WDR Fernsehen DIE LETZTE INSTANZ - DER MEINUNGSTALK MIT STEFFEN HALLASCHKA, am Freitag (29.01.21) um 23:30 Uhr.
Moderator Steffen Hallaschka (l) mit den Gästen v.l.n.r. Schlagersänger Jürgen Milski, Autor und Moderator Micky Beisenherz, Schauspielerin Janine Kunze und Entertainer Thomas Gottschalk.

Der WDR reagiert auf die Rassismus-Vorwürfe, die nach der Ausstrahlung der Sendung "Die letzte Instanz" aufkamen. Bild: screenshot wdr

Nach Rassismus-Eklat: WDR plant Themenschwerpunkt im März

Die WDR-Talkshow "Die letzte Instanz" hat letzte Woche mit rassistischen Aussagen der Gäste für einen Shitstorm gesorgt. Der Sender hat sich bereits öffentlich entschuldigt und plant nun eine Themenwoche, bei der nicht nur Gesprächsrunden stattfinden, sondern Rassismus auch filmisch aufgearbeitet werden soll. Die Reaktionen auf Twitter schwanken zwischen Hohn und vorsichtig optimistischen Erwartungen.

Der Vorwurf an den WDR war eindeutig: Eine Gesprächsrunde über rassistische Begriffe ohne jemanden, der direkt von dem Thema betroffen ist. Dabei kam erwartungsgemäß nichts Gutes dabei heraus. Um den Fehler wiedergutzumachen, hat der Sender nun eine Woche zum Thema Rassismus geplant. Auch eine interne Gruppe unter der Leitung der Integrationsbeauftragten Iva Krtalic wurde gegründet. Der WDR hält sich zu konkreten Plänen aber noch bedeckt.

Im WDR könnte es durch den Vorfall auch strukturelle Veränderungen geben

"Ich war total aufgewühlt, als ich die Sendung gesehen habe. Auch die Diskussion darüber betrifft mich sehr persönlich. Da haben Menschen über etwas geredet, wovon sie keine Ahnung haben", sagt Krtalic in einem hauseigenen Interview über den Vorfall.

Der WDR wolle nun der Frage nach möglichen strukturellen Folgen nachgehen und die Kritik im laufenden Programm aufgreifen. "Wir stellen uns die Frage: Wo sind unsere blinden Flecken? Uns geht es vor allem darum, welche Konsequenzen wir daraus ziehen", so die Integrationsbeauftragte. Man wolle versuchen Journalisten mit Migrationshintergrund häufiger in Programm-prägenden Rollen einzusetzen.

Fast 40 Prozent der Volontäre im WDR haben einen Migrationshintergrund

Sie betont aber auch, dass der WDR bereits Erfahrungen mit dem Thema Rassismus habe. "Wir fangen nicht bei null an. Der WDR hat interkulturelle Vielfalt schon gelebt, als es für viele andere noch gar kein Thema war", sagt sie.

In der Praxis erläutert es Krtalic an ein Beispiel: "Wir führen eine auf Diversität ausgerichtete Auswahl der journalistischen Volontär*innen durch, sodass in den letzten Jahren der Anteil der Volontär*innen mit einem Migrationshintergrund über 30 Prozent lag. Dieses Jahr beträgt er 38 Prozent."

Twitter macht sich über den WDR lustig

Die Zuschauer lassen auf Twitter ihren Zweifeln freien Lauf. Ein Nutzer postet ein Bild von einer Kartoffel, einem Gartenzwerg, Joseph Goebbels und Alexander Gauland – also alles was gegen eine Diversität in Deutschland spricht. Dazu macht er sich über den WDR lustig und schreibt "Gästeliste geleakt".

Aber auch – sehr vorsichtiger – Optimismus ist auf Twitter zu finden. "Bin gespannt was dabei rauskommt oder ob es wieder nur eine Blendgranate von Tom Buhrow ist, die langfristig keine Folgen hat. Was ist nur aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk geworden?", fragt ein Nutzer.

(lfr)

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