Joachim Gauck kritisierte die Letzte Generation bei "Maybrit Illner".
Joachim Gauck kritisierte die Letzte Generation bei "Maybrit Illner".Bild: ZDF/Jule Roehr
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"Maybrit Illner": Joachim Gauck mit deutlichen Worten zur Letzten Generation

16.12.2022, 06:1816.12.2022, 07:13

Krieg, Klima, Inflation – in der letzten Folge vor der Weihnachtspause bei "Maybrit Illner" schaute die Moderatorin mit ihren Gästen auf ein Jahr voller Krisen zurück.

Besonders eine in Umfragen zunehmende Unzufriedenheit in der Bevölkerung beschäftige die Runde. Moderatorin Maybrit Illner diskutierte mit ihren Gästen zum Thema: "Ein Jahr der Krisen – Angst vor der Zeitenwende?"

Moderator Claus Kleber warnte vor einer Bedrohung der Weltordnung durch den Krieg in der Ukraine und plädierte in der Diskussion für mehr Gerechtigkeit. Historikerin Hedwig Richter hielt gegen das Bild der sterbenden Demokratie.

Claus Kleber sieht Weltordnung bedroht

Angst und Sorge steigen in Deutschland. 44 Prozent der Menschen hierzulande, so Maybrit Illner, blickten derzeit unzufrieden in die Zukunft. Ist es Kanzler Scholz' Prophezeiung einer Zeitenwende, die den Menschen Angst macht?

Moderator und Dokumentarfilmer Claus Kleber sieht die Situation mit dieser Einschätzung "unterbewertet". Laut Kleber sei nichts weniger in Gefahr als die friedliche Nachkriegsordnung. "Die eigentliche Zeitenwende – und ich denke, das meinte auch Kanzler Scholz – bezieht sich darauf, dass wir eine ganz andere Art zu Leben wieder einnehmen müssen", erklärte Kleber.

Die Menschen in Deutschland sind gemäß der Einschätzung des einstigen ZDF-Moderators derzeit bereit zu verzichten. Kleber ergänzt:

"Entscheidend ist, dass es gerecht zugeht."

Deutschland stehe vor der Frage, ob unser demokratisches Modell sich gegen Autoritarismus und Imperialismus durchsetzen könne. Laut Kleber können Demokratien durchaus in der Dunkelheit sterben.

Hedwig Richter fordert klare Worte von Ampelregierung

Historikerin Hedwig Richter plädierte dafür, die Zahlen aus den Umfragen differenzierter zu betrachten. Die Demokratie in Deutschland hielt sie für "sehr, sehr stark".

Deutschland stehe viel eher vor der entscheidenden Frage, ob das Krisenmanagement "paternalistisch oder partizipativ" gelöst werde. Insgesamt sollte die Regierung "klarer und erwachsener" kommunizieren.

Die Tatsache, dass die eigenen Kinder eine andere Zukunft haben werden als ihre Eltern, müsse nicht unbedingt negativ sein.

"Wichtig ist, dass die Politik auch die Chancen ergreift, die auch Demokratien haben", meint die Historikerin an der Universität der Bundeswehr in München.

Joachim Gauck: "Die Menschen haben Angst vor der Moderne"

In einem aufgezeichneten Einzel-Interview äußerte sich auch Bundespräsident a.D. Joachim Gauck zur Unzufriedenheit der Bevölkerung in Deutschland.

Viele Menschen seien durch eine Fülle von Veränderungsfaktoren in Angst versetzt, schätzt Gauch die Lage ein. Und weiter:

"Sie haben letztlich Angst vor der Moderne und vor der offenen Gesellschaft."

Der frühere Bundespräsident und evangelische Priester hatte diesbezüglich auch mahnende Worte parat: Angst sei immer auch eine große Zeit für Populisten – und eine schwierige Zeit für rationale Politik. Umso wichtiger sei es derzeit, gerade die Menschen mitzunehmen, die sich vor Wandel und kultureller Veränderung fürchten.

Gauck kritisiert Letzte Generation

Viel diskutiert werden derzeit die Aktionen der Umwelt-Aktivisten der Letzten Generation. Immer wieder blockieren sie Straßen, indem sie sich auf ihnen festkleben.

Dieses Vorgehen sah Gauck im Interview kritisch: "Wenn über 80 Prozent der Menschen, die hier leben, diese Aktionen nicht gut finden, wobei 60 Prozent die Anliegen gut finden, dann ist offenbar die Strategie wenig geeignet, um Sympathien zu erwerben."

Eine andere Meinung vertrat in der Sendung die Vorsitzende der Grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich. Sie könnte die Verzweiflung der Letzten Generation immerhin "sehr gut verstehen", mache sich selbst Sorgen um die Zukunft.

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