahren wir, dass ein zusätzliches Paar nachrücken wird. Eva Benetatou und ihr Partner gesellen sich zu den auf einer nordrhein-westfälischen Waldfläche ausrangierten "Sommerhaus"-Paaren. Brisant an der Sache: Eva hatte seinerzeit Sex mit Bachelor Andrej, bevor Bachelor Andrej Sex mit seiner aktuellen Flamme Jennifer hatte, mit der er nun also ein Schlafzimmer mit Eva teilen muss. Man hätte es sich nicht schöner Wünschen können. Voller Vorfreude sage ich also: Bis nächste Woche!

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