Fernsehmoderator Thomas Gottschalk  GER  anl

Thomas Gottschalk hält wenig von seinem Nachfolger bei "Wetten dass....?" Bild: imago images / imago stock&people

Thomas Gottschalk rechnet mit Markus Lanz ab: "Streber"

Auch wenn es zuletzt etwas ruhiger um ihn geworden ist, ist Thomas Gottschalk nach wie vor eine deutsche Fernseh-Legende. Beinahe 25 Jahre lang moderierte er die ZDF-Show "Wetten, dass..?" – bis zum schweren Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch 2011. Koch ist seitdem querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl.

2012 übernahm die Moderation dann Gottschalks Nachfolger Markus Lanz. Er konnte die Sendung aber nie zu altem Glanz zurückführen. Und Lanz' Vorgänger hat damit wohl auch nie gerechnet, wie er nun im Podcast "Baywatch Berlin" mit Klaas Heufer-Umlauf verrät. "So wird das nichts", habe er sich sofort gedacht, erzählt er dort frei heraus.

Gottschalk erzählt genüsslich, er sei gerade auf einer Kur in Österreich gewesen, als die erste Folge mit Markus Lanz als Moderator ausgestrahlt worden sei. Der Unterschied zwischen ihm und dem 51-jährigen Lanz sei folgender gewesen:

"Der Markus Lanz ist ein blendend aussehender Streber, der alles richtig machen will."

Gottschalk vermisst bei Lanz Selbstironie

Und er führt auch aus, warum das der Sendung letztlich nicht gutgetan habe, anhand eines einfachen Beispiels. Gottschalk stellt sich vor, ein Wettkandidat käme in die Show und behauptete: "'Ich kann hundert Liegestützen!' Dann hätte ich gesagt: 'Ich kann eine, und die sieht scheiße aus, aber ich mach sie jetzt.'" Diese Fähigkeit zur Selbstironie attestiert er Lanz nicht. Der hätte in Gottschalks Vorstellung in derselben Situation gesagt: "Ich komme auf 89."

Lanz' größter Fehler, erklärt Gottschalk, sei dessen Ehrgeiz gewesen, er habe immer besser als seine Kandidaten sein wollen. Er, Gottschalk, habe dagegen eine ganz andere Herangehensweise gehabt:

"Ich habe immer für mein Publikum performt."

Er ergänzt reichlich abgeklärt und nüchtern: "Es ist doch alles verzichtbar, was wir machen. Es geht um nichts. Hauptsache, die Leute haben ihren Spaß." Mit seinem ersten Eindruck sollte Gottschalk übrigens recht behalten: "Wetten, dass..?" wurde 2014 endgültig abgesetzt.

(om)

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  • Tipgeber61 25.11.2020 19:08
    Highlight Highlight Teil 2 . Unabhängig davon ist die Einschätzung von Thomas Gottschalk durchaus richtig gewesen. Leider ist immer noch weit und breit kein Nachfolger in Sicht. Ein Unterhalter - ich wähle bewußt das deutsche Wort - der sein Publikum unterhält, so dass man nicht immer genau sagen kann, wieso die Zeit so schnell und angenehm vergangen ist. Bei Wetten dass? quer durch alle Generationen. Das hat Herr Lanz nicht so drauf.
    P.S: Phil Collins wäre wohl fast jedem anderen tödlich beleidigt gewesen und nie mehr in Deutschland in einer Show aufgetreten.
  • Tipgeber61 25.11.2020 18:53
    Highlight Highlight Die Überschrift ist vielleicht ein bisschen reißerisch. Gottschalk zu zitieren, ist ein sehr sehr schwieriges Unterfangen. Man muss das live hören und am Besten sehen. Beispiel: Wetten dass? in den 90 zigern. Phil Collins tritt in der Weihnachtssendung in Jeans und kakifarbenen Eumel-T-Shirt auf. Gottschalk springt nach dem Auftritt spontan auf die Bühne und begrüßt Collins mit 'Ej Phil, da hast du dich ja für uns in Schale geschmissen' Lacher! Er übersetzt das auch, ein lockeres Gespräch und ein paar Jahre später kommt Collins wieder zur Weihnachtssendung - im schwarzen Anzug mit Krawatte!
  • stahlbau-grauerwolf 25.11.2020 18:24
    Highlight Highlight da hat der Herr Gottschalk wohl den Nagel auf den Kopf
    getroffen.
    herr Lanz ist wohl eher der Typ eines Wichtigtuers, Selbstdarstellers, Dazwischenredners und meistens braucht er
    jemanden der mit draufhaut wenns ums draufhauen geht.
    wie gesagt, Herr Lanz muß einen sehr guten Vertrag haben, sonst
    wäre er schon weg vom Fenster .

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