Oliver Pocher spulte bei "RTL sagt Danke" eine abgespeckte Version seiner "Bildschirmkontrolle" ab.
Oliver Pocher spulte bei "RTL sagt Danke" eine abgespeckte Version seiner "Bildschirmkontrolle" ab.
Bild: TVNow / Steffen Z Wolff

"Superspreader-Event": Alltags-Helden-Show "RTL sagt Danke" floppt bei Zuschauern

31.08.2021, 18:17

Eigentlich war es ein schöner Gedanke von RTL, denjenigen zu danken, die in der Corona-Pandemie beruflich alles gegeben haben: Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Krankenschwestern und Krankenpfleger – kurz: Alltagshelden. "RTL sagt Danke" war nicht nur ein Liveevent in Essen, es wurde auch als Show ins TV übertragen. Zu Gast waren unter anderem Oliver Pocher, Mario Barth, Ilka Bessin oder Atze Schröder, moderiert hat Daniel Hartwich.

Doch die Umsetzung dieser Show-Idee kam letztlich nicht allzu gut an. Zum einen lieferten die Comedians weitestgehend keine neuen Gags ab (Oliver Pocher zeigte eine abgespeckte Version seiner "Bildschirmkontrolle"), zum anderen schwenkte die Kamera immer wieder über die vollen Zuschauerränge. Vor allem auf Twitter entbrannte bei diesem Anblick eine hitzige Diskussion.

RTL schien Pandemie für beendet erklärt zu haben

Menschen aus den Berufsgruppen der Pflegekräfte, des medizinischem Personals, Sanitäter, Paketzusteller oder Verkäufer erhielten kostenfreien Eintritt zur Veranstaltung "RTL sagt Danke". Das kam offenbar sehr gut bei den Eingeladenen an, sehr viele nahmen das Angebot wahr.

Mario Barth spielte vor großem Publikum bei "RTL sagt Danke".
Mario Barth spielte vor großem Publikum bei "RTL sagt Danke".
Bild: RTL

Während man momentan in vielen anderen Formaten wie beispielsweise bei "Promi Big Brother" immer mit Pappfiguren aufgefüllte Zuschauerreihen sah, reizte RTL die geltenden Corona-Regeln weitestgehend aus. Das Publikum saß ohne Abstände auf der Tribüne, eine Maskenpflicht herrschte nicht. Die TV-Zuschauer konnten sich an diesen Anblick nicht so schnell gewöhnen:

Daniel Hartwich betonte gleich zu Beginn, warum "RTL sagt Danke" in der Form stattfinden konnte. Flapsig moderierte er zunächst an: "Bei uns gibt es heute die 3G-Regel: Es wird gelacht, geklatscht und es wird gewittern." Und weiter:

"Alle Zuschauer sind übrigens durchgeimpft, nicht, dass wegen uns nächste Woche keiner mehr nach Malle darf. Da muss sich keiner Sorgen machen."

Zwar entspricht dieses Vorgehen den aktuellen Verordnungen in Nordrhein-Westfalen für Außenveranstaltungen. Mit dem Event prescht RTL jedoch recht früh vor – in vielen anderen Bundesländern wird noch über 2G- und 3G-Regelungen diskutiert, bevor ähnliche Konzerte oder Veranstaltungen stattfinden.

Unterirdische Quoten für "RTL sagt Danke"

Doch nicht nur im Netz gab es Ablehnung für die Danksagungs-Sendung – die zahlreichen Promis konnten nur äußerst wenige Zuschauer vor die TV-Bildschirme locken. Laut "dwdl" schalteten lediglich 1,35 Millionen Menschen ein, in der wichtigsten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag die Reichweite bei gerade einmal 520.000 Zuschauern.

Ein deutlich größeres Publikum erreichte das Konkurrenzprogram von ProSieben in der Primetime: "Schlag den Star" schauten 1,57 Millionen Menschen an und das, obwohl der Kampf zwischen Sophia Thomalla und Evelyn Burdecki bis 1.30 Uhr dauerte.

(cfl)

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