Promis unter Palmen

Prinz Marcus von Anhalt sorgte bei "Promis unter Palmen" für einen Eklat. Bild: screenshot sat.1

Sat.1 reagiert auf homophobe Beleidigungen bei "Promis unter Palmen" – und erntet Shitstorm

Für die Fans von Trash-TV-Formaten war am Montagabend Weihnachten. Denn endlich startete die langersehnte zweite Staffel von "Promis unter Palmen". Doch das, was die Zuschauer zu sehen bekamen, hatte mit lustiger TV-Unterhaltung nicht mehr viel zu tun. Denn neben peinlichen Suff-Eskapaden gab es bereits in der ersten Folge einen homophoben Aussetzer.

Kandidat Prinz Marcus von Anhalt beleidigte die offen homosexuell lebende Dragqueen Katy Bähm aufs Übelste und teilte ihr ungefragt mit, was er von ihrem Lebensstil hält:

"Es ist eklig, wenn zwei Männer sich küssen. Da stehe ich zu – basta! Du kannst ein Travestiekünstler sein. Stehe ich drauf, finde ich geil, aber du musst Frauen ficken. Wenn ich sage, schwul sein ist scheiße, dann ist das so für mich."

Für die ehemalige "Queen of Drags"-Kandidatin war das ein echter Schock. Sie wusste zunächst gar nicht, wie sie reagieren soll. Auch die anderen Mitstreiter waren einfach nur schockiert. Nur Willi Herren schritt sofort ein. "Bei allem Respekt. Das hast du nicht zu sagen! Leute, so etwas darf man nicht totschweigen. Ich habe gerade einen schwulen Freund verloren. Das tut mir weh, das zu hören", setzte er dem Proll-Prinzen entgegen. So etwas dürfe nicht unter den Tisch gekehrt werden, machte er deutlich und appellierte an die Menschen draußen: "Nicht die Fresse halten, Zähne auseinander und nicht drüber hinwegsehen."

Promis unter Palmen

Prinz Marcus von Anhalt machte deutlich, was er von Katy Bähms sexueller Orientierung hält. Bild: screenshot sat.1

"Promis unter Palmen"-Zuschauer wüten gegen Sat.1

Katy Bähm selbst fand erst im Sprechzimmer, fernab der anderen Kandidaten, ihre Sprache wieder: "Ich war wirklich geschockt und sprachlos. Ich habe so etwas genug in meinem Leben ertragen müssen. Ich bin nicht hier, um mir so etwas anzuhören. Es macht mich so wütend, dass ich den Mund nicht direkt aufgemacht habe."

Im Netz sorgte die Szene mit Prinz Marcus von Anhalt für einen regelrechten Shitstorm. Viele kritisierten, dass diese Aussagen einfach ungefiltert gezeigt und nicht rausgeschnitten wurden.

Sat.1 bezieht Stellung zu Prinz Marcus von Anhalt

Nach den ersten kritischen Tweets schaltete sich auch Sat.1 ein und bezog Stellung zu Prinz Marcus von Anhalt. Man teile die homophoben Aussagen nicht, schrieb der Sender auf Twitter.

Für die Fans nur ein unzureichendes Statement, denn immerhin sei der Proll-Prinz bereits in der Vergangenheit mit ähnlichen Aussagen aufgefallen. Konsequenterweise hätte er gar nicht erst für die Sendung gecastet werden dürfen, befanden zahlreiche User unter dem Sat.1-Statement.

Prinz Marcus von Anhalt fliegt bei "Promis unter Palmen" raus

Eine andere Zuschauerin warf dem Sender vor, genau gewusst zu haben, wen man sich in das Format geholt habe. "Ihr tragt Verantwortung dafür. Ihr braucht gar nicht hier rumzuheucheln. Darauf wart ihr doch aus. Oder war es Zufall, so jemanden 'ne Platform zu bieten? Peinlich für euch. Asozial bleibt Asozial. Dann passt es ja wieder zu @sat1", hieß es weiter.

Später versuchte Sat.1 weiter Schadensbegrenzung zu betreiben und zu erläuterte, warum man sich dazu entschieden habe, die Szenen zu zeigen.

Einen Lichtblick gibt es immerhin: Prinz Marcus von Anhalt wird seine homophoben Äußerungen nicht länger im TV verbreiten können. Er flog bereits in der ersten Folge raus. "Und das ist gut so", kommentierte Sat.1 die Entscheidung – auch wenn sie keine direkte Konsequenz seiner Aussagen war.

(jei)

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