Unterhaltung
TV

ARD-Doku über Namibia heftig abgestraft – Rundfunkrat mit vernichtendem Urteil

17.04.2024, Hamburg: Aminata Belli kommt zur Verleihung des Jupiter Award 2024. Zum 46. Mal vergeben die Zeitschriften "TV Spielfilm" und "Cinema" den Publikumspreis f
Moderatorin Aminata Belli hat durch die kontroverse Namibia-Dokumentation geführt.Bild: dpa / Christian Charisius
TV

ARD-Doku über Namibia: Rundfunkrat fällt vernichtendes Urteil

18.05.2024, 15:39
Mehr «Unterhaltung»

Die Dokumentation "Deutsche Schuld – Namibia und der Völkermord" schlägt weiter hohe Wellen. Der Film über die Folgen der deutschen Kolonialgeschichte und ihre Aufarbeitung in Namibia stand heftig in der Kritik, weil er die Lage in dem Land falsch darstellen soll.

Sogar der ehemalige deutsche Botschafter in Namibia hatte sich in einem offenen Brief an den NDR gewandt und die Doku über Namibia scharf kritisiert. Ende 2023 hat sich die ARD, unter deren Dach der NDR agiert, dann dazu entschieden, die Dokumentation aus ihrer Mediathek zu entfernen.

Watson ist jetzt auf Whatsapp
Jetzt auf Whatsapp und Instagram: dein watson-Update! Wir versorgen dich hier auf Whatsapp mit den watson-Highlights des Tages. Nur einmal pro Tag – kein Spam, kein Blabla, nur sieben Links. Versprochen! Du möchtest lieber auf Instagram informiert werden? Hier findest du unseren Broadcast-Channel.

Zu dem Schritt, auf eine weitere Ausstrahlung zu verzichten, hieß es damals: "Wir sehen darin auch eine Chance, die aufgeheizte Diskussion zu befrieden, zu versachlichen und die an unserer Produktion Beteiligten zu schützen." Man biete in diesem besonderen Fall den Film nicht mehr an, "weil schutzbedürftige Protagonistinnen und Protagonisten, denen diese Doku eine Stimme geben sollte, sich missverstanden und in einen falschen Kontext gestellt fühlen".

Nun hat auch der Rundfunkrat ein Urteil über die Namibia-Dokumentation gefällt – und das hat es in sich.

ARD-Doku über Namibia: Rundfunkrat positioniert sich klar

Demnach verstößt der Film gegen den Rundfunkstaatsvertrag. Mit knapper Mehrheit fällt der Rat dieses Urteil. Nach rund zwei Stunden Diskussion hieß es also, mit 22 zu 20 Stimmen bei einer Enthaltung: Die Namibia-Dokumentation des NDR verstößt gegen geltendes Rundfunkrecht im Staatsvertrag. Darin werden die Sender unter anderem zur Wahrheit verpflichtet.

Zugleich würdigte das Gremium, dass der Sender den Beitrag zunächst korrigiert und dann, als sich diese Korrekturen als nicht ausreichend erwiesen, freiwillig aus der Mediathek genommen hat. Dietmar Knecht, Vorsitzender des NDR-Rundfunkrates, sagte dazu: "Dass die Dokumentation dauerhaft aus allen Ausspielwegen des Programms herausgenommen wurde, ist Ergebnis einer intensiven fachlichen und sachlichen Aufarbeitung der Vorwürfe auch unter Beteiligung unserer Gremien."

Es habe sich gezeigt, dass der Einsatz sogenannter Presenter-Formate für Dokumentationen über komplexe historische Zusammenhänge "kritisch zu hinterfragen" ist. Knecht sagte weiter: "Das denkbar knappe Abstimmungsergebnis zeigt, dass wir uns die Entscheidung, welche Konsequenzen aus der missglückten Dokumentation zu ziehen sind, nicht leicht gemacht haben."

Die Dokumentation war nach ARD-Angaben seit Mitte September in der ARD Mediathek zu sehen und wurde Ende September im NDR Fernsehen ausgestrahlt. Der Film ist eine Koproduktion des NDR, Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) und des Südwestrundfunks (SWR).

(mit Material von dpa)

Downstairs Comedy Club von Felix Lobrecht: ein Besuch in Deutschlands neuer Stand-up-Zentrale

Es ist Freitagabend, kurz nach 21 Uhr. Felix Lobrecht steht ein paar Meter von der Bar entfernt und versucht so zu tun, als wäre er ein ganz normaler Moderator eines Comedy-Clubs. Das gelingt, wenig überraschend, nicht ganz. Ein Typ, um die 25 Jahre alt, läuft neben Lobrecht zweimal unbeholfen im Kreis, fasst sich dann ein Herz und fragt: "Felix, hast du Zeit für ein Foto?" Lobrecht schaut auf, er hatte die Frage vermutlich kommen sehen, und nickt. "Na klar."

Zur Story